Meine Bienen-Welt

Schön, dass du mich besuchst ! 

Komm mit, ich zeige Dir meine Welt ...


Unser Haus ist eine Honigfabrik. Die Wohnung in der wir leben (die Menschen nennen sie Bienenstock) besteht aus Waben, die wir selbst aus Wachs herstellen. 
Wilde Bienen bauen ihren Bienenstock in hohlen Ästen und Bäumen. Wir Honigbienen leben jedoch in Kästen, die der Imker für uns aufgestellt hat. Was ein Imker ist und was er macht erzähle ich Dir später.

Wir Bienen sind ein große Familie. Das Familienoberhaupt ist die Königin, die die Eier legt. Wir, die Arbeiterinnen, haben immer etwas zu tun. Sich zum Beispiel um die Eier oder die jungen Maden (so heißen die Bienenbabys) kümmern, neue Waben bauen, unser Haus zu bewachen oder Pollen, Nektar oder Wasser zu sammeln. Und da gibt es noch die Drohnen, das sind die männlichen Bienen.

Willst Du mal schauen, wie aus einem Ei eine Biene wird ? Klick mal hier, da gibt es viele Fotos aus der Brutwabe, wie unser Kinderzimmer genannt wird. 


Zu unserem Wohlbefinden haben wir einen Menschen nötig, den Imker. Unser Imker beschäftigt sich mit uns, und immer, wenn es nötig ist, steht er uns  hilfreich zur Seite. Sei das nun im Fall von Krankheit, wenn wir unsere Wohnung vergrößern wollen oder in vielen anderen Fällen. 
Dafür schenken wir ihm Honig, Pollen, Wachs und Propolis.

Ihr Menschen eßt gerne Honig. 

Daß es ihn gibt, habt ihr uns Bienen zu verdanken. 

Honig ist unheimlich gesund. Schon die alten Ägypter haben ihn als Medizin eingesetzt.

Für den Honig fliegen wir von Blume zu Blume und saugen den süßen Nektar aus der Blüte. Den verwandelt wir in unserem Magen dann in Honig. Nun geht es zurück zum Stock und wir spucken dort den Honig in eine Wabe. Wenn alle Waben voll sind, kann der Imker den Honig ernten.
Wie wir Bienen den Honig machen und wie unser Freund, der Imker, diesen erntet, kannst Du Dir hier anschauen

Um Honig zu machen, müssen wir wahnsinnig fleißig sein. Für ein Kilo sind mehrere Millionen Blütenbesuche nötig. Natürlich schaffe ich das nicht alleine, sondern nur zusammen mit dem ganzen Bienenstaat. So nennt man die Gemeinschaft aller Bienen, die in einem Stock wohnen. 
Ein Staat mit 60.000 Bienen liefert dem Imker etwa 7 bis 10 Kilo Honig im Jahr. Ganz schon viel - oder was meinst Du ? Weißt Du eigentlich wozu wir den Honig brauchen ? Er ist unser Wintervorrat, den wir im Frühjahr und Sommer in den Waben einlagern, weil es in der kalten Jahreszeit ja keine Blumenblüten mit Pollen und Nektar gibt. 

Und jetzt fragst Du Dich sicherlich wovon wir im Winter leben, wenn der Imker den Honig geerntet hat ? Das ist ganz einfach, denn erstens erntet unser Imker nicht den ganzen Honig und zweitens gibt er uns Zuckerwasser zum Einlagern, das mindestens genauso gut schmeckt und für úns Bienen auch viel besser verdaulich ist.


So sieht ein Bienenstock von innen aus:


1. Wasserfester Deckel
2. Isolierschicht
3. Honigwabe mit Bienen
4. Brutraum
5. Lüftung
6. Flugloch

Eine Biene hat viele Berufe:

Als junge Arbeiterin verbringe ich die ersten drei Tage meines Lebens mit dem Reinigen der Brutzellen, bis zu meinen 10. Lebenstag kümmere ich mich um meine kleinen Geschwistern, die Larven. 

Dann helfe ich beim Bau neuer Waben und vom 16. Lebenstag an nehme ich den ankommenden Sammlerinnen den von ihnen eingesammelten Nektar und die Pollen ab und verarbeite sie zu Vorräten.

Um den 20. Lebenstag herum halte ich mich als Wächterbiene am Eingang zu unserem Stock auf und passe auf, dass keine Feinde in unsere Behausung eindringen.

Nun wird es spannend - die nächsten drei Wochen verbringe ich mit Probeflügen und bereite mich auf die Sammelflüge vor, die dann bis zu meinen letzten Lebenstag machen werde.

Du siehst, wir Bienen sind ganz schön vielseitig - oder was meinst Du ?


Wir Bienen unterhalten uns auch:

Um uns gegenseitig zu erzählen, wo es den besten Nektar gibt, haben wir eine eigene Bienensprache entwickelt. Ich spreche, indem ich tanze. Zum Beispiel den Schwänzeltanz, bei dem ich mit dem Hinterteil hin und her wackele. Damit kann ich meinen Bienenfreundinnen genau sagen, in welche Richtung sie fliegen müssen, um zur Blüte zu kommen, und wieviele Meter es bis dorthin sind.

Schwänzeltanz Rundtanz
Es gibt übrigens im Internet ein tolle Quiz, mit dem Du unsere Sprache mal ausprobieren kannst. Hast Du Lust ? Dann klick mal auf die Seite von "planet -wissen".
Zu unserem Stachel: wir Bienen stechen wirklich nur ganz, ganz selten. Denn wir wissen, dass wir sterben, sobald wir einen Menschen gestochen haben. Also machen wir dies nur in absoluter Not. 

Damit dies aber nicht passiert (zum Beispiel im Schwimmbad oder beim Spielen im Garten) gibt es ein paar ganz einfache Regeln, die Du Dir sicher gut merken kannst:

  • Schlage nicht nach mir !
  • Mach keine raschen Bewegungen !
  • Halte dich nicht vor dem Flugloch auf ! 
  • Schlage oder klopfe nicht an den Bienenkasten oder Stock !
  • Streichle mich bitte nicht !
  • Tritt nicht auf mich !

Du siehst, vor mir und meinen Schwestern brauchst Du wirklich keine Angst zu haben .


Aber wir machen nicht nur Honig ... 

Wenn wir so von Blüte zu Blüte fliegen, passiert etwas Wichtiges mit den Pflanzen: wir bestäuben sie  nämlich !

Apfelblüten

Und so erfüllen wir eine besondere Aufgabe im Kreislauf der Natur.

Denn ohne Bestäubung würde es viel, viel weniger Obst geben.

Schau Dir das Beispiel an: 10 Apfelblüten waren vorhanden; mit und ohne Bestäubung entsteht eine unterschiedliche Anzahl Äpfel. 

        

Jetzt versteht Du sicher, welchen Nutzen wir Honigbienen bringen.


So - jetzt hast Du ja eine ganze Menge über mich und meinem Volk erfahren. 

Ich wünsche Dir noch viel Spaß in meiner Bienenwelt und vielleicht denkst Du ja mal an mich, wenn Du das nächste mal Honig ißt.


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