Bienen und Imkermotive auf Briefmarken
Eine Chronologie mit vielen Abbildungen von Róbert Chlebo

Der Aufbau einer Briefmarken-Sammlung

Das Sammeln von Briefmarken gehört zu den ältesten und am weitest verbreiteten Hobbys. In der Slowakei gibt es 10.000 Philatelisten, Briefmarken sammeln jedoch noch wesentlich mehr Leute. Neben regionalen Sammlungen, in denen Philatelisten versuchen alle Arten und Nominalwerte einer Region (eines Staates) zu sammeln, die eigene Postwertzeichen emittiert, sind auch Themensammlungen sehr beliebt. Die häufigsten Themensammlungen betreffen Lebewesen: allein 7.500 Briefmarken bilden Vögel und 5.000 verschiedene Säugetiere ab. Briefmarken mit Insekten wurden von mehr als 300 Staaten und Ländern herausgegeben. 

Insgesamt geht es um mehr als 5.000 Briefmarken mit mehr als 1.700 Arten aus 14 verschiedenen Kategorien. In der Kategorie der Insekten ist nach dem Schmetterling und Käfern gerade die Biene das am häufigsten abgebildete Motiv. Eine Sammlung von Bienen und Imkermarken ist mit relativ wenig Aufwand verbunden (schätzungsweise geht es um ca. 300 Marken), obwohl es sich um eine sehr attraktive und interessante Sammlung handelt. Zuerst muss man jedoch für sich Kriterien definieren, nach denen man eine solche Sammlung für komplett erachtet. Neben Briefmarken werden Bienen auch auf Stempel, Sonderstempel (BILD), Reklameblöcken, Sondermarken (Steuermarken, ect.), Briefen, Briefumschlägen, zu den Marken passenden Postkarten (Maximumkarten BILD) und ähnlichem dargestellt. 

Viele auf den ersten Blick gleiche Marken unterscheiden sich in Farbnuancen, im Nominalwert und Druck. Selbst die Herausgeber von Briefmarkenkatalogen unterscheiden sich oft untereinander in der Zahl einer bestimmten Kategorie zugeordneter Marken. Die meisten Sammler von Themensammlungen wollen deshalb meistens nur jeweils eine Marke von einem Design und gehen nicht philatelistischem Material aus dem Weg. Diejenigen die versuchen diese Grenze zu überschreiten und auch kleine Unterschiede in ihrer Sammlung zu berücksichtigen, müssen sich nach hochspezialisierten Katalogen, wie zum Beispiel Michel, Scott, Stanley Gibbons, Yvert & Tellier und ähnlichen richten. Diese sich ähnelnde Kataloge sind nicht gerade günstig. 

Ein wesentlich bezahlbarer Bienenmarkenkatalog wurde im Jahr 1994 in der Zeitschrift Bee World 75(4), Seite 181 – 193 veröffentlicht, der auf einem älteren, ebenfalls in dieser Zeitschrift veröffentlichtem Verzeichnis aus dem Jahr 1973 basiert.

Auch wenn man einmal einen der beschriebenen Katalogen sein Eigen nennt muss jeder selbst entscheiden, ob er alle dort aufgeführten Marken akzeptiert. Die meisten Sammler von Marken mit Bienenthemen sammeln nämlich auch Marken mit sechseckigen Symbolen wie stilisierte Formen der Bienenwabe, auch wenn die Briefmarken selbst nichts mit Bienen zu tun haben. Ebenfalls muss jeder Sammler selbst entscheiden, ob er auch Marken in seiner Sammlung haben möchte auf denen die Biene oder der Bienenstock nur ein anderes zentrale Motiv ergänzt (oft ist dies bei Blumenmarken der Fall). Auf jeden Fall muss auch die Frage gestellt werden, ob die Sammlung nur Honigbienen enthalten soll oder auch andere Bienenarten, Hummeln, Verwandte aus der Familie der Hautflügler oder „nichtidentifizierbare“ Bienen, die als Bienen präsentiert werden können, aber keine seien müssen.

Briefmarken mit Motiven von Bienen, der Imkerei und anderen damit zusammenhängenden Aktivitäten, wie zum Beispiel der Bestäubung wurden und werden in vielen Regionen der Welt emittiert. In manchen Fällen sogar in mehreren Ausgaben. Bienen sind oft Teil von Serien, die die heimische Fauna und Fragen des Umweltschutzes präsentieren und werden als Gedenkmarken an Imkerjubiläen, Konferenzen und Kongresse veröffentlicht. Bienen sind ein gefragtes Motiv für Marken mit dem Thema Bemühung, Geschicklichkeit, Verdienste und technische Zusammenarbeit. Die Bienenwabe mit separaten Zellen wird als Symbol der Einigkeit und als Zeichen der Individualität, die in diesem Fall ein Teil des Gesamtwerks ist, dargestellt.


Die ältesten Bienenmarken

Auf den ersten Briefmarken findet man vor allem Motive mit Korbstöcken aus Stroh. Als erste Marke betrachtet man eine Briefmarke aus dem Jahr 1848 (USA – BILD), gefolgt von einer Marke aus dem deutschen Reich (1886 - BILD) und Nicaragua (1891 - BILD). Das Motiv eines Korbbienenstocks als Symbol der Nützlichkeit und Produktivität folgt im Jahr 1903 (Queensland - BILD), eine Serie aus 3 Briefmarken der Österreichischen Bank aus dem Jahr 1910 (BILD), Briefmarken aus Liberia (1912 – BILD) und von der Insel Réunion (1933).

Interessant ist auch eine Briefmarke aus dem Jahr 1921 aus Lybien, auf der Bienen auf dem Rock der Göttin Diana (BILD). abgebildet sind. Die erste typische philatelistischen Bienenkostbarkeit mit modernen Bienenstöcken ist eine Briefmarke aus dem zarischen Bulgarien in zwei Farbversionen (1941 – BILD).


Die schönsten Serien und Briefmarkenblöcke

Den Kern jeder thematischen Sammlung bildet eine komplette Serie von Briefmarken. Fangen wir mit der umfassendsten bisher veröffentlichten Serie aus Schweden an, die sich auf 10 Marken komplex mit der Imkerei befasst ((BILD). Eine der schönsten Serien ist ein Block aus der Ukraine (2001) mit dem Motiv der Imkerei (BILD). Weitere 6-teilige Serien wurden von Polen herausgegeben (1987), Belgien (verschiedene Bienenaktivitäten – 1997 –BILD), Zimbabwe (1998) und Guinea-Bisseau (Bienen auf Blüten – 2003 – BILD). 

Eine fünfteilige Bienenserie wurde 1978 von Kuba herausgegeben (u.a. Entwicklung und Aufgabenteilung – BILD) und im Jahr 2004 von Namibia (BILD - Ersttagsbrief). Die meisten Serien sind 4-teilig und beginnen wenn chronologisch aufgezählt im Jahr 1982 mit Marken aus der ehemaligen DDR (Bienen auf Blüten – BILD), gefolgt von Mosambique (1985). Bald emittierte auch die ehemaligen Sowjetunion Marken (1989 – BILD– Ersttagsbrief BILD), Zypern (1989 - BILD) und China (1993 - BILD). 

Im Jahr 2001 folgt eine 4-teilige Serie als schöner Gesamtblock, herausgegeben in Argentinien mit Abbildungen von Waben, Honig, Bienenstöcken und der Bestäubung (BILD) und Slowenien ("Das Leben im Bienenstock", "der Schwarm", "die Bestäubung" - BILD). Eine dreiteilige Serie gibt im Jahr 1967 Bulgarien (BILD) heraus, 1979 Nordkorea (als Briefmarkenblock "Hautflügler" mit dem Motiv der Wabe – BILD), und im Jahr 1995 Albanien (BILD). 

Sondermarkenserien gibt es mehrere, wie zum Beispiel aus Algerien (1995 –BILD) und aus Bosnien-Herzegowina einem schönen Briefmarkenblock mit Waben- und Obstblütenmotiven aus dem Jahr 2004 (BILD).

Briefmarken, die den Nutzen der Pflanzenbestäubung durch Bienen verdeutlichen, repräsentiert eine 7-teiligen Serie von Bienen auf Blüten aus Nicaragua (1984) sowie eine 6-teilige Serie von Honigpflanzen aus Bulgarien (1987 – BILD). In einer Bienen-Briefmarkensammlung kommen sicher auch Einzelmarken auf schönen Briefmarkenblöcken zur Geltung. Einen der schönsten hat Weißrussland im Jahr 2004 herausgegeben, auf dem sich neben dem zentralen Motiv der Biene auf der Blüte auch ein Stock hoch im Baumwipfel und eine volle Honigwabe (BILD) befindet. 

Schöne Blöcke mit eine Briefmarke haben auch der Kongo (1994 –BILD) und Namibia (2004 - BILD) veröffentlicht. Manche Blöcke haben als zentrales Motiv eher Blüten als Bienen und werden deshalb nicht zu den typischen Bienenmarken gezählt, obwohl sie eine Sammlung zweifellos verschönern, zumindest, wenn man sich die Bestäubung auf Marken aus Guayana (BILD), oder auf Werten von der Insel Antigua (BILD) ansieht.


Einzelmarken mit Honigbienenmotiven

Die meisten Staaten der Welt haben den Verdienst von Bienen schon zumindest auf einer Marke thematisiert. Eine schnelle chronologische Übersicht ausgewählter Marken kann man mit der Schweiz (1950 – BILD), Zambia (1972 – BILD) und Frankreich (1979 – BILD) beginnen. In den 80er Jahren erweitert sich die Sammlung von Bienenmarken um zum Beispiel die Mongolei (1980 –  BILD), Ruanda (1982 – BILD) mit Motiven von Bienen und Stöcken, Israel (1983 – BILD, diese Marke ist durch den biblischen Verweis auf das gelobte Land mit Flüssen aus Milch und Honig interessant) und Tansania (1986 – BILD). 

Auf Ersttagsbriefen sehen Sie Marken aus Deutschland (BRD – 1982, Biene auf Salbei – BILD) und der USA (1988 – BILD). In den 90er Jahren wurde an Bienen zumindest mit einer Marke im afrikanischen Staat Burkina-Faso (1992 – BILD), und auch in asiatischen Regionen wie Syrien 1992 (BILD), der Türkei 1996 (BILD) und Japan 1997 (BILD) erinnert. Im 21. Jahrhundert wurden Marken mit Bienenmotiven unter anderem von Somalia (2000 – BILD - Bienenwaben umgeben von Bienen in Form einer stilisierten Blüte), Estland (2000 – BILD) platzierte eine Biene neben seiner Nationalblüte – der Kornblume, weiter Iran (2001 – BILD), und der Inselstaat Tuvalu (2001 – BILD) herausgegeben. 

Die Dominikanische Republik (2002) veröffentlicht eine Biene als Teil eines 6-teiligen Briefmarkenblocks mit Insektenbriefmarken (BILD), ähnlich wie Mikronesien (BILD) und Grenada (2003 – BILD), die Sie sich als Teil von Briefmarkenblöcken zusammen mit anderen Vertretern der Insektenfauna ansehen können. Die 2002 auf der britischen Insel Jersey im zehner Block herausgegebene Briefmarke hat Arbeiterinnen auf Waben am Rand (BILD), Lichtenstein hat im Jahr 2002 eine Postkarte herausgegeben (BILD), Bulgarien eine Biene mit Pollen in den "Höschen"(2003 - BILD). 

Der neueste Beitrag ist eine Marke aus Malta, herausgegeben am 20. 4. 2005, einem 16-teiligen Block mit anderen Insektenartenvertretern der Insel (BILD). Ddie Honigbiene ist die dritte in der oberen Reihe, die Blütenbiene, die noch an anderer Stelle genannt wird, die Erste in der unteren Reihe.


Andere Bienen und bienenverwandte Arten

Die außer Frage am häufigsten auf Briefmarken abgebildete Biene ist die Honigbiene Apis mellifera. Zur Gattung Apis gehören jedoch auch andere „echte“ Bienenarten, die in den Urwäldern Asiens vorkommen. Auf einer Serie von vier Briefmarken aus Mali (1987 - BILD) findet sich neben der Honigbiene Apis mellifera syn. mellifica auch die Blütenbiene Apis florea, die Riesenbiene Apis dorsata und Apis adansoni, die jedoch allgemein als Unterart der Honigbiene betrachtet wird. 

Eine Serie von vier im Block herausgegebenen Marken aus Thailand (2000 - BILD) zeigt detailliert die morphologischen Unterschiede zwischen der Apis andreniformis, Apis dorsata, Apis florea und Apis cerana. Die Ursprungsbiene Apis cerana wird in zwei Unterarten – die japanische (BILD) und indische (BILD) auf Briefmarken aus Vietnam (1993) gezeigt. Die Himalaja Biene Apis laboriosa ist auf Briefmarken aus Bhutan (1997 - BILD) und Vietnam (1993 - BILD) abgebildet. Zu der vietnamesischen Markenserie aus dem Jahr 1993 gehört auch die Abbildung der bornesischen Apis Korbbiene (BILD). Apis dorsata findet sich auch auf einer indonesischen Marke, und die javanerische so genannte Apis javana (es handelt sich um eine Unterart der Honigbiene) auf einer in Singapur herausgegebenen Briefmarke aus dem Jahr 1985 (BILD).

Neben Bienen der Bienenart Apis finden sich auf Briefmarken auch andere Bienenartenvertreter - vor allem Hummeln "Bombinae" und so genannte Solitärbienen (nicht staatengründete Wildbienen). Andere Insekten - gelegentliche Bestäuber - werden dieser Sammlung nicht zugeordnet, weil sie die Sammlung unverhältnismäßig erweitern würden, wie zum Beispiel um die oft abgebildeten Schmetterlingen auf Blüten. 

Die in unserer Natur und in anderen Teilen Europas und Asiens am häufigsten vorkommende Hummel ist die Erdhummel Bombus terrestris, die auf einer tschechischen Marke (1995 - BILD), einer mongolischen (1980 -BILD)und einer schweizer Briefmarke (1954 - BILD) abgebildet ist. Die Waldhummel Bombus lucorum findet man auf polnischen Briefmarken (1961 - BILD), auf weißrussischen (2004 - BILD), isländischen (2004 - BILD) und Marken von den britischen Insel Man (2001 - BILD).

Als weitere Hummelarten findet man in der Philatelie die Bergbiene Megabombus ruderarius (portugiesische Azoren, 1984 - BILD), die Gartenhummel Bombus hortorum (Ungarn, 1980 - BILD), Bombus americanorum (Vietnam, 1986 - BILD), die gestreifte Hummel Megabombus subterraneus (Bulgarien, 2003 - BILD) und die Obsthummel Bombus pomorum, die in Litauen in einer Serie mit weiteren bedeutenden Bestäubern 1999 (BILD) herausgegeben wurde. Hummeln findet man auch auf Briefmarken aus West-Berlin (1984 - BILD), als Teil eines „Insektenblocks" aus Grenada (2000 - BILD) und in einer Serie von vier Marken aus der russischen Republik Komi (Bild). Eine fünfteilige Markenserie mit Hummeln hat zuletzt Russland herausgegeben (2005 - BILD). 

Von anderen Bienengattungen werden am häufigsten Holzbienen (Xylocopa) abgebildet: Die Holzbiene - fialový Xylocopa violacea-, die man auch in unserer Natur antreffen kann, ist auch auf Briefmarken aus Jugoslawien (1978- BILD), Bulgarien (2003 - BILD) und Malta (2005) abgebildet, andere Artenvertreter wurden von Ecuador - Xylocopa darwini (BILD), den Vereinigten Arabischen Emiraten - Xylocopa aestrunis (BILD), und Singapur - Xylocopa caerulea (1985 - BILD). herausgegeben. 

Antigua Barbuda hat im Jahr 1995 einen Block mit einzelnen Bienenbestäubern (BILD) herausgegeben, deren bedeutensten Vertreter auf einer eigenständigen 4-teiligen Serie (BILD) abgebildet sind. Auf einem Block mit Hautflüglerinsekten aus Guinea findet man neben der Honigbiene auch die Sandbiene Andrena fuscipes (2002 - BILD) Eine weitere Art der Sandbiene Andrena scita findet man auf einer mongolischen Marke (1980 - BILD). "Tunelárku", eine im Boden nistende Biene der Art Amegilla acraensis mit einem langen Rüssel ist auf eine Marke aus Ghana (2002 - BILD), festgehalten, die Art Halictus scabiosae auf einer jugoslawischen Marke (BILD).


Bienenkongresse und Jubiläen

Eine persönliche Sammlung lässt sich aus Marken bilden, die zu Bienenkongressen herausgegeben werden. Das bedeutendste Treffen von Imkern und Apidologen ist außer Frage der Weltbienenkongress und die Ausstellung APIMONDIA, die seit dem Jahr 1897 jedes Jahr an verschiedenen Veranstaltungsorten stattfindet. Das erste Mal wurde zu diesem Anlass eine Briefmarke in der Tschechoslowakei herausgegeben, als der Gastgeber die Stadt Prag war. Diese Marke ist die einzige typische Bienenbriefmarke aus der Zeit des Bestehens der Tschechoslowakei (1963 - BILD). 

Die nächste APIMONDIA fand in Bukarest statt, zu deren Anlass zwei Marken mit der Abbildung einer Biene auf einer Blüte und der Kongresshalle herausgegeben wurden (Rumänien, 1965) und nach einer kurzen Pause wurde eine Erinnerungsmarke an die APIMONDIA in Moskau (UDSSR, 1971- BILD) herausgegeben. Nach einer längeren Pause findet man das Kongressmotiv auf einer Marke aus Ungarn (1983 - BILD eine Biene auf einer Blüte) und in Japan (1985 - BILD - eine Biene auf einer Erdbeere). 

Nach dem 30. APIMONDIA-Jubiläum im japanischen Nagoji wurde als nächster Veranstaltungsort Warschau gewählt. Es wurde eine Serie von 6 Marken herausgegeben von denen zumindest eine hier zu sehen ist (Polen, 1987 - BILD) die einen aufgescheuchten Bienenstock zeigt. Zum Anlass des Welttreffens der Imker im südslawischem Split wurde eine Marke mit dem Motiv zur Verständigung tanzender Bienen herausgegeben, die die gegenseitige Kommunikation zwischen den Imkern (1991 - BILD) symbolisiert.

Im Jahr 1993 wurde anlässlich der APIMONDIA im chinesischen Peking eine 4-teilige Serie herausgegeben, die in diesem Artikel bereits erwähnt wurde, genauso wie die 6-teilige Serie mit verschiedenen Motiven von Bienenaktivitäten zum Anlass der APIMONDIA 1997 im belgischen Antwerpen. An die APIMONDIA im slowenischen Ljubljana im Jahr 2003 erinnert diese Postkarte (BILD). Am 19. August 2005 wurde von der irischen Post anlässlich der APIMONDIA in Dublin eine Briefmarke herausgegeben, die man sich auch im gesamten 16-teiligen Block ansehen kann (BILD Ersttagsbrief BILD).

Erinnerungsmarken werden auch anlässlich anderer Imkertreffen und Jubiläen von Imkervereinigungen herausgegeben. Im Jahr 1980 wurden anlässlich zweier internationaler Imkerkonferenzen in Indien (BILD), im Jahr 1988 eine Serie dreier jordanischen Marken anlässlich zweier arabischen Imkerkonferenzen (BILD) und im Jahr 2000 eine Marke anlässlich zweier karibischer Imkerkongresse auf der Insel Nevis herausgegeben, auf die ich in diesem Artikel noch einmal zu sprechen komme. 

Im Jahr 2000 wird auch eine südslawische Marke anlässlich des 13. Kongresses Apislavia veröffentlicht – eine Imkervereinigung slawischer und nieder-donauischer Imkergegenden, zu deren Mitgliedern auch der slowakische Imkerverband gehört. Der langjährige Vorsitzende und Mitgründer dieser Vereinigung war Prof. Čižmárik, früherer Vorsitzender der SZV und ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Anwendung von Propolis in der Heilbehandlung (BILD). 

An das 100jährige Gründungsjubiläum der nationalen Imkerverbände wird auf einer Marke in Luxemburg (1986 - BILD) und Norwegen (1984 - BILD) erinnert.


Die Geschichte von Bienenbehausungen

Bienenbehausungen sind ein eigenes Kapitel für sich – Bienenstöcke und ihre historische Entwicklung. 

Äthiopien hat im Jahr 2002 zwei 4-teilige Serien mit Abbildungen dortiger traditioneller Bienenbehausungen herausgegeben, hier zur Illustration zumindest eine von ihnen (BILD). Traditionelle Bienenhaltung in liegenden Waben werden auf einer Doppelmarke aus Oman (1983 - BILD), und auch auf einer Marke aus der Ukraine (1994 - BILD), gezeigt. 

Die Arbeit mit Strohbienenkörben aus dem Mittelalter auf Marken aus Polen (1977 - BILD). Behausungen für die Bienenzucht sind Zeugnis der künstlerischen Fertigkeit unserer Vorfahren und viele von ihnen sind in Museen als wertvolle folkloristische Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben. Die Ehrbietung seiner Imkervorfahren hat Slowenien mit der Veröffentlichung eines traditionellen Bienenstock zum Ausdruck gebracht (1997 - BILD), wie auch gemalter Bienenbretter, mit denen Imker ihre Bienenstöcke schmückten (2003 - BILD und 2004 - BILD). 

Diese stehen heute geschützt im Imkermuseum in Radovlic. Figurenstöcke sind auf der tschechischen Dreierserie aus dem Jahr 1999 abgebildet – die erste Marke zeigt einen Bienenstock in Form einer Frau (BILD) aus dem Merischen Landwirtschaftsmuseum in Brün, die zweite einen Stock in Form des Heiligen Josef mit Jesus (BILD) aus dem Museum im Schloss Kačín und der dritte Stock ist in Form eines Schornsteinfegers (BILD) aus dem Stadtmuseum Mnichov Hradište.

Auf allen drei Marken ist das Logo der tschechischen Imker-Vereinigung abgebildet und zu den Marken wurden Markenhefte mit zusätzlichem Texten veröffentlicht, die jeweils 5 Marken mit den herausgegebenen Nominalwerten enthielten. Eine interessante Stockbemalung mit zwei Imkern in Schutzkleidung präsentiert auch eine tunesische Marke aus dem Jahr 1979 (BILD.)


Die Arbeit mit Bienen

Imker bei der Arbeit an modernen erweiterbaren Bienenstöcken zeigen Marken aus Grenada (1982 - BILD), Honduras (1992 - BILD), den Pitcairn-Inseln (1999 - BILD), Schweden (1990 - BILD), Zimbabwe (1998 - BILD) und eine Doppelmarke aus der Uruguay (2001 - BILD). 

Die Nutzung einer Pfeife zur Beruhigung der Bienen zeigt eine Marke aus Mosambik (1985 - BILD). Der Inselstaat Nevis zeigt auf Marken aus dem Jahr 1994 die Honigernte (BILD), das Beruhigen eines Bienenschwarmes (BILD) und die Königinenzucht (BILD). Gefallen an praktischen Imkermotiven bestätigte Nevis durch die Ausgabe eines Blocks im Jahr 2000, auf dem neben dem Schleudern von Honig in einer Handschleuder auch eine Imkerpfeife und eine Honigschleuder (BILD) zu sehen sind. 

Für Honig als bedeutendes Exportgut wird auf Marken aus der Dominikanischen Republik (1974 - BILD) und Mexiko (1981 - BILD) geworben und wird auch auf Marken auf der bereits erwähnten Serie aus Schweden (1990 - BILD) und Argentinien (2001- BILD) gezeigt.


Feinde der Bienen

Feinde von Bienen werden auf Marken nur gesammelt, wenn sie zusammen mit den Insekten (Anm. d. Übersetzers: Bienen) dargestellt werden, wie zum Beispiel ein Bienenfresser (Vogel) mit einer Biene im Schnabel aus Österreich (1986 - BILD) oder auf dem Block aus China (BILD), bzw. ein Greifvogel, der Waben ausräumt (Marke aus Guinea - 2002 - BILD). Der römische Schriftsteller Marcus Terentius Varro gab dem am meisten verbreiteten Parasiten in der Imkerei einen Namen - Varroa Milbe (Italien, 1974 - BILD). 

In unsere thematische Sammlung kann man vielleicht auch den Bären aufnehmen – wie der Bär auf der sowjetischen Marke aus dem Jahr 1961 (BILD), genauso wie den größten Feind der Bienen – den Menschen, auf der “archäologischen” Marke aus Spanien aus dem Jahr 1975 (BILD), die eine Höhlenzeichnung eines Honigräubers in der Pavuca Höhle zeigt. 

Die rein auf dem Sammeln von Honig aus in freier Natur lebender Bienen, die Zeidlerei, hat eine lange Zeit überdauert (Polen, 1987 - BILD). Von der langen Beziehung zwischen Mensch und Biene zeugen auch die in der Ägyptischen Hieroglyphenschrift verwendeten Symbole für Bienen (Ägypten, 1991 - BILD).


Bedeutende Imkerpersönlichkeiten

Um Fortschritt in der Imkerei haben sich viele Imkerforscher verdient gemacht. Schon im Jahr 1956 hat Polen dem bedeutenden Landsmann und Sprecher für die Imkerei in Rahmenstöcken Dr. Janovi Dzierzonovi (BILD) anlässlich seines 50. Todestages eine Marke veröffentlicht; in Serie mit einer zweiten Briefmarke, die Sie auf dem Umschlag vom Tag der Erstausgabe sehen (BILD). An seinen 170. Geburtstag erinnert auch eine Postkarte (BILD).

Jugoslawien erinnerte im Jahr 1973 an den 200. Todestag seines Landsmannes Anton Janšu, den ersten Imkerlehrer in Österreich-Ungarns (BILD). Die ukrainische Briefmarke aus dem Jahr 2000 zeigt einen weiteren bedeutenden Innovator der Imkerei - Petr Prokopoviča (BILD), im selben Jahr hat die Ukraine auch eine Postkarte mit dem Imker Vasiľo Vaščenk (BILD) herausgegeben. 

Die Abbildungen weiterer bekannter Persönlichkeiten werden nur gesammelt, wenn sie im Zusammenhang mit der Imkerei herausgegeben oder das Motiv eine Biene oder einen Bienenstock enthält. Diese Bedingungen erfüllt zum Beispiel das Bildnis von Maurice Maeterlinck (Niger 1977 - BILD), den Autor des Buchs "Das Leben der Biene“ und Nobelpreisträger für Literatur, der auf der Marke mit einer Hummel abgebildet ist. 

Das Sammeln von anderen bedeutenden Persönlichkeiten, auch wenn sie bekannte Imker waren (wie zum Beispiel Mandela, Tolsté oder Hillary), würde die Sammlung auf eine andere Ebene bringen.


Bienensymbolik

Fürs Ende habe ich mir eine Kategorie von Marken aufgehoben, deren Motiv vom Leben der Bienen und ihrer Lebensweise beeinflusst werden, dabei aber einen anderen zentralen Gedanken verfolgen. 

Das typischste Beispiel ist die Darstellung von Bienen und Stöcken als Symbol für Sparsamkeit und für gegenseitige Zusammenarbeit. Die ältesten Marken aus dieser Sammlung stammen aus der Nachkriegszeit, als Beispiel führe ich hier eine Marke aus Finnland (1947 - BILD) und Rumänien (1947 - BILD) an. Im Kongo wurden im Jahr 1973 Bienen und Bienenkörbe als Symbol für Arbeitsamkeit und Ökonomische Entwicklung (BILD) genutzt. 

Das Motiv der Sparsamkeit wurde auf südkoreanischen Marken im Jahr 1962 (BILD) (die Marke unterstützt das systematischem Sparen für Kinder) und 1971 (BILD). Hier überwiegt die volkswirtschaftliche Bedeutung des Sparens, die portugiesische Marke aus dem Jahr 1994 wirbt mit einer stilisierten Biene für den Weltspartag (BILD). Das Motiv des Stocks erinnert an den norwegischen Angestelltenverband (1964 - BILD), wie auch an das Jubiläum des belgischen Pensionsfonds (1950 - BILD). Die Biene auf der Wabe erinnert an den 50. Jubiläum der Gründung der internationalen Arbeiterorganisation (Mexiko, 1969 - BILD). 

Das Motiv der Bienenwabe wurde von Ägypten für das Werben für Lebensmittelsicherheit genutzt (1979 - BILD), von Belgisch Kongo als Symbol für die technische Zusammenarbeit in der afrikanischen Sahara (1960 - BILD), Malaysia (1978 - BILD), Eritrea (BILD), und Armenien (1995 - BILD) als stilisierte Karte ihrer Länder und der Notwendigkeit seine Kräfte für den Aufbau zu vereinen. 

Genauso symbolisiert die Wabe auf der Marke von Guernsey (2001 - BILD) mit der Überschrift "Gemeinschaft" die gemeinsame Anstrengung für das Allgemeinwohl.

Bienenwabenzellen, die ein integriertes Ganzes bilden, werden auf Marken auch zur Darstellung der Vereinigung Europas genutzt (UNO, 1972 - BILD) und Lichtenstein (1960 - BILD). Die USA nutzte das Motiv der Bienen und Pflanzen um die amerikanische Tradition der Zusammengehörigkeit und gegenseitigen Hilfe auszudrücken (BILD). 

Bienen haben sogar die Architektur beeinflusst, den Beweis liefert das Gebäude des Bienenkongresszentrums in Bukarest (Rumänien, 1987 - BILD), wie auch der Sitz des neuseeländischen Parlaments naheliegend als „The Beehive" (der "Bienenkorb") benannt (1981 - BILD und 2004 - BILD). Dank eines Projekts von Gymnasiasten und der NASA haben Bienen auch den Weltraum erreicht (Lichtenstein, 2002 - BILD).

Bienen werden auch symbolhaft in der Sprache genutzt. Fast jeder kennt die Biene Maja aus der Zeichentrickserie, die in spielerischer Form für das Leben der Insekten wirbt. (BRD, 1998 - BILD). Gemalte Bienen kommen auch auf Marken aus Japan vor (2000 - BILD) und Angola (1981 - BILD) vor. Das Kindermotiv dominiert auch österreichische (1990 - BILD) und französische (2004 - BILD) Briefmarken.


Weiterführende Links

Falls Sie die obigen Schilderungen von Bienen in der Philetalie begeistert hat oder Sie Interesse am Briefmarkentauschen haben, schreiben Sie mir (bitte auf englisch). 

In Schweden existiert ein Klub von Bienenmarkensammlern, dessen Adresse Sie auf der Bienenmarken-Webseite Api-Phila, einen ausgezeichneten Online-Katalog für Bienenmarken, finden. Ebenso gibt es einen Club in den Niederlanden (Adresse ebenfalls auf Api-Phila).

Briefmarken mit Insektenmotiven finden Sie auch auf den Seiten Bugs on stamps, interessantes über Bienen in der Philetalie schreibt Pavel Lukavský auf den tschechischen Seiten Infofila. Das thematische Suche nach Briefmarken bietet der Online-Katalog Freestamps, Neuigkeiten finden Sie auf den Seiten Bombay Stamps und Stanley Gibbons.

Mit freundlicher Genehmigung von Róbert Chlebo   Web

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Die Welt der Bienen auf Briefmarken
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