Die europäischen Bienenrassen
Imkerphilatelie - Teil 3

Die Honigbiene fand während der Eiszeit in Mitteleuropa keine Lebensmöglichkeit. Auf der Pyrenäen-Halbinsel, auf dem Balkan und in Italien konnte sie sich erhalten. Durch die geographische Isolierung ist sie nach der Eiszeit, in mehrere Rassen aufgespaltet, wieder nach Mittel-, Nord- und Osteuropa vorgedrungen.

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Apis mellifica

Die Mellifica oder die Deutsche Biene, deren zoologische Bezeichnung Apis mellifica mellifica mellifica lautet, wobei die erste Bezeichnung nach dem Gattungsnamen für die Art, die zweite für die Unterart und die dritte für die Rasse steht, ist bzw. war in Westeuropa bis zum Tirol zu Hause, aber auch in England, Nordeuropa und nordöstlich bis nach Russland. Ihre ehemaligen Unterrassen, so bei uns die Nigra, die Heidebiene in Norddeutschland, die nordische Lehzeni und die alte englische Rasse, sind in Bastarden untergegangen. 

Völlig reinrassige Mellifica-Stämme findet man in Westeuropa kaum mehr. Die Mellifica ist dunkel, hat schmale lockere Binden und einen kurzen Rüssel, ist braun behaart, spätbrütig, stechlustig, anflugfest und schwarmträg. Die Carnica oder Kärntner Biene ("Apis mellifica mellifica carnica) ist in Österreich südlich des Alpenkammes, aber auch in Niederösterreich, in Ungarn und auf dem Balkan beheimatet. Auch die Carnica zerfällt in zahlreiche Unterrassen, die sich zwar alle in einigen äußerlichen Merkmalen weitgehend gleichen, aber hinsichtlich Schwarmlust und Entwicklungsrhythmus verschieden sein können. Zu einem schwarmlustigen Stamm gehören die weitverbreiteten Krainer. Die Carnica ist dunkel mit grauer Behaarung, hat breite, dichte Binden und einen langen Rüssel, ist frühbrütig, sanftmütig, anflugfest, neigt aber zum Schwärmen. Sie ist besonders in der Früh- und Rotkleetracht ändern Völkern wegen ihres langen Rüssels und ihrer Sammelenergie überlegen.

Die Ligustica oder Italienische Biene (Apis mellifica mellifica ligustica) stammt aus Italien und bewohnt die ganze Halbinsel. Die Italienische Biene ist jene Rasse, die zuerst Amerika und Australien erobert hatte und dort weitergezüchtet wurde. Erst in den letzten Jahren ist sie als Ausfuhrartikel von der Carnica überflügelt worden. Die meisten Unterrassen fallen durch ihre gelben Hinterleibsbinden auf. Die Ligustica ist rotgelb und hat einen langen Rüssel, sie ist frühbrütig, schwarmträg, sanftmütig, neigt zum Rauben, verfliegt sich stark, ist also nicht anflugfest. Unter den Bastarden gibt es viele stechlustige Völker. 

Die Caucasica, die Kaukasische Biene (Apis mellifica mellifica caucasica) steht der Carnica am nächsten. Sie ist östlich des Schwarzen Meeres, in Georgien, heimisch und während der letzten Jahre weithin verbreitet worden. Die Caucasica wirkt bleigrau, hat einen langen Rüssel und graue dichte Behaarung.

Caucasica 

Welches ist nun die beste Rasse? Keine! In jeder der vier erwähnten Mellifica-Rassen finden sich hochwertige und minderwertige Völker. Zudem muss der Entwicklungsrhythmus zu den Trachtverhältnissen des Ortes passen.

Aus "Insektenkurier", Heft 32 
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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