Bienenwohnungen
Imkerphilatelie - Teil 8

Als Beute bezeichnet man die Bienenwohnung. Ursprünglich bestand diese in einem hohlen Baum, in einer Fels- oder Erdhöhle, an einem Felsvorsprung oder Erdhang. Die ältesten von Menschen angefertigten Bienenwohnungen sind die liegenden Tonröhren der Ägypter. In Bäumen aufgehängte Rinden- und Geflechtsröhren sind heute noch urtümliche Bienenwohnungen in Afrika. Aus Griechenland ist der nach unten verjüngte Weidenkorb bekannt, in dem die Waben an darüber hängenden Stäbchen hängen. Auf altrömische Beuten aus Ferulstengeln dürften die Krainer Bauernkästen mit den kunstvollen Malerei-Stirnbrettchen zurückgehen, die bis ins 20.Jahrhundert reichten. 

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In Südfrankreich, bei den Basken, in Serbien und Bosnien findet man bis in unsere Zeit den Rutenstülper. Der germanische Strohkorb soll vor 2.000 Jahren am Rhein entstanden sein. Aus der Waldbienenzucht, der Zeidlerei, eine Besonderheit des slawischen Kulturraumes, ging die Klotzbeute hervor. Pfarrer J.L.Christ entwickelte 1779 das quadratische Magazin. Pfarrer Dr. Johannes Dzierzon aus Lowkowitz in Oberschlesien (16.11.1811 bis 26.1.1906) verbesserte 1845 dieses Christsche Magazin und Berlepsch vollendete 1855 die Idee zum Hinterbehandler und zum beweglichen Wabenrähmchen. Gleichzeitig wurde auch in Amerika das Rähmchen erfunden und eine dazu passende Beute, aber für Oberbehandler. L. Langstrohts Oberbehandlungsbeute von 1851 wurde das Vorbild für die meisten heutigen Beuten in der ganzen Welt. Eigentlich waren zwar diese großen Imker keine Neuerfinder, sondern nur Nacherfinder.

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Heute wird für die Bienenwohnung Holz oder Kunststoff verwendet. Der Mobilbau Mitte 19.Jahrhundert hat den Bienenkorb immer mehr verdrängt in entlegene Gebirgsgegenden. Der Bienenstand, das heißt das Bienenhaus oder die Bienenhütte, ist typisch in den deutschsprachigen Ländern. Weltweit bevorzugt man jedoch die Freiaufstellung der einzelnen Beuten. Das Bienenhaus bietet mehr Schutz für die Bienenvölker; es ist meistens auf Hinterbehandler abgestimmt, der Imker arbeitet von hinten nach vorne. 

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In Siedlungsgebieten kann aber nicht jeder Imker der Bauordnungen wegen ein Bienenhaus bei seinem Wohnhaus errichten; er verlegt die Imkerei auf Außenstände, um zudem eine lokale Massierung von Bienen auszuschließen. Um das Nektarangebot besser auszuschöpfen, nimmt die noch bescheidene Wanderimkerei allmählich zu. Dafür eignet sich gut das Magazin mit Wetterschutz für Freiaufstellung. Bei der Magazinbeute erfolgt die Arbeit, nach Abheben des Deckels, von oben her. Die Arbeitsweise ist wesentlich einfacher und zeit­sparender. Viele Imker stellen diese Oberbehandler selbst her.

Aus "Insektenkurier", Heft 34 
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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