Honig als Nähr- und Genussmittel
Imkerphilatelie - Teil 15

Honig wird vielseitig verwendet: als Brotaufstrich, als Zusatz zu Bäckereien, Kuchen, Saucen, Salaten, Cremen, Obstsalaten oder als Süßmittel. Bienenhonig hat eine kräftigende Wirkung, ist appetit­anregend und schmeckt köstlich, ist reich an Spurenelementen, Mineralien und Eiweiß für den menschlichen Körper. Die werdende Mutter, Säuglinge, Kinder, Sportler, Geschwächte, Alternde, Genesende haben gute Erfahrungen mit Honig gemacht, vor Jahrtausenden und auch heute.

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Selbstverständlich hegt keine Biene die «Absicht», für den Menschen Honigrohstoffe zu sammeln. Der von den Bienen zubereitete Honig ist allein für Nahrung und Vorrat zum Überleben ihres Volkes gedacht. Honig ist so beschaffen, dass die Bienen ganz allein davon leben können. Tatsächlich erhält der Imker nur Honig, wenn die Bienen im Überfluss leben, denn es macht sich kaum bezahlt, ihnen den Wintervorrat wegzunehmen. Mit Zucker allein lassen sich keine kräftigen Jungen aufziehen. Hat das Bienenvolk indessen einen guten Sommer hinter sich, so beteiligt sich der Imker mit Freuden am Honigsegen. Der langjährige Durchschnitt der Honigernte pro Volk und Jahr beträgt z.B. in der Schweiz 9 kg. Als «liebliche Speise der Götter» besang Homer den Honig. Und der Wahlspruch der Römer hieß: «Iss jeden Tag Honig, und du bleibst gesund ein Leben lang!» Schon die Römer kannten ausgezeichnete Getränkemischungen aus Honig, die sie als Heilmittel einsetzten. 

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Früher wurden Bienen vorwiegend in Klöstern gehalten, um das Wachs für die Kerzen zu gewinnen. Man erkannte jedoch bald, dass sich die Erzeugnisse des Bienenstocks nicht in Honig und Wachs er­schöpften. So braute man Honigwein und Honigbier. Honig und Honigwein waren schon den Germanen, Kelten und Slawen in ihrer Urheimat bekannt. Indogermanisch «medhu» war in Britannien (England) unter dem Namen «Met» sehr beliebt. Met, das wohl älteste alkoholische Getränk, ist unter Kennern auch heute noch hochgeschätzt. Honigbier ist ein gesundes Getränk mit wenig Alkohol. Bärenfang ist ein Honiglikör aus dem Osten. Bekannt sind Honigsekt und die Vitamingetränke aus Milch, Hefe und Honig. Mit der Zeidlerei (Waldbienenzucht) im Nürnberger Reichswald ab ca. 900 entwickelte sich in Nürnberg die Lebkuchenindustrie. Grundlage: Honigteig mit Gewürzen. Für Met und Lebkuchen ging ein großer Teil des gewonnenen Honigs auf. 

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Die Lebküchler bildeten eine ansehnliche Gruppe in der Bäckerzunft. Aber auch andere Städte wurden durch ihre Lebkuchen berühmt: Straubinger Leckerl, Basler Leckerli. Braunschweiger Pfefferkuchen, Offenbacher Pfeffernüsse, Zürcher Honigtirggel. Lebkuchen sind lange haltbar, schmackhaft und durch ihren Honiggehalt leicht verdaulich. Im Pfefferkuchen ist kein Pfeffer. Früher gab es bei uns nur das Salz. Gewürze kamen von weit her, und wenn etwas mit besonderen Zutaten gebacken war, dann war es eben «gepfeffert», ob das Muskatnuss, Koriander, Zimtrinde, Nelken, Kardamom oder Pfeffer­körner waren aus fremden Ländern, eben dort, «wo der Pfeffer wächst».

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Und warum sagt man «Lebkuchen»? Lebkuchen kommt vom alten lateinischen Wort «libum» und bedeutet Fladen, und der Fladen war das alltägliche Brot, das jeder zum Leben brauchte. Damals haben Frauen in den Klöstern in der Weihnachtszeit süße flache Brote aus Mehl, Honig und Gewürzen gebacken und sie verschenkt. Aus Obst und Früchten mit Honig und Zitronensaft untermischt, lassen sich herrliche Rohkostgerichte herstellen. Auch in Sachen zum Mixen und in Saucen gibt Honig ein köstliches Aroma. Und dann die exzellenten Nachtischrezepte: Honigschnee, Honigambrosia, Honigbirnen, Fruchteis mit Honig. Wahrlich: Bienen summen uns zum Wohle!

Aus "Insektenkurier", Heft 38
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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