Pollen, Gelee Royale, Propolis, Bienengift
Imkerphilatelie - Teil 17

Neben Sortenhonigen, Met und Honiglikör liefern größere Imkereien sowie Reformhäuser auch Bienenspezialprodukte: Blütenpollen, Pollenhonig, Gelee Royale-Honig, Propolis-Tinktur, Propolis-Creme, Propolis-Honig.

Blütenpollen, die reifen, männlichen Keimzellen der Blüten, bilden mit dem Nektar die Hauptnahrung der Bienen. Sie sammeln diese Keimzellen beim Besuch der Blüten in Form von kleinen Kügelchen an den Hinterbeinen. Die Gewinnung erfolgt mittels Pollenfallen, bei denen die Bienen die Kügelchen abstreifen. Ein Bienenvolk benötigt für den Eigenbedarf etwa 50 kg pro Jahr. Nur sehr wenig davon ist für den Imker gewinnbar. Pollen setzt sich aus 30% aus Proteinen, 10-14% Fetten, 40% Kohlehydraten und 15% Wasser zusammen. Der Anteil an essentiellen Aminosäuren im Pollen ist 5- bis 7mal höher als im Rindfleisch. 

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Über 100 verschiedene Bestandteile sind in einer Ausgewogenheit enthalten wie es in der Natur einmalig ist. Kurz: eine hervorragende Proteinquelle, beachtlicher Vitamin­gehalt, wichtige Mineralstoffe, Wuchsstoffe und Hormone. Die Pollenanwendung erfolgt einerseits in natürlicher Form (gekörnt oder pulverisiert) in Verbindung mit Milch oder Mineralwasser oder anderseits in einer geeigneten Mischung mit Butter, Johannis­beergelee, Himbeergelee oder Honig. Pollen enthält alles, was der Organismus zum Leben braucht. Dabei ist das Verhältnis der Bestandteile von Pflanze zu Pflanze verschieden. Gut sind Pollen von Weide, Löwenzahn, Krokus, Apfel, Kirsche, Robinie, Esparsette, Raps, Mais, Hederich, Äckersenf, Mohn, Weißklee, Rotklee und Heide. Schlecht ist Pollen aller Nadelbäume. Bienen, die mit Fichten- und Kiefernpollen aufgezogen werden, sind so kurzlebig, wie wenn sie mit bloßem Zucker aufgezogen wären.


Apfel- und Kirschblüten sind ausgezeichnete Pollenspender
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Wenn die Biene die Blüte berührt, bleiben an ihren Beinen Pollen hängen

Arbeiterinnen füttern Königin mit Weiselsaft

Gelee Royale oder Weiselfuttersaft wird von den Bienen für die Aufzucht ihrer Königinnen verwendet. Die Inhaltsstoffe sind etwa die gleichen wie bei Pollen: Eiweiß, Aminosäuren, Vitamine, Fette, Sterole, Mineralstoffe, Zucker, 65-70% Wasser, Farb­stoffe, Antibiotika, Hormone. Gewonnen wird Gelee Royale, indem man nach der Verdeckelung der Weiselzellen diese öffnet und den Inhalt mit einem Speziallöffelchen hebt oder mit einem Vakuumgerät  absaugt.

Im Weiselfuttersaft konnten biologisch hochaktive Substanzen fest­gestellt werden, die auch auf den menschlichen Organismus positiv wirken. Das sehr rare und dementsprechend teure Bienenprodukt ist ein wichtiger Wirkstoff in der Medizin. Gelee Royale zeigt in Kombination mit fermentierten Blütenpollen erstaunliche Wirkungen bei Wechseljahrbeschwerden und ist auch Bestandteil vieler kosmetischer Produkte.

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Bestellkarten für Bienenprodukte

Propolis ist das Kittharz, mit dem die Bienen ihren Stock gegen Viren, Bakterien und Pilze absichern, Lücken in und an ihren Behausungen verkitten und von ihnen abgestochene und für den Wegtransport zu schwere Feinde damit überziehen. Die Rohprodukte holen die Bienen aus harz- und balsamartigen Ausscheidungen von Knospen verschiedener Bäume, in Mitteleuropa hauptsächlich von Pappeln, Rosskastanien, Erlen, Buchen, Birken, Lärchen und Nadelbäumen. Propolis wird nur grammweise durch Abschaben der verklebten Holzteile oder durch Einlegen spezieller Gitter, die die Bienen dann mit Propolis überziehen, gewonnen. Es enthält neben Baumharzen und Pflanzenwachsen eine Anzahl von Antibiotikastoffen, wirkt auf den Menschen antibakteriell, antibiotisch, Narben bildend und immunologisch. Gute Erfolge hat man bei Magen- und Darmbeschwerden, vielerlei Entzündungen und Hautkrankheiten erzielt. Die antiseptische Wirkung dieser wachsähnlichen, bräunlichgrünen Substanz übertrifft noch die der anderen Bienenprodukte. Nicht jeder verträgt aber Propolis. Das Wort stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet «Verteidigung einer Stadt».


Rotbuche

Lärche
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Rosskastanie
Bienen sammeln aus ihren Knospen den Rohstoff für Propolis

Bienengift ist ein Abbauprodukt des Eiweißes. Es scheint daher vornehmlich während der Brutpflegeperiode zu entstehen, wenn die Biene besonders viel Pollen (Eiweißträger) zu sich nimmt. Schlüpfende Bienen haben kein Gift; am meisten haben die 15-20 Tage alten (0,3 mg flüssiges Gift = 0,1 mg Trockengift). Die Biene kann ihre Giftblase nicht zum zweiten Mal füllen, wenn sie einmal gestochen hat, ohne daran zu sterben. Pollenfrei aufgezogene Bienen können kein Gift erzeugen. Die im Frühjahr mit viel Pollen aufgewachsenen Bienen haben das meiste Gift. Auch unter den Rassen besteht ein Unterschied. Das wasserklare Bienengift wird in der Giftdrüse erzeugt, ist ein Eiweißgift und als solches gewissen Schlangengiften verwandt. Es hat mit Aminosäure nichts zu tun. 

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Publibel-Karte aus Belgien:
Gelee Royale ist ein Stärkungs- und Revitalisierungsmittel

Bienengift wird gewonnen, indem Bienen in eine Unterlage stechen, aus der dann das Gift herausgelöst und pulverisiert wird. In der Heilkunde wird Bienengift zur Behandlung rheumatischer Erkran­kungen und Arthrosen sowie zur Heilung der ägyptischen Augen­krankheit verwendet. Hauptsächlich in östlichen Ländern wird Bienengiftbehandlung in der Medizin angewendet. Manche Leute sind überempfindlich gegen Bienengift. Im Normalfall kann ein gesunder Mensch etwa 10 Stiche gleichzeitig ohne Schaden überstehen. 200-300 Stiche gleichzeitig führen zu Atemnot, Blaufärbung der Haut, Pulsbeschleunigung, Krämpfen, Lähmung. 400-500 Stiche führen zum Tod. Bei gewissen Rassen sind aber bedeutend weniger Stiche schon lebensgefährlich. Entscheidend ist auch, welche Körperstellen gestochen werden.

Aus "Insektenkurier", Heft 39
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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