Die Organisation der Imker
Imkerphilatelie - Teil 20

Hinweis nach §86 und §86a Strafgesetzbuch: diese Seite enthält Abbildungen aus der Zeit des 3.Reiches lediglich zu Zwecken der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte.

Bis Ende 19. Jahrhundert waren es vor allem Landwirte, Lehrer und Pfarrherren, die sich mit der Bienenzucht befassten. Heute sind Bienenzüchter in allen Volksschichten anzutreffen. Die Imker sind in Bienenzuchtverbänden zusammengeschlossen. Viele sind aktive Mitglieder in ihrem Bienenzüchterverein, in ihrer Sektion oder ihrem Ortsverein. Diese Vereine sind einem Imkerverband unterstellt und diese wiederum einem Landesverband. Die Organisation der Imker ist nicht in jedem Land gleichgelagert. Verbände geben zur Wahrung und Förderung der Interessen der Bienenzüchter oft eine Bienenzeitung heraus.

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Nachnahmekarte an einen Herrn Pfarrer für den Jahresbeitrag
1918 des Bienenzüchtervereins Mitteötoggenburg (Schweiz)

Im 19. Jahrhundert organisierten sich die Bienenzüchter und gründeten überall Vereine. Die erste Bienenzucht-Aktiengesellschaft Österreichs gründeten Imker des Salzkammergutes 1821 in Bad Ischl. Die erste deutsche Bienenzeitung erschien 1838 in Oberbayern. Die erste deutsche Wanderversammlung war 1850 in Arnstadt. In Österreich wurde 1861 eine  Bienenzuchtsektion in der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft gegründet; 1869 erschien der «Bienenvater» und ist heute noch Fachblatt des Österreichischen Imkerbundes. Auf der 25. Wanderversammlung deutsch-österreichisch­ungarischer Imker 1880 in Köln wurde der Bienenwirtschaftliche Zentralverein gegründet. 

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Nachnahmekarte des Vereins Schweizerische Bienenfreunde
für die Schweizerische Bienenzeitung für das zweite Halbjahr 1908

Auf der großen Imkertagung in Frankfurt a. M. 1907 erfolgte die Gründung des ganz Deutschland umfassenden Deutschen Imkerbundes. Deutschlands «Reichsfachgruppe Imker» währte von 1933 bis 1945 mit Sitz in Berlin. In der Schweiz, wo es heute keine hauptberuflichen Imkerbetriebe mehr gibt, 24.000 Hobby-Imker um die 300.000 Völker halten, ist der Verein Deutschschweizerischer Bienenfreunde mit über 130 Sektionen der größte der drei schweizerischen Vereine im Verband Schweize­rischer Bienenzüchtervereine.


100 Jahre Imkerverein Schwarzenfeld

Viele Imkervereine und -verbände existieren seit über 100 Jahren. Erwähnenswert ist aber, dass sich schon vor über 1000 Jahren die Waldbienenhalter, die Zeidler, organisierten und zu Genossenschaften zusammenfanden, die sich ihre Vorrechte zur Nutzung vorgeschriebener Zeidelbäume sicherten.

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Imkerei ist heute eine unentbehrliche und verantwortungsvolle Voraussetzung für eine gesunde Umwelt und die Sicherheit der Welternährung. Die Imkerei der Zukunft basiert auf einer koopera­tiven Zusammenarbeit der individuellen Imker in der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung aller Bienenprodukte. Nur durch Arbeitsteilung und größere Gewinne können die Investitionen für die Produktverarbeitung, die Verpackung und die Vermarktung reali­siert werden.  

Imkervereine und -verbände sind nach wie vor bestrebt, durch Schulungstätigkeit, Wanderlehrer, Kursleiter, Imkermeister, Bera­ter, Betreuer, Bieneninspektoren und über die Bienenzeitungen ihren Mitgliedern fachlich beizustehen und weiterzuhelfen, z.B. dass die Bienenvölker besser geführt werden, die Volksstärke angehoben wird, Trachtquellen erweitert und besser ausgenützt werden und mit der Varroatose fertig zu werden. Der Imker ist ein Mensch, der im Stillen arbeitet, und somit erfährt die Bevölkerung auch wenig über die Tücken seines Berufs, seines Hobbys. 

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AFS der Reichsfachgruppe Imker e.V.

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Dass die mit der Raumplanung sich befassenden technischen Abteilungen der Behörden der Honigbiene als wichtigstes Bestäuberinsekt viel zu wenig Beachtung schenken, ist sicher auch eine Schuld der Imker, die sich oft lieber ins Bienenhaus zurückziehen, als in der spezifischen öffentlichen Meinungsbildung mitzuwirken. Junger Nachwuchs, der immer weniger vorhanden ist, sieht die Bienen­haltung vielmehr auch in der Gesamtheit des Naturkreislaufes und engagiert sich dementsprechend. Imker haben es heute schwerer denn je, vor allem in Siedlungsgebieten: Wenn Wespen auf dem Balkon oder im Gartenrestaurant den Feierabendmenschen belästigen, so müssen die Bienen des nachbarlichen Bienenstockes herhalten. 

Übrigens wenn von der Bienenzucht die Rede ist, dreht sich meist alles um den «Bienenvater». Viele vergessen aber, dass das Bienenvolk ein Frauenstaat ist. Es gibt mehr Bienenzüchterinnen als man annimmt. Frauen sind oft sachlicher als Männer. Bei den Bienenzüchtern ist das oft wie bei den Jägern: Sie erzählen gerne Jägerlatein bzw. Imkerlatein.

Aus "Insektenkurier", Heft 44
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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