Die Biene als Symbol
Imkerphilatelie - Teil 23

Allgemein gilt die Biene als Sinnbild des Fleißes und der Arbeit, der Ordnung und der Reinlichkeit, der Sparsamkeit, der Vorsorge und Wohltätigkeit, der Pflichttreue, Wachsamkeit und Klugheit, Zweckmäßigkeit und Kunstfertigkeit.

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Orden der Arbeit

Wappen von Colonia

Arbeitsorganisation

In der Hieroglyphenschrift der Ägypter war die Biene Bildzeichen für König bzw. Pharao. Die Biene galt als Zeichen der Monarchie, des königlichen Amtes und der königlichen Macht und gar als Sinn­bild der Gottheit und Unsterblichkeit. Außerdem war die Biene das Emblem Unterägyptens.

Diese Hieroglyphen stehen für "Biene" (aber auch für "Honig") und finden sich sehr oft auf alten Inschriften, weil diese Hieroglyphen als Symbol für Unterägypten zusammen mit der Binse, dem Symbol für Oberägypten, die Herrschaft des Pharaos über Unter- und Oberägypten unterstreicht.  

und

 aktuel21.jpg (38919 Byte)  Marke aus Frankreich

In der griechischen Kunst und im Symbolismus der Griechen spielte die Darstellung der Biene eine große Rolle in Kult und Wirt­schaft: als Siegelmotiv, als Goldschmuck in Bienenform, als Goldplättchen mit der Biene, auf Vasenmalerei und später auf Mün­zen. Mit dem Mutterkult kann man die herrliche Bienendarstellung auf dem goldenen Pendantif aus Malia auf Kreta in Zusammenhang bringen. Bienen und Honig waren für die Griechen etwas Geheim­nisvolles, Wunderbares, was sie mit dem Göttlichen in Beziehung brachte.

Biene auf Ersttagsstempel als Symbol
der Kunst- und Gewerbeschule Chatenay-Malabry

In der griechisch-römischen Antike galt die Biene als fleißig, aber auch als tapfer. Sie war Sinnbild der Beredsamkeit. Es finden sich Darstellungen von Homer und Platon, auf denen Bienen an den Lippen der Dichter spielen, ihnen also die richtigen Worte ein­geben. Der Bienenstaat selbst wurde oft mit der menschlichen Gesellschaft verglichen, auch später noch im Mittelalter. Die am meisten verbreitete Vorstellung war, dass der Honig nicht ein Produkt der Pflanzen und der Bienen ist, sondern des Himmels und der Luft, aus der es wie eine Art Tau herunterfalle. Die Entstehung dieser Vorstellung erklärt sich aus dem Phänomen des Honigtaus. Dies wurde zusammen mit der Bugonie - dem Glauben, Bienen entstünden aus dem Kadaver von Rindern - vom Christentum übernommen und damit die Bienen zum Symbol der Jungfräulichkeit erklärt. Die Biene wurde zum Sinnbild der Mutter Maria.

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Der Sonderstempel zum 27. APIMONDIA-Kongress
in Athen zeigt das goldenen Penantif aus Malia auf
Kreta aus dem Museum Heraclion, einen Bienendarstellung

Die Biene galt als eine Art Machtsymbol. Auch europäische Herr­scher verwendeten die Biene als Symbol der Macht und Wehrhaftigkeit. Im Grab des Childerich (+482), dem Vater des Franken­königs Chlodwig, fanden sich ein mit Bienen bestickter Krönungs­mantel sowie 300 plastisch gestaltete goldene Bienen zu je 3,1 g Goldgewicht. Die Borbonlilie der französischen Könige war die Stilisierung einer Biene mit aufgestellten Flügeln. Napoleon lies seinen Krönungsornat mit goldenen Bienen besticken, die auch auf Tapeten, Wänden und Möbeln seiner Residenz prangten. Die Wahl der Biene zur symbolischen Zierde des Krönungsmantels Napoleon I. beruhte in der vieldeutigen Symbolik der Biene, welche Wehrhaftigkeit des Volkes und Machtherrlichkeit des Herrschers nicht ausschloss. 

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150. Todestag von Napoleon - 
stilisierte Biene auf Rahmen

Denn noch im 18. Jh. sprach man vom König der Bienen. Wohl hatte zuvor der Holländer Jan Swammerdam (1637-1680) festgestellt, dass die Bienen nicht einen König, sondern eine Königin haben, die außerdem nicht die Funktion einer Herrscherin ausübt. Bienen wie auch Bienenkorb zieren Stadt- und Gemeindewappen. 

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Bienen und Bienenkorb im Wappen

In adeligen Wappen kommen Bienen vor, z.B. im Wappen des Herrn Bienemann von Bienenstamm, Kurland, dem 1798 der Adelsstand des Heiligen Römischen Reiches verliehen wurde, und im Wappen des Regimentsauditors Philipp Biener, Ritter von Bienenberg (Böhmischer Adel). Bienen befinden sich auch im Wappen des Abtes des Stiftes Strahof, Hieronymus Joseph Freiherr von Zeidler, und auf dem Papstwappen Urbanus VIII. aus dem Hause Barberini, Rom. Seit Jahrtausenden stehen die Bienen in hohem Ansehen. Beziehungen zwischen dem Menschen und der Honigbiene ziehen sich wie ein roter Faden durch die Kulturgeschichte. In den heiligen Texten jeder größeren Religion ist von der Biene die Rede.

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Bienen und Bienenkorb im Wappen

Die Bedeutung der Biene als eines der unscheinbarsten aller Nutztiere reicht somit weit über die materiellen Werte Honig, Wachs und Blütenbestäubung hinaus und erfreut sich noch heute überall ihrer Symbolik und Sprache.

Aus "Insektenkurier", Heft 45
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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