Geschichte der Bienenzucht
Imkerphilatelie - Teil 26

In Bernstein fand man Vorformen der heutigen Honigbiene: Alter 30 bis 35 Millionen Jahre. Die Biene hat damals schon in Gemeinschaft gelebt und die Nachkommenschaft aufgezogen, Pollen- und Honig­vorräte angelegt. Bienenhaltung begann ca. 4000 v.Chr. in Ägypten in Tonröhren. Die Griechen als Wanderimker kannten ab 700 v.Chr. gewölbte Bienenstöcke und die bewegliche Wabe. Um 350 v.Chr. schrieb der große griechische Philosoph Aristoteles über Bienenleben und Bienenzucht; jahrhundertelang hat man von ihm abgeschrieben. Auch Varro, Vergil, Seneca und Plinius schrieben über Bienenzucht, letzterer kannte die Anpflanzung von Honig­pflanzen an germanischen Bienenständen. Im Mittelalter stand in Europa die Bienenhaltung unter Führung der Klöster in hoher Blüte. Die Biene genoss beson­deren kirchlichen Schutz. Das bezeugen die aus dem 9. Jahrhundert bekannten Bienensegen der Klöster Lorsch, St. Peter in Salzburg und St. Gallen. Jahrhundertelang waren die Klöster füh­rend in der Imkerei.

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Biene im Bernstein
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Aristoteles - seine Bienenweisheiten galten 2000 Jahre lang als unfehlbar

Vergil - römischer Dichter, verherrlicht die Bienen

Lucius Annaeus Seneca schrieb über die "angeborenen Künste der Bienen

Kirchenvater Albertus Magnus schrieb über die Biologie der Bienen

Berufszeidlerei in Niederbayern, genossen­schaftliche Zeidlerei mit eigener Gerichts­barkeit durch Kaiser Karl IV. um 1350 beweist den hohen Stand der Waldimkerei. Ein Bienenvolk hatte so viel Wert wie eine Kuh. In den großen Wäldern im Osten und Norden Mitteleuropas hielt sich die Zeidlerei zum Teil bis ins 18. Jahr­hundert. Die eigene Zeidlergerichtsbarkeit in Deutschland währte bis 1796. Noch heute gibt es Zeidelhöfe und Zeidelhuben, Orts- und Haus­namen, die auf ehemalige Bienenzucht hinweisen.

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Zeidler am Baum

So steht im Namen «Zeiling» bei Nöstelbach in Oberösterreich, das schon 888 unter dem Namen «Cidalarin» urkund­lich erwähnt wurde, eindeutig das Wort «zeideln». 

Das 16. Jahrhundert, spätestens der Dreißigjährige Krieg brachte den Niedergang des Imkerei-Zeitalters in Europa. Ursachen: Zuckerverbilligung durch Handel mit Übersee, Rückgang des Metverbrauchs durch Hopfenanbau und Entwicklung der Bierbrauerei, besonders in Bayern, sowie verringerter Wachs­verbrauch durch die Reformation. 1604 erschien der erste deutsche Bienen­kalender von Johannes Colerus. Der Ita­liener Malpighi erforschte und beschrieb den Körperbau der Bienen. Eine echte Bienenzucht entstand aber erst im 18. Jahrhundert, wobei die Völker bei der Honigernte erhalten blieben und nicht mehr ertränkt oder ausgeräuchert wurden. 

 

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Imker und Bienenkörbe, Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert

Marcello Malpighi - Naturforscher uns Anatom, erforschte den Körperbau der Bienen
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Anton Janscha - Leiter und Lehrer der ersten Imkerschule der Welt
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Bienenvater Pfarrer Dr. Johannes Dzerzon

Mit der Gründung der ersten Imkerschule der Welt, der «Schule zur Förderung der Bienenzucht» in Wien, durch Kaiserin Maria Theresia, 1770, mit dem tüchtigen Praktiker Anton Janscha als Leiter, blühte die Imkerei wieder auf. Im 19. Jahrhundert war Pfarrer Dr. Johannes Dzierzon aus Lowkowitz in Oberschlesien der «größte Imker aller Zeiten». Im ersten Jahrgang der «Eichstätter Bienenzeitung» veröffentlichte 1845 Dzierzon seine Entdeckung, dass aus unbefruchteten Eiern einer flugunfähigen Nachschwarm-königin Drohnen entstehen (Parthenogenese) sowie seine Arbeit mit an Stäbchen hängenden beweglichen Waben.

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1880 wurde das Normalmass der Wabenrähmchen von 22,3 x 37 cm durch Dathe, dem Erfinder der Imkerpfeife, festgelegt. 1882 gab der Uhrmacher W. Wankler aus Wiersheim, Württemberg, seine Geräte und Verfahren der künstlichen Königinzucht bekannt, auf denen die ganze heutige Zucht beruht. Der österreichische Zoologe Karl von Frisch (1886-1982) eröffnete 1914 die lange Reihe seiner Forschungsarbeiten über Sinnestätigkeit, Orientierungssinn und gegenseitige Verständigung der Bienen, entdeckte 1923 die «Sprache» der Bienen in Form von Tänzen, wofür er 1973 den Nobelpreis erhielt. Das Bienenmuseum von Tilff demonstriert eindrücklich die Ge­schichte der Bienenzucht, Biene und Mensch im  Laufe der Zeit.

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Sonderstempel Bienenmuseum Tilff

Aus "Insektenkurier", Heft 47
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

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