Ambrosius - Patron der Imker

Im kirchlichen Sprachgebrauch ist ein Patron ein Heiliger, dessen Schutz jemand sich anvertraut, zum Beispiel Namenspatron, Kirchenpatron. Seit dem Mittelalter kennt man Landes- und Städtepatrone, Standes- und Berufspatrone. Die Imker haben sich gar mehrerer solcher Schutzheiliger empfohlen. Einer von ihnen ist der heilige Ambrosius (griech. = der Unsterbliche). Die Kirche gedenkt ihm jeweils am 7. Dezember.

   ambros27.jpg (47615 Byte)

Der heilige Ambrosius wurde 339 (?) in Trier geboren und starb am 4. April 397 in Mailand. Er war Kirchenvater und Bischof von Mailand (seit 374). Er führte den aus dem Osten (Syrien?) stammenden hymnischen Chorge­sang in der abendländischen Kirche ein und dichtete selbst mehrere heute noch gebrauchte Hymnen. 14 altchristliche Hymnen werden Ambrosius sicher zugeschrieben. Die ambrosianische Liturgie führte Ambro­sius wahrscheinlich ein. Er forderte das kirchliche Leben durch Fortbildung von Verfassung, Lehre und Gottesdienst.

Warum wurde Ambrosius, Lehrer der alten christlichen Kirche, zum Schutzpatron der Bienen ernannt? Ambrosius bezeichnete den Bienenkorb als Symbol und Sinnbild der Kirche.

Er wird oft mit einem Bienenkorb abgebildet. Die Legende erzählt, dass eine Biene Ambrosius Honig in den Mund träufelte. Und die Legende aurea, die goldene Legende, berichtet, dass sich bei Ambrosius als Kind in der Wiege ein Bienenschwarm am offenen Munde niederließ. Das Wunder wurde als Zeichen kommender Größe und Weisheit gedeutet und bewirkte, dass der heilige Ambrosius zum Schutzpatron der Imker ernannt wurde. 

ambros24.jpg (12372 Byte)
Die Ambrosiuskapelle in A-Göriach

Unter dem Einfluss Bischof Ambrosius bekehrte sich Augustinus (354-430) zum Christentum und wurde von Ambrosius 387 getauft. Augustinus, der sich 385 von seiner Lebensgefährtin, mit der er einen Sohn hatte, trennte, wurde Kirchenvater und 396 Bischof von Hippo. Auch er soll sich mit Bienen aus­inandergesetzt haben. Das Fest des heiligen Augustinus ist am 28. August. So wie heute Autos, Häuser, Ställe gesegnet werden, stellte man einst durch einen «Bienensegen» die fleissigen Tierchen unter Gottes Schutz. Besonders die fortfliegenden Schwärme wurden seiner Fürsorge anvertraut. Denn Honig war und ist eine wahre Gottesgabe, der Gesundheit des Menschen besonders zuträglich. Das Verhalten der Biene gab Anlass, die Zukunft zu deuten. 

Sie war sogar das Symbol der Seele und vor allem vieler menschlicher Tugenden. Kein Wunder, dass die Heiden den Bienen besondere Schutzpatrone zudachten. Pan, Priapos und Mellona hießen die Götter, die sich den Bienen annehmen sollten.

Die Kirchenväter erblickten in den Bienen ein Symbol christlicher Jungfräulichkeit. In der altchristlichen Osterliturgie wird ein Lobpreis auf die Bienen gesungen; sie bereiten ja das Wachs für die Osterkerze. Nach gewissen Quellen gilt der heilige Ambrosius als Erfinder des kirchlichen Hymnus auf die Biene.

Aus "Insektenkurier", Heft 71
mit freundlicher Genehmigung der ArGe "Entomologie"

Eine Seite zurück / one page back

      www.Bienenmarken.de     
Die Welt der Bienen auf Briefmarken
The world of bees on stamps

© 2004-2011 by TAURACHSOFT

zur Startseite / to the start