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Die Biene im Spiegel der Briefmarke
| Das Leben und Wirken der
Bienen ist mittlerweile auf vielen Marken aus aller Herren Länder
dargestellt. Dieser Artikel versucht dies aus imkerlichen Sicht
zusammenzufassen.
Blüten + Bienen = Obst Hinter dieser Aussage verbirgt sich die Tatsache, daß alle Pflanzen - abgesehen von dem geringen Teil, der durch den Wind bestäubt wird - auf Befruchtung durch Insekten angewiesen sind. Und das übernehmen zu etwa 70 bis 80% die Bienen (bzw. Wildbienen), da sie meist blütenstetig sind, das heißt, sie befliegen nur eine Art zur gleichen Zeit, und nicht wie andere Insekten jede sich bietende Blüte. Andererseits sind die Bienen auf Nektar und Pollen der Blüten angewiesen, eine wundersame Wechselwirkung in der Natur. Ein Satz aus Monaco stellt dies sehr schön dar: „Im Kleinen zeigt sich die Natur oft am Größten“ Die drei Bienenwesen In einem Bienenvolk befinden sich im Sommer zur besten Trachtzeit: eine Königin, auch Weisel genannt, ca. 500 bis 800 Drohnen und 60.000 bis 100.000 Arbeitsbienen. Eine Königin wird bis zu 4 Jahren alt, die Drohnen leben nur bis zu vier Monaten und nur im Sommer, sie sterben entweder beim Begattungsakt oder sie verhungern, nachdem sie im Spätsommer aus dem Bienenstock vertrieben wurden. Die Arbeitsbienen leben im Sommer etwa 6-7 Wochen, die Winterbienen etwa 5 Monate. Die weiblichen Bienen (Königin und Arbeitsbienen) entstehen aus befruchteten Eiern, die Königin erhält besonderes Futter, dadurch entwickelt sie sich vollständig. Die Arbeitsbienen haben verkümmerte Fortpflanzungsorgane. Die männlichen Bienen (Drohnen) entstehen aus unbefruchteten Eiern. Diesen Sachverhalt hat Dzierzon erforscht (s.u.) Die Bienen untereinander sind Geschwister oder Halbgeschwister (Mehrfachbegattung der Königin). Die Königin ist die Mutter aller Bienen im Stock. Die Bienen haben einen Vater, er ist aber schon tot, da er bei der Begattung starb. Die Drohnen haben keinen Vater, allenfalls einen Großvater, da sie aus unbegatteten Eiern entstehen. Die Tätigkeit der Bienen Zu den Tätigkeiten der Bienen u.a. gehören folgende Aufgaben:
Anfänger der Imkerei Bevor man die Gewinnung von Zucker aus Zuckerrüben, bzw. Zuckerrohr erlernte, war Honig das einzige bekannte Süßungsmittel und deshalb ein wertvolles Handelsgut. Die Honigernte wurde schon frühzeitig von den Menschen betrieben, wie früheste Höhlenmalereien beweisen. Sein Wert wird im Alten Testament und von den Ägyptern der Antike beschrieben. Bei vielen Völkern galt Honig als göttlich und heilkräftig. Die steinzeitliche Höhlenzeichnung von La Aranas bei Valencia in Spanien (entstanden zwischen 10.000 bis 5.000 v.Chr.) zeigt eine Honigjägerin bei der Ernte von Waben.
Ähnliche Felsmalereien, die den Honigraub darstellen, kennt man von den indischen Mahadeo-Hügeln aus dem 7. bis 6.J ahrtausend v.Chr. und von Buschmännern aus Südafrika, entstanden zwischen 1.600 und 1.800 nach Chr. Älteste Darstellung von Bienenwaben und der Entwicklung der Biene ist auf einer Wandmalerei im Tempel von Catal Hüyük in Anatolien aus der Zeit um 6000 v.Chr. bekannt. Der Tempel war einer MutterGottheit geweiht, die Darstellung der Bienenwaben mit Brut gilt als Fruchtbarkeitssymbol. Ein altägyptisches Relief aus dem Tempel des Neusere-re in Abusir stellt die Bienenzucht um 2.600 v.Chr. vor. Wie im Sommer 2007 durch die Presse ging, haben kurz vorher israelische Forscher bei Tel Rehov Überreste von 11.000 (!!) Jahre alten Bienenkörbe entdeckt (zum Vergleich: "Ötzi" ist gute 5.200 Jahre alt und entstammte der "Kupferzeit"). Die Forscher der Hebrew University fanden 30 in Reihe angeordnete, aus Lehm und Stroh geformte Bienenstöcke, welche etwa 80cm lang und ca.40 cm im Durchmesser aufwiesen. An der Seite hatten alle Körbe ein kleines Einflugloch. Die Unterbringung der Bienen - damals wie heute Durch Funde weiß man, dass die Bienenhaltung in Tonröhren schon vor über 6.000 Jahren von den Ägyptern betrieben wurde. Später entwickelten sich auch Bienenrassen, die sich dem nördlichen Klima Europas anpassten. Die älteste und natürlichste Bienenwohnung ist die vom Specht in den Baum gehauene Höhle, daraus entstand dann die Klotzbeute. Vor etwa 1000 Jahren entwickelte sich in Europa die Zeidlerwirtschaft, die bis ins 18. Jahrhundert andauerte. Darunter versteht man die Pflege und Nutzung der Bienen, die in Höhlungen von Waldbäumen leben. Der Block aus der Ukraine zeigt einen Blick in die historische Waldimkerei:
Die Entwicklung der Bienenunterkünfte im Detail Aus dem Baumstamm ausgesägte Hohlräume: die Klotzbeuten: Die nächste Entwicklungsstufe war der geflochtene Korb, entweder als der hier bekannte Stülper: Oder der im französischen Sprachraum übliche Rutenstülper: Allerdings: je exotischer das Land, desto exotischer auch die Bienenbehausungen: Um Krankheiten, Diebe und böse Geister fernzuhalten wurden bei jedem Bienenstand ein sogenannter Bannkorb aufgestellt. Das war ein Korb, der mit einer Maske versehen wurde. Als zur Zeit letzte Entwicklungsstand sind viereckige Stöcke mit beweglichem Wabenbau üblich (Magazinenbeuten). Wirtschaftsgut Honig Honig war, wie oben schon erwähnt, lange Zeit das einzige Süßungsmittel für Speisen und Getränke. Napoleon, der franz. Kaiser, gab der Praxis der französischen Bienenzucht einen neuen Impuls. Am 16. Mai 1806 veröffentlichten die englischen Behörden ein Dekret, das die Meeresblockade Europas befahl. Napoleon erwiderte dies 1807 durch die kontinentale Blockade. Der Handel zwischen dem europäischen Kontinent und seinen Kolonien wurde unmöglich. Der Preis für den halben Zentner Rohrzucker wurde zwischen 1805 und 1811 versiebenfacht. Um die Honigproduktion zu fördern befahl Napoleon in 1804 eine jährliche Zählung der Anzahl der gegenwärtigen Bienenstöcke im Imperium. Jeder Eigentümer erhielt von der Kasse des Staates eine Prämie von zwei Francs pro Bienenvolk. Bienen waren außerdem als Zeichen der Macht auf seinen Prachtgewändern eingewoben bzw. aufgestickt. Bienen in der Kunst Viele Frühdrucke und Gemälde zeigen Bienen und Honignutzung. In den Werken von Hans von Vintler "Die Blumen der Tugend" (15.Jh.) sind Bienenbeuten mit einem Bär dargestellt, der Honigraub begehen will und von den Bienen gestochen wird. Auf dem Gemälde von Mathia: Grünewald (1480-1528) "Die Stuppacher Madonna" sind alemannische Rumpfbeuten dargestellt, auf dem Bilde "Der Bienenzüchter" (1565) von Pieter Breughel sind niederdeutsche Stülper wiedergegeben und Imker bei der Arbeit.
Die ältesten Aquarelle, die Insekten darstellen, stammen vermutlich aus dem 16.Jh. Sie befinden sich im Tier-Kodex des Petrus Candldus Dezembrus (1399-1477) und wurden lange nach dem Tode des Verfassers angebracht. Auf jeder Seite ist unten ein 6/2 cm breiter Rand, auf dem u.a. Maulwurfsgrille, Gottesanbeterin, Wespe, Fliege, Biene, Schmetterling dargestellt sind. Das Werk befindet sich in der Bibliothek des Vatikans. Frühere Darstellungen von Insekten in Werken befinden sich in chinesischen, persischen und indischen Schriften. Zeitgeschichtlich kennzeichnend sind die Bücher der Theologischen Zoologie, die sog. biblische Zoologie, wissenschaftlich sind die Abbildungen wertlos.
Wie die Handschrift vom Buchdruck, so wurde auch das Aquarell vom technischen Verfahren abgelöst. Das älteste war der Holzschnitt. Die Kunst des Holzschnittes führte aber oft zu einer Verzerrung der Illustrationen. Ein Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert, der die Bienenzucht darstellt: Verschiedene, von Kindern gestaltete Bienen-Briefmarken: Berühmte Imker- und Bienenforscher Bisher lassen sich nur wenige berühmte Imkerpersönlichkeiten philatelistisch belegen. Bienen in der Literatur Vergil ist neben Horaz der bedeutendste römische Dichter der „Augusteischen Zeit“. Wie die Griechen glaubte auch er, dass Bienen spontan aus Tierkadavern entstehen. In seinem Werk „Georgica“ hebt er in seinem 4. Band: "Welt der Bienen" die moralische Einzigartigkeit der Bienen hervor. Aus aktuellerer Zeit stammt von Kieler Waldemar Bonsels (1880-1952) das bekannte (und später auch verfilmte) Buch der "Biene Maja". Auch wenn viele dort enthaltene Geschichten kindgerecht geschrieben sind, zeigt es doch bei genaueren Hinsehen viele Details aus dem Leben und dem Stock der Honigbiene. Obwohl nichts dergleichen bekannt ist, muss Bonsels ein ausgezeichneter Kenner der Materie gewesen sein. Biene als Symbol der Sparsamkeit "Fleissig wie die Bienen" - wer kennt diesen Spruch nicht. Unermüdlich schaffen die kleinen Insekten den ganzen Sommer über Vorräte in ihre Behausung. Kein Wunder, dass viele Symbole des Sparens und Sammelns (oft aus dem Banken- & Sparkassenbereich) mit den Bienen in Verbindung gebracht werden. Werbung auf Briefmarken Die klassischen Ausgaben für die Honigwerbung auf Briefmarken sind die heute unerschwinglichen Zusammendrucke / Werbeanhänger der Germaniamarken der Firmen Gühler, Zeh und Schmidt: In Belgien wirbt eine für den Honigabsatz. In Luxemburg kommt von Zeit zu Zeit ein entsprechender Einsatz im Maschinenwerbe-Stempel des Postamtes Luxemburg l zum Einsatz. Aus Deutschland ist ein Stempel aus dem Jahr 1932 aus Bergen (Landkreis Gelle) bekannt, der für Heidehonig wirbt. Werbung auf Freistempelabdrucken Eine unüberschaubare Anzahl von Werbeeinsätzen in Freistempelmaschinen zeigen Bienen und Bienenprodukte. Hier eine kleine Auswahl: Schließlich sind hier noch Marken aus der Dominikanischen Republik und Mexico genannt, die auf den Honig-Export hinweisen: Bienen und der Naturschutz Da die Bienen ein wichtiger Faktor in der Natur sind und auch ihren Beitrag zur Erhaltung der Natur beitragen, werden sie auch auf Naturschutzausgaben dargestellt: Die französische Postverwaltung gab im Jahr 1979 ebenfalls eine Marke zu diesem Thema heraus, die auch eine Biene zeigt. 1984 erschien in der Bundesrepublik Deutschland die erste Briefmarke mit einem Bienenmotiv. Leider blieb es bei dieser einen Marke ... Apimondia 1897 fand in Brüssel der erste Internationale Imkerkongress statt. In mehr oder weniger großen Zeitabständen wurden in verschiedenen Städten diese Kongresse durchgeführt, seit 1961 regelmäßig im Abstand von zwei Jahren. Die ersten Kongresse sind philatelistisch nicht zu belegen. Der erste Kongress, der belegt werden kann ist der 16. Kongress Wien 1956 mit einem Sonderstempel. |
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