Der langwierige Weg zur Biene


Im 28.5.1986 wendet sich der 1. Sekretär des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) an den Minister für Post- und Fernmeldewesen. In letzter Zeit, so schreibt er, hätten Verbandsmitglieder des öfteren Vorschläge unterbreitet, die die Herausgabe von Sonderpostwertzeichen mit Motiven aus dem Wirkungsbereich des VKSK betreffen. Diese möchte der Zentralvorstand unterstützen und wende sich deshalb an den Minister. 

Im Frühjahr 1988 sei der 6. Verbandstag des VKSK vorgesehen, das wäre eine gute Möglichkeit, solch eine Serie Sondermarken in den Emissionsplan aufzunehmen. Vorschläge für Motive wolle man gern unterbreiten.

Das MPF schickt die in solchen Fällen stereotype Antwort. Über derartige Vorschläge entscheide der Minister im l. Quartal 1987, bis dahin möge man sich gedulden. Tatsächlich meldet sich das MPF bereits im Januar 1987 wieder und teilt mit, daß man die Absicht habe, zum Thema "Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter" eine aus drei Werten bestehende Sonderpostwertzeichen-Serie mit Ersttagsbrief und Sonderstempel vorbereiten zu lassen. Die dazu erforderlichen Gestaltungsvorschläge und Unterlagen werden bis 30.1.1987 erbeten.

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Dann gab es offensichtlich Schwierigkeiten. Denn am 10. November 1988 wendet sich der Zentralvorstand des VKSK erneut an den Postminister und erinnert an die Zusage, im Frühjahr 1988 dem 6. Verbandstag Sondermarken, FDC und Sonderstempel zu widmen. Zwar habe die Kommission zur Beurteilung von Postwertzeichen-Entwürfen den vorgelegten Entwürfen nicht zugestimmt, doch sei Übereinstimmung erzielt worden, daß nach entsprechenden Änderungen durch die Grafiker die Serie zum 30. Jahrestag des VKSK im November 1989 erscheint. 

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Jetzt habe man jedoch bei einer telefonischen Nachfrage erfahren, daß der Emissionsplan beschlossen sei und das Anliegen des VKSK erst 1990 berücksichtigt werden könne. Das sei dann aber neu zu beantragen. Mit dieser Verfahrensweise könne man sich nicht einverstanden erklären.

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Dieses Schreiben bringt den Minister in Harnisch. Er versieht es mit dem handschriftlichen Vermerk "Zusagen sind einzuhalten". Und es führt zu einer längeren Stellungnahme der zuständigen Abteilung , die den ganzen Werdegang noch einmal ausführlich auflistet. Danach hatte die Kommission zur Beurteilung von Entwürfen zweimal beraten und war beide Male zu dem Ergebnis gekommen, daß die Entwürfe nicht zufriedenstellen. Weil der in seiner Freizeit tätige Mensch nicht gezeigt werde. Deshalb wurde empfohlen, neue Entwürfe anfertigen zu lassen und einen weiteren befähigten Grafiker mit dem Thema zu beauftragen - jedoch ohne Erfolg.

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Daraufhin habe der VKSK den Vorschlag unterbreitet, eine Emission zum 30. Verbandsjubiläum vorzusehen. Eine Zusage sei aber nicht gegeben worden.

Dieser Werdegang wird auch noch einmal in einer Aussprache mit Vertretern des VKSK dargelegt. Dabei wird der Vorschlag gemacht, der VKSK möge sein Jubiläum mit einem Sonderstempel und ggf. Maschineneinsatzstücken populari­sieren. Auch gäbe es die Möglichkeit, in eigener Verantwortung Karten- und Umschlagganzsachen anfertigen zu lassen. Dafür wolle das MPF prüfen, welche themenbezogenen Postwertzeichen dafür zur Verfügung ge­stellt werden können.

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Außerdem wurde zugesagt, Vorschläge des VKSK für den Emissionsplan 1990 oder auch später zu prüfen. Ausgangspunkt der Überlegungen sollte dabei sein, auf die umfassende grafische Gestaltung der Belange des VKSK zu verzichten. Stattdessen sollte man sich Themen zuwenden von allgemeinem Interesse, "die immer philatelistisch gefragt sind und ökonomischen Umsatz für die DDR garantieren". 

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Als Beispiele werden in Fortsetzung der 1979 emittierten Serie "Rassegeflügel" analoge Themen empfohlen.

Das Ende vom Lied

Herausgekommen ist bei all diesen Überlegungen und guten Ratschlägen die Serie "Die Biene" (s. Abb.), die am 9. Januar 1990 an die Postschalter kam.

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Quelle: Bundesarchiv, DM 3 Ministerium für Post- und Fernmeldewesen, 27636

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