Unter brummendem Flugton fliegen sie
über die Blumenwiesen und naschen friedlich vom Nektar der Blüten.
Verwandt mit der Honigbiene sind Hummeln durch ihre Größe und den
dichten Pelz jedoch gut von diesen zu unterscheiden. Auch in der
Lebensweise weichen Hummeln sehr stark von ihrer häuslichen
Verwandtschaft ab. Die schwarz-gelben Brummer leben in einem «Sommerstaat».
Hummeln sind Sympathieträger. Dabei geht es jeden Sommer im Hummelstaat
um Machtentfaltung, Intrigen und schmachvollen Untergang.
Mit 400 bis 500 Arten bewohnen Hummeln
vor allem gemäßigte Zonen auf der Nord- und Südhalbkugel. In Asien.
Europa und Nordamerika bevorzugen sie winterkalte Gebiete. Einige Arten
stoßen in Alaska, Sibirien und Grönland sogar bis über den Polarkreis
vor. Durch ihre robuste Konstitution, dem dicht behaarten Pelz und der Fähigkeit,
den Wärmehaushalt ihres Körpers zu regulieren, können einige Arten
bei Temperaturen bis gegen den Gefrierpunkt fliegen. Die ersten
widerstandsfähigen Arten erscheinen bei uns ab Mitte März.
Es
gibt 31
mitteleuropäische Hummelarten
Eine sichere Unterscheidung aller
dieser Hummelarten ist sehr schwer. Dennoch können die weiblichen Tiere
der acht häufigsten Hummelarten Mitteleuropas relativ sicher anhand
ihrer Farbmerkmale im Freien unterschieden werden. Die acht häufigsten
Hummelarten sind: Gartenhummel, Ackerhummel, Wiesenhummel, die Dunkle
und die Helle Erdhummel, die Baumhummel, Steinhummel und Waldhummel.
Eine Verwechslung der Steinhummel
mit der Obsthummel oder der Alpenhummel ist jedoch nicht sicher auszuchließen.
Der Bestand der genannten häufigsten Hummelarten ist stabil. Alle Arten
sind Kulturfolger.

Die einzelnen Hummelarten lassen sich
nicht durch ihre Körpergröße unterscheiden. Die Körpergröße einer
Hummel gibt jedoch Aufschluss darüber, ob sie sich im Frühjahr oder im
Sommer entwickelt hat. Nach der Koloniegründung im Frühjahr durch die
Königin sind die ersten ein bis zwei Generationen die kleinsten
Arbeiterinnen des Volkes. Die nachfolgenden Arbeiterinnen sind größer
bis sich schließlich gegen Ende im Jahreszyklus eines Hummelvolkes die
größten Tiere, das heißt Drohnen und zukünftige Königinnen
entwickeln. Kleinere Hummeln sind also nicht junge Hummeln, sondern die
älteren Tiere eines Hummelvolkes.
Nektar-
und Nistplatzsuche
Nach dem Erwachen aus der
Winterstarre suchen die Königinnen zuerst blühende Pollen- und
Nektarspender: Weidenkätzchen. Purpurrote Taubnessel, Johannis- und
Stachelbeeren und auch Obstbäume. An einem geschützten Ort im Boden überwintert,
sind sie zunächst ganz auf sich allein gestellt und beginnen ihr Leben
wie eine Einsiedlerin. Während der Nektar die nötige Flugenergie
liefert, bewirkt der Pollen eine rasche Entwicklung der Eierstöcke. Nun
sucht die Hummel einen geeigneten Nistplatz. Die meisten artspezifischen
Niststandorte befinden sich teils unterirdisch in verlassenen Maulwurfs-
oder Mäusekesseln, teils an der Bodenoberfläche, unter Moos, in der
trockenen Grasnarbe oder dann in einer moosigen Baumhöhle, in
Vogelnestern, Nistkästen und Gebäuden.
Wichtig ist, dass die Unterkunft
Trockenheit und Schutz bietet. Handballgroß soll ihre Bleibe sein.
Nistkästen werden gut angenommen, wenn sie frühzeitig im Jahr
aufgestellt werden.
Ein
Hummelstaat wird gegründet
Im Gegensatz zum
Bienenstaat geht jedes Hummelvolk im Herbst durch Hunger und Kälte
zugrunde. Nur die großen und wohlgenährten Königinnen überleben,
aber auch diese werden durch die langen Fastenmonate unter der Erde
dezimiert. Von 100 Königinnen wird meist nur eine einen Nistplatz in
Besitz nehmen und einen Staat gründen. Das begattete Weibchen, die zukünftige
Königin, legt nach dem Nestbau einen Wachsbehälter für die erste Brut
und einen Vorratstopf für Honig an. Wachs schwitzt sie aus Drüsen
ihres Hinterleibs aus. In die Brutzelle legt sie ein paar reiskorngroße
Eier und überzieht sie mit einer dünnen Wachsschicht, bevor sie sich
wie eine Glucke auf das Gelege setzt. Drei Wochen nach der Eiablage schlüpfen
vier bis sechs bleiche Hummeltöchter aus der Puppenhaut, die ersten
Arbeiterinnen im Hummelvolk.

Arbeitsteilung
in friedlicher Hierarchie
Wenn der Nachwuchs auf
etwa 12 Tiere angewachsen ist, entwickelt sich im Hummelnest eine
Arbeitsteilung. Während die einen ihre Mutter zum Blütenbesuch
begleiten, bleiben andere ein Leben lang im Bau beschäftigt. Hat der
Staat Ende der ersten Maiwoche eine bestimmte Größe erreicht, fliegt
die Königin nicht mehr zum Pollensammeln aus. Die Arbeiterinnen übernehmen
jetzt die Versorgung. Mitte Mai besteht das Volk aus etwa 24 Tieren. Die
Hierarchie funktioniert: Die Arbeiterinnen pflegen den Nachwuchs,
modellieren Wachsgefäße und plündern die Blüten der Umgebung. In
kleinen Drüsen der Beißzangen produziert die Königin einen Duftstoff,
der die Arbeiterinnen daran hindert, selbst Eier zu legen. Jede Hummel
hat außerdem ihren individuellen Geruch, an dem jedes Mitglied im Stock
seinen Rang innerhalb der Hierarchie erkennt. Treffen zwei Tiere
aufeinander, betasten sie sich kurz, dann macht das untergeordnete den
Weg frei. Am Eingang des Nestes erblickt der «Hummel-Tuter» zuerst das
Licht des Tages und beginnt kräftig zu tuten. Innerhalb von zwei
Minuten beginnen die Innendienst-Arbeiterinnen im dunklen Bau folgsam
mit Brutpflege, Bauarbeiten und Säuberung. Die Sammlerinnen summen zum
Blütenbesuch hinaus, zum Ernten von Nektar und Blutenstaub.
Wie
kommt die Hummel zum Blutenstaub ?
Bei der Landung in der Blüte
lässt bereits ihr lautes Summen die Staubbeutel platzen. Die mit den Blütenblättern
«kämpfende» Hummel wird regelrecht eingepudert. Somit ist die Bestäubung
der nächsten Blüte garantiert. Pflanze und Insekt arbeiten dabei «musikalisch»
zusammen. Das Hinterleibs-Vibrieren der Hummel erzeugt einen Ton von
genau 360 Schwingungen pro Sekunde und genau hierbei gerät der
Staubbeutel der Blüte so stark in Resonanzschwingungen, dass er platzt.
Dieses Vibrationssammeln, bei dem der Pollen von dem besuchenden Insekt
erst aus den Staubbeuteln durch selbsterzeugte Vibrationsstöße
herausgeschüttelt werden muss, haben Gärtner in großem Umfang in der
Tomatenproduktion im Glashaus genutzt. Sie kaufen Hummelvölker und
setzen diese im Gewächshaus aus.
Der lange Rüssel, das größere
Körpergewicht und die kräftigere Statur gegenüber der Honigbiene
bieten weitere Bestäubungsvorteile. So zum Beispiel das mühelose
Eindringen in «Verschlussblüten» wie Lupine. Besonders Pflanzen mit
langen und tiefen Blütenkelchen sind auf eine Bestäubung durch Hummeln
angewiesen, unter anderen Eisenhut. Rittersporn. Weiße Taubnessel und
der Fingerhut. Auch viele Kulturpflanzen haben sich auf einen Blütenbesuch
durch Hummeln eingestellt: Ackerbohnen, Wicken, Erbsen, Bohnen, Ölrettich,
Senf, Raps, Buchweizen, Zwiebelgewächse, Beeren- und Obstgehölze und
besonders Luzerne und Rotklee. Bei mitteleuropäischen Rotkleekulturen
beträgt die Bestäubungsleistung der Hummeln 70 bis 100%. Als die Engländer
den Klee nach Neuseeland brachten, vermehrten sich die Pflanzen nicht,
bis man - einem Rate Darwins folgend - auch Hummeln dort einsetzte.

Fleißiger
Blütengast sichert den Ertrag
Hummeln
können bis zu 60% ihres Körpergewichtes an Pollen transportieren.
Dieser dient, vermischt mit Honig, hauptsächlich zum Füttern der
Larven. Allein zur Deckung ihres eigenen Energiebedarfs mit 150mg Nektar
pro Tag muss eine Hummel etwa 450 Blüten aufsuchen. Die tägliche
Sammelleistung liegt also noch weit höher. Hummeln gehören zu den fleißigsten
Blütenbesuchern. Im Vergleich mit der Honigbiene sucht sie in der
gleichen Zeit die 3- bis 5-fache Anzahl von Blüten auf. Sie besucht
etwa 10 bis 20 Einzelblüten pro Minute. Der Bestäubungswert eines
Hummelbesuchs entspricht dem von drei Bienenbesuchen.
Da sich Hummeln mit ihren großen Augen
auch noch in der Dämmerung zurechtfinden, sind sie spät am Abend und
schon wieder sehr früh am Morgen unterwegs. Selbst bei regnerischem und
stürmischem Wetter fliegen diese schweren Insekten. Die Dunkle
Erdhummel ist noch bei Temperaturen bis zu 0 °C im Stande zu fliegen,
da sie durch ihre Brustmuskulatur die eigene Körperwärme regulieren
kann. So verhindern Hummeln auch in Jahren mit ungünstiger Witterung
einen völligen Ernteausfall, da dann 25 bis 50% aller Blütenpflanzen
allein durch Hummeln bestäubt werden. Bei ihren Sammelflügen
übertragen Hummeln Sporentetraden des Kreuzhefepilzes. Frisst ein
Wiederkäuer pilzbefallene Pflanzen, verwandeln die Pilze im Magen der
Tiere unverdauliche Zellulose in verdauliche Nahrung und sorgen für die
Bildung von Panseneiweiß. So werden die Tiere widerstandsfähiger und
Milchleistung und Wolleproduktion werden gesteigert.

Wichtige
Hummeltrachtpflanzen
Die Überfamilie zu der die Hummeln
gehören wurde erstmals 1980 unter Schutz gestellt. Es ist verboten,
diese Tiere zu fangen, zu töten oder ihre Nist- und Zufluchtsstätten
zu beschädigen oder zu zerstören. Wichtig ist die Erhaltung und
Schaffung von Nistplätzen einerseits und Trachtpflanzen anderseits.
Wichtige Hummeltrachtpflanzen sind: Krokus, Akelei, Rittersporn,
Eisenhut, Schlüsselblume, Beinwell, Fingerhut, Mohn, Melisse,
Pfefferminz, Salbei, Erika, Zierjohannisbeere, Goldregen, Sommerflieder,
verschiedene Leguminosen, Phacelia, Sonnenblume, Beerenobst und Obstbäume,
Günsel, Löwenzahn, Flockenblume, Kleearten, Schöllkraut, Ochsenzunge,
Königskerze, Malvenarten, Distelarten, Kornblume, Thymian, Dost, Echtes
Johanniskraut. Hummeln benötigen vom Frühjahr bis zum Herbst ein
ununterbrochenes Nahrungsangebot, denn schon 3 bis 5 Tage Hunger können
für einen Hummelstaat das Ende bedeuten.

Aufstand
im Hummelnest
Der Rang im Frauenstaat der Hummeln ändert
sich. Sammlerinnen sind schlecht dran, sie verzehren ihre Kräfte im
Flug. Bessere Chancen haben Nesthummeln. Die Eierstöcke der Königin
sind ab Juni so geschwollen, dass sie sich zur Eiablage nur noch
schleppend durch die Reihen der Untertanen gibt. Stets folgen ihr die fünf
ranghöchsten Nesthummeln. In der ersten Julihälfte ergreift Unruhe den
Staat. Der Duft der Königin verliert sich in der Masse. Damit büßt
sie auch ihr Fortpflanzungsmonopol ein. Zwar ist sie die einzige Hummel,
die sich im Sommer zuvor mit Drohnen gepaart hat und stets befruchtete
und unbefruchtete Eier legt, also für weiblichen und männlichen
Nachwuchs gleichermaßen sorgt. Aber nicht die Königin bestimmt, wann
im Frauenstaat Männchen produziert werden.
Wenn das männliche Geschlecht unerwünscht
ist, also vom Frühjahr bis Juli, greifen die Arbeiterinnen zu einem
rabiaten Mittel: Sie fressen alle männlichen Eier auf. Im Juli bauen plötzlich
mehrere Arbeiterinnen eigene Ei-Näpfchen und versuchen, Teile des
Nestes in Besitz zu nehmen. Immer mehr Weibchen legen unbefruchtete
Eier. Die Königin erschöpft ihre Kräfte bei deren Zerstörung. Etwa
Mitte Juli wird die Königin mit vereinten Kräften aus dem Nest
verjagt. Am Tag nach dem Putsch liegt sie tot vor dem Bau.

Geheimrezept:
Liebestrank der Drohnen
Mit dem Aufstand im Hummelnest
protegieren die Hofdamen ihre eigene Brut im Hummelnest. Die neuen
Machthaberinnen können aber nur unbefruchtete Eier legen, aus denen
Drohnen schlüpfen. Im August sind die männlichen Hummeln flügge
geworden. Drohnen vergreisen so schnell, dass sie schon im Alter von
drei Tagen sterben würden, wenn sie sich nicht mit einem alkoholischen
Zaubertrank jugendfrisch halten könnten. Beim Blütenbesuch zum Zweck
der Selbstversorgung extrahiert der Jungdrohn, der künftige Bräutigam,
aus den Kelchblättern einen aliphatischen Alkohol, Fernesol. Dieses
Elixier speichert er in einer kleinen Blase im Kopf, um
sich damit jugendfrisch zu halten und um damit Weibchen
anzulocken. Mit diesem Zaubertrank kann er sich also nicht nur bis
zum Hochzeitstanz fit halten, er setzt den Verjüngungssaft auch als
Liebestrank ein. Insektenforscher haben dieses Elixier für
Langlebigkeit einmal menschlichen Probanden verabreicht, leider ohne
Erfolg. Menschen sind keine Hummeln.

Königinnen
für den nächsten Sommer
Auf der Hummelbrautschau wird die
Wundermedizin für einen anderen Zweck schnell verbraucht. Das Hummelmännchen
markiert in einem Kreis von 350 bis 400 Meter Umfang etwa zwanzig Plätze
an Büschen, Baumstümpfen, einzelnen Steinen, Heidekraut oder Grasbüscheln
mit dieser Jugenddroge. Dann fliegt der Jungdrohn ständig im Kreise auf
der Suche nach einer jungen Hummelprinzessin, die den Duft einer der
markierten Stellen bemerkt hat und zwecks sofortiger Paarung auf ihn
wartet. Der Prinzgemahl stirbt unmittelbar danach. Innerhalb weniger
Wochen paaren sich die jungen Königinnen des nächsten Sommers, von der
alten Monarchin am Ende ihres Lebens hervorgebracht, mit einem oder
mehreren Drohnen. Die junge Königin kehrt nie mehr in ihren Mutterstaat
zurück. Dieser existiert vielleicht bereits nicht mehr: Die meisten
Hummeln sind Feinden oder der Kälte zum Opfer gefallen. Das Nest bietet
keinen Raum für Wintervorräte und keinen Schutz vor Kälte. In unseren
Breiten geht jeder Hummelstaat im Spätherbst zugrunde. Die neue Königin
aber vergräbt sich rechtzeitig tief im Moos oder hinter Baumrinde, um
dort in Kältestarre zu überwintern. Sie produziert das
Frostschutzmittel Glycerol und überlebt so Temperaturen bis minus 19 °C.
Die Samen der längst verstorbenen Männchen hat die Königin seit dem
Herbst in einem «Frischhaltebeutel» aufbewahrt.
Natürliche
Feinde der Hummel
Hummeln werden von ihren natürlichen
Feinden bedroht, kommen aber ganz gut damit zurecht. Allerdings sorgt
auch hier der Mensch mit seinen Eingriffen in das natürliche
Gleichgewicht, so dass sich mancher Hummelschädling stark vermehren
kann. Milben sind kleine Parasiten, die sich an Hummeln festsetzen,
deren Panzer durchbohren und sich von den Körperflüssigkeiten der
Hummeln ernähren. Diese werden dadurch geschwächt. Ein starker Befall
kann zum Ende eines ganzen Hummelvolkes fuhren. Ameisen werden durch den
süßen Nektar angelockt. Wenn man Hummeln mit Zuckerwasser zufüttert,
werden Ameisen zur Plage. Nistkästen schützt man vor Ameisen indem man
Nistkästen auf eine Glasplatte stellt, deren Unterseite mit Pflanzenöl
bestrichen ist. Wachsmotten legen ihre Eier in das Hummelnest. Die
daraus schlüpfenden Wachsmottenarven zerfressen das Hummelnest samt
Eier und Larven. Da die Larve der Wachsmotte den Geruch des Nestes
annimmt, wird sie von den Hummeln nicht einmal als Feind erkannt.
Schmarotzerhummeln können den Hummeln
gefährlich werden. Sie bilden keine eigenen Staaten, weswegen es bei
ihnen keine Arbeiterinnen gibt. Die Schmarotzerhummeln der Gattung
Psithyrus gleichen fast völlig den Echten Hummeln, ihre Weibchen haben
aber an den Schienen der Hinterbeine keine Körbchen. Das Weibchen
dringt in die Nester bestimmter Hummelarten ein, tötet die Hummelkönigin,
beißt die Brutzellen auf und frisst die Hummeleier. An die Macht
gelangt legt die Kuckuckshummel dann ihre eigenen Eier in die
Hummelbrutzellen. Die ausschlüpfenden Larven werden von den
Bombus-Arbeiterinnen gefüttert und gepflegt wie ihre eigene Brut.

Eine der häufigsten mitteleuropäischen
Arten ist Psilhynis vestalis, die bei der Erdhummel schmarotzt und ihr
in Gestalt und Färbung außerordentlich ähnelt. Erwähnenswert ist,
dass sich Erdhummeln wie viele andere Hummelarten in ihrer Färbung
stark ändern. Neben Tieren mit weißer Hinterleibsbehaarung kommen auch
solche mit schwarzem und rotem Hinterleib vor. Alle Hummelarten bilden
auf bestimmte Gebiete beschränkte geografische Rassen aus, wobei in
manchen Gegenden jeweils alle dort vorkommenden Arten ihre Färbung in
derselben Richtung abändern.
Können
Hummeln stechen?
Hummeln können stechen und zwar
mehrmals wie die Wespe. Sie sterben also nicht wie die Biene, deren
Stachel nicht mehr herausgezogen werden kann, was sie tötet. Das Gift
der Hummel ähnelt dem Bienengift
und führt auch zu vergleichbaren Schmerzen und Schwellungen. Gefährlich
ist der Stich nicht, außer
wie bei allen Insektenstichen
für Allergiker. Hummeln sind im Allgemeinen sehr friedlich. Sie stechen
nur bei Bedrohung, zum Beispiel wenn man sie quetscht oder bei starken
Nestbeunruhigungen. Nicht selten gründet eine Hummelkönigin im März
in Kellern, Gartenhäuschen, Scheunen oder auf Dachböden unbemerkt eine
Kolonie. Im Sommer werden dann diese Nester meist als lästig empfunden.
Man sollte sie aber nicht entfernen. Schließlich kann man sich auch bis
zum Spätsommer am Ein- und Ausflug der Hummeln gefahrlos erfreuen.
Aus
"Insektenkurier", Heft 73
mit freundliche Genehmigung der ArGe "Entomologie"