Gühler-Reklamefelder in Markenheftchen
der Deutschen Reichpost
Über die länger als  20 Jahre herausgegebenen Germania-Marken kann (und wurden) schon viele dicke Bücher geschrieben. Dieser Beitrag beschränkt sich daher auf die Markenhefte "MH 2" und "MH 3" mit Reklamendrucken aus dem Jahre 1911. 


Markenheft "MH 3" von 1911
Markenheft "MH 3" von 1911


Die Heftchen kamen erstmals am 1. November 1910 an die Postschalter und enthielten zunächst nur Marken der Wertstufen 5 und 10 Pfg. mit einem Gesamtwert von 2 Mark. Sie wurden in einem Kartonumschlag mit jeweils 5 oder 6 Heftchenblättern mit je 6 Feldern geheftet, zwischen denen sich dünne weiße Blätter befanden.

Diese und ebenso die zweite, dritte und vierte Umschlagseite waren mit Reklamen bedruckt. Durch die Reklameeinnahmen wurden die Herstellungskosten voll gedeckt. Damit konnte man auf einen Zuschlag verzichten.


Der Verkauf der Markenheftchen übertraf anfänglich alle Erwartungen. Komplette Heftchen sind jedoch heute recht selten zu finden, weil sie damals als ganzes Heftchen selten aufbewahrt wurden, sondern die Marken der Frankatur dienten.

Die Heftchen mit Reklamemarken sind nur vom Februar 1911 bis Juli 1912 verkauft worden. Es gab 27 verschiedene Reklameeindrucke. Die Werbung ist durch die Firma Haasenstein und Vogler AG in Berlin betrieben worden.


Eine Auswahl der Germania-Reklameeindrucke   Eine Auswahl der Germania-Reklameeindrucke   Eine Auswahl der Germania-Reklameeindrucke
Eine Auswahl der Germania-Reklameeindrucke   Eine Auswahl der Germania-Reklameeindrucke   Eine Auswahl der Germania-Reklameeindrucke
Eine Auswahl der Reklameeindrucke


Diesen Brief muss eine Werbe-Fan gestaltet haben ...


Die Erstauflage war eine Million Stück (!) und die Heftchen wurden reichsweit verkauft. Es sind sogar Reklameeindrucke nur für die damaligen deutschen Kolonien hergestellt und vertrieben worden.

Reklamefeld für Kolonie KAMERUN   Reklamefeld für Kolonie KAMERUN   Reklamefeld für Kolonie DEUTSCH-SÜDAFRIKA


Die Markenhefte "MH 2" und "MH 3"

Bei der ersten Anordnung enthielten die Heftchen zwei Blätter mit Marken zu 10 Pfg. und drei Blätter mit Marken zu 5 Pfg. Ab 1913 setzten sich die Heftchen aus 4 Blättern mit Marken zu 5 Pfg. und 2 Blättern mit Marken zu 10 Pfg. zusammen. 

Die Wertsumme der Heftchen musste jedoch auf die entsprechenden Blätter verteilt werden, wodurch Leerfelder entstanden, die mit sogenannten Andreaskreuzen oder Reklamedrucken versehen wurden.


Das Markenheft "MH 2" (mit 2 Reklamefelder) bestand aus:

  • 1 Bogen (Mi H-Blatt 1) zu 6 Marken a 10 RPf (MiNr. 86) [ BILD ]

  • 2 Bögen (Mi H-Blatt 2) zu 6 Marken a 5 RPf (MiNr. 85) [ BILD] und

  • 1 Bogen (Mi H-Blatt 4) zu 4 Marken a 5 RPf (MiNr. 85) und 2 Reklamefelder [ BILD]


Germania-Heftchenblatt 4 mit MiNr. 85 aus MH 2
Heftchenblatt 4 mit MiNr. 85 aus MH 2


Germania-Heftchenblatt 6 mit MiNr. 86 aus MH 3
Heftchenblatt 6 mit MiNr. 86 aus MH 3


Das Markenheft "MH 3" (mit 6 Reklamefelder) bestand aus:

  • 4 Bögen (Mi H-Blatt 5) zu 6 Marken a 5 RPf (MiNr. 85) und einem Reklamefeld [ BILD ]

  • 2 Bögen (Mi H-Blatt 6) zu 5 Marken a 10 RPf (MiNr. 86) und einem Reklamefeld [ BILD ]


Manche Postkunden trennten diese Felder nicht ab, sondern klebten sie widerrechtlich mit den Marken auf die Poststücke. Dies rief den Widerspruch des Weltpostvereins hervor, auf dessen Veranlassung dann die Reklameeindrucke und Andreaskreuze fortgelassen worden sind.

Durch eine andere Zusammenstellung der Marken ab Sommer 1912 (z. B. 5 Pfg. und 10 Pfg. zusammenhängend auf einem Blatt) konnte man auf die Leer- & Werbefelder verzichten und sich mit den zwischengehefteten Reklameblättchen und dem Reklameeindruck auf den Umschlagseiten zur Erreichung der Wirtschaftlichkeit begnügen.

Eine Seite zurück / one page back

            www.Bienenmarken.de            
Die Welt der Bienen auf Briefmarken
The world of bees on stamps

© 2004-2011 by TAURACHSOFT

zur Startseite / to the start