Imkerei auf Postsachen
von Karl Schottenhammer (Regensburg)


Für mich ist der Umgang mit Bienen nicht Selbstzweck, sondern eine Aufgabe zur Erhaltung einer gesunden Umwelt. 

"Umweltschutz und Naturschutz" sind für uns Imker in der heutigen Zeit sehr wichtig! "Öffentlichkeitsarbeit und Werbung" tut not ! Mit großer Freude, Begeisterung und auch Genugtuung nehmen die Bienenzüchter und die Imker-Philatelisten aus aller Welt die Herausgabe der ersten deutschen Sonderbriefmarke mit Bienenmotiv am 12.04.84 zur Kenntnis. In einem Schreiben im Februar 1982 wurde mir als Antragsteller beim Bundespostministerium Bonn mitgeteilt, daß der Programmbeirat die schwierige Aufgabe hatte, aus 240 verschiedenen Anregungen, Themen für nur 16 Sonderbriefmarken vorzuschlagen. 

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Als dann am 12. April 1984 die erste deutsche Sonderbriefmarke mit Bienenmotiv auf den Markt kam, beantragte ich bereits im Dezember 1983 beim Deutschen Imkerbund e.V. für diesen Termin einen Sonderstempel mit Bienenmotiv  "Bienenzucht ist Natur- und Umweltschutz". Leider konnte der Deutsche Imkerbund diese Frist von sechs Wochen nicht einhalten und man einigte sich darauf den Sonderstempel anläßlich des Bayerischen Imkertages 1984 in Regensburg herauszubringen.

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Auch für den Kongreß "Deutsch­sprachiger Imker" im August 1985 in Krems habe ich mich beim "Österreichischen Imkerbund e.V.", Wien eingesetzt. 

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Aus Kostengründen wurde im August 1986 in der Schweiz leider kein Sonderstempel herausgegeben. Dafür wieder im August 1988 in Aachen. Aufgrund meiner Initiative wurde am 21.09.86 zur Freude vieler Imker-Philatelisten ein weiterer Sonderstempel in Passau auf den Markt gebracht. 

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Die Begründung zu meinem Antrag:
Poststempel sind älter als Briefmarken und hatten zunächst den Zweck, kennzuzeichnen, daß die Postsendung bezahlt sei. Relativ bald erkannte man, daß neben der Briefmarke auch der Stempel dank seiner millionenfachen Verwendung sehr gut geeignet ist, bestimmte Informationen zu vermitteln. So entstanden in kurzer Zeit Poststempel, die als Sonderstempel und Werbestempel Verwendung fanden.

Umweltschutz und Naturschutz sind für Imker sehr wichtig und werden durch entsprechende Poststempel interational gewürdigt. Jubiläen und auch Imkertage sind immer Anlass, sie auch durch Sonderstempel zu würdigen. So kann auf bestimmte Probleme der Imkerei aufmerksam gemacht und Leistungen unserer Bienenzucht gewürdigt werden können. Mein Appell an die Vorstandschaft des Landesverbandes Bayrischer Imker e.V. in Nürnberg: Der Imker oder Imkerphilatelist freut sich über ein imkerliches Bienenmotiv, dem Laien werden imkerliche Zusammenhänge deutlich, die er bis dahin nicht kannte.

Der große deutsche Bienenforscher Dr.h.c. Jan Dzierzon (1811-1906) wurde von der polnischen Postverwaltung mehrmals auf Sonderstempel geehrt. Zu seinem 50. Todestag am 30.Okt. 1956, zum 70. Todestag sowie zum 170. Geburtstag 1981.

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Leider wurden auf dem erstgenannten Stempel sowohl die Waben als auch das rechte große Sechseck in ungewöhnlicher, wenn auch nicht absolut falscher Zellstellung abgebildet. Die Waben selbst sind ein beliebtes Motiv, da sie bereits optisch auch ohne Sprachkenntnisse den Zusammenhang der Imkerei deutlich machen. Viele Jahrhunderte wurde in Körben geimkert. Sie sind deshalb ein häufiges Motiv, nahezu ein Symbol der Imkerei geworden. Der Michelstädter Bienenmarkt oder der Sonderstempel anlässlich des Bayrischen Imkertages in Amberg.

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Auch die Imkerei in Klotz- und Figurenbeuten wird auf Stempeln dargestellt. Einer wurde anlässlich des II. Gesamt-Polnischen Imkertages herausgegeben. Ein anderer Stempel sollte zum Besuch des Bienenzucht-Museums in Swarzedz , Polen einladen. 

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Den Hl.Ambrosius, Schutzpatron der Imker, zeigt eine Figurenbeute (Bienenkasten), in einem weiteren Stempel von Polen. 

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Auf einen französischen Sonderstempel ist eine Magazinbeute zu sehen. Zum 100-jährigen Jubiläum des Imkervereins Schwarzenfeld/Oberpfalz, am 5.8.1979, wurde für diesen kleinen Imkerverein ein Sonderstempel herausgegeben. Ferner ein Stempel - 100 Jahre Bienenzüchterverband Luxemburg.

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Aber auch Kongresse der Bienenzucht machen durch vielfältige Sonderstempel auf sich aufmerksam.

Von den Apimondia-Kongressen sollen erst ab Anno 1963 bis 1985 Sonderbriefmarken und Sonderstempel festgestellt worden sein. Von 1897 bis 1955 wird kein Beleg gemeldet. Erst im August 1956 wird wieder ein Sonderstempel zum Apimondia-Kongress in Wien gemeldet.

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Imkerliche Motive können auch einen sybolischen Charakter tragen und den Fleiß der Bienen auf andere Bereiche unseres Lebens sinnbildlich übertragen. Mühsames Sparen oder Sammeln von Imkerlichen Sonderstempeln wird durch Stempel mit dem Fleiß der Bienen verglichen.

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aus "Mitteilungsblatt Nr. 45 (April 1987)" 
der ArGe "Landwirtschaft - Weinbau - Forstwirtschaft"

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