Seltsamer Überdruck aus der Ukraine

Am 18.05.1989 erschien die 5K (Michel 5950) der ehemaligen UDSSR mit dem Motiv einer Drohne:

udssr.22.jpg (6246 bytes)
Original

Bei einem Online-Aktionshaus wurde im April 2009 nun ein 6er-Streifen mit Überdruck aus der Ukraine angeboten:


6er-Streifen mit Überdruck

Auffällig ist, dass auf jeder der Marken ein anderer Nominalwert angedruckt wurde:

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Überdruck mit verschiedenen Nominalen

Auf dem Überdruck ist in kyrillischen Schriftzeichen zu lesen:

  • Zeile 1: Ukraina
  • Zeile 2: Poschta (= Post) und daneben Kop. (= Kopeken)

Es gab Lokalausgaben in der Ukraine (Kiew und Lwow = Lemberg). Der Michel-Osteuropa-Katalog von 1996 weist diese für das Erscheinungsjahr 1992 auf sowjetische Dauerserienmarken von 1989 bzw. 1991 aus.

Da die Nominale der Überdrucke in Kopeken lautet, käme an sich nur das Jahr 1992 in Betracht. Danach schlug die Inflation massiv in der Ukraine zu. Im 2. September 1996 erfolgte eine Währungsreform zur Überwindung der Inflation, die wieder die Bezeichnung Kopeken kursfähig machte.

Die Währung wurde wie folgt umgestellt:
100 000 Karbowanzen (Karb) = 1 Griwna (G)
1 Griwna (G) = 100 Kopeken (K)

Aktuell sind keine ukrainischen Markenausgaben mit Überdrucken bekannt, auch nicht 1919 bis 1923.

Was die Beschriftung betrifft, findet man bei ukrainischen Marken bis März 1995 nur die Bezeichnung "Poschta Ukraini" das bedeutet "Post der Ukraine", aber niemals Ukraina, Poschta.

Ab April findet man neben dieser Bezeichnung immer mehr auch die Bezeichnung "Ukraina" aber dann ohne das Wort "Poschta". Die alte Bezeichnung "Post der Ukraine" taucht letztmalig auf dem Block Nr.5 vom 13.01.1996 auf. Danach gab es bislang nur noch die Bezeichnung "Ukraina".

Leider ist bis heute bei Michel nicht bekannt, wann in der Ukraine die Markenausgaben der ehemaligen UdSSR in Rubel/Kopeken ungültig wurden.

Fazit: Es erscheint unwahrscheinlich, daß man einen Markenbogen mit unterschiedlichen Nominalen überdruckt haben könnte und auch die Bezeichnung der Postverwaltung passt nicht ins Bild. Unserem Eindruck nach handelt es sich bei den gezeigten Marken um eine Spielerei (Cinderellas) zum Schaden von Sammlern.

Weitere Informationen zu Überdrucken von russischen Marken bietet dieser englischsprachiger Link.

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