Api-Phila - Lexikon
Buchstabe "P"

PA
Postamtliche Bezeichnung für Postamt, Mehrzahl PÄ (Postämter).

Paar
Jeweils zwei senkrecht oder waagerecht zusammenhängende gleiche Marken. Ungleiche Paare (z.B. aus Markenheftchen und Heftbogen) werden als Zusammendrucke bezeichnet

lexiko219.jpg (16510 Byte) Paar (Mongolai)

Packhammerstempel
Ein Stempel mit dieser Inschrift wurde besonders in Preußen verwendet für Begleitbriefe von Paketen.

Packmeisterstempel
Besonderer Poststempel, der auf der Paketbegleitadresse abgeschlagen wurde und die ordnungsgemäße Übernahme des Pakets zur zeitweiligen Lagerung durch den Packmeister in der Packkammer bescheinigte.

Päckchen
Kleingutsendung bis zum Höchstgewicht von 2 kg, deren Form und Beschaffenheit die Beförderung in Beuteln zuläßt.

Päckchenstempel
Poststempel, der zur Abstempelung von Postwertzeichen auf einer unebenen und/oder weichen Unterlage verwendet werden kann, um einen lesbaren Stempelabdruck zu erzielen. Von der Reichspost 1914 eingeführt.

Paid
Englisch für "bezahlt". Bereits um 1660 wurden Postempel auf Briefen mit dieser Inschrift in Großbritannien nachgewiesen.

Paket
Postsendung (Kleingutsendung), deren Beschaffenheit (Inhalt, Größe, Gewicht) eine Versendung als Brief oder Päckchen ausschließt.

Paketmarken

Spezielle Marken zur Entrichtung der Beförderungsgebühr von Paketen.

lexiko9.jpg (28227 Byte) Finnische Paketmarke

Paketeilmarke
Paketmarke zur Freimachung der Gebühr für Eilbeförderung eines Pakets (z. B. USA 1925 25c SPECIAL HANDLING).

Paketkarte
Postvordruck, der in der von der Post vorgeschriebenen Form, zur Einlieferung und Beförderung eines Pakets benutzt werden muss. Ursprünglich waren die Begleitpapiere für Pakete in Briefform (Paketbegleitbriefe) gehalten oder bestanden aus einem einfachen Blatt Papier oder ab 1870 aus einer Postkarte (Paketbegleitadresse).

Paketkontrollmarken
Bezeichnung für die zur Kontrolle der Postpakete im von Mai bis September 1919 von der Landesregierung in Tirol eingeführten Marken. Die Serie umfaßt sieben Werte.

Paketmarken
Postwertzeichen, die zur Frankatur von Paketen dienen und für die Freimachung anderer Postendungen nicht gelten. Paketmarken kennt man besonders auf Belgien, Frankreich (Colis Postal), Italien und den Niederlanden.

Paketportomarken
Markengattung zur Nacherhebung der Unterfrankatur bei Paketen. diese wurden in den USA 1912 ausgegeben (Inschrift "U.S. Parcel Post/Postage due"). Fehlende Paketgebühren wurden sonst fast überall bar oder durch Portomarken verrechnet bzw. vom Empfänger erhoben, wenn der unfreie Versand von Paketen zugelassen ist.

Paketpostamt
Postamt in großen Städten, dem die Zustellung der Kleingutsendungen übertragen ist.

Paketstempel
Ovaler Barfreimachungstempel mit Ortsangabe, Datumsbrücke und Inschrift "Gebühr bezahlt" und bei der Dt. Reichspost vor allem an Paketannahmeschaltern verwendet.

Paketzustellanlage
Postalische Einrichtung zur Aushändigung von Kleingutsendungen an den Empfänger. Der Empfänger erhält zusammen mit der Benachrichtigung einen Schlüssel und kann dann seine Sendung zu jeder Zeit aus dem dazugehörigen Fach entnehmen.

Pakistan 
Pakistan ist ein Staat in Südasien und grenzt an Iran, Afghanistan, China, sowie an die indischen Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Punjab, Rajasthan und Gujarat (im Uhrzeigersinn). Pakistan liegt am Arabischen Meer, welches Teil des Indischen Ozeans ist. Hauptstadt: Islamabad
Briefmarkenausgaben seit 1947

lexiko417.jpg (9071 Byte) Marke aus Pakistan

Pakke Porto
Dänische Bezeichnung für Paketgebühr, die sich als Inschrift auf den Paketmarken 1905/38 findet bei Paketen von und nach Grönland.

Palästinensische Autonomiegebiete
Die Palästinensischen Autonomiegebiete liegen im Nahen Osten zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan. Sie werden geographisch zum Maschrek gerechnet und bezeichnen keinen unabhängigen Staat. Sie umfassen den gesamten Gazastreifen und 40 % der Fläche des von Israel besetzten Westjordanlandes.
Briefmarkenausgaben seit 1994

lexiko418.jpg (56589 Byte) Schön, aber wertlos: Cinderella der Palästinensische Autonomiegebiete

Pakum
Im Postdienst verwendete Abkürzung für Paketumschlagstelle.

Palmarès
Verzeichnis der Auszeichnungen einer Ausstellung. Dieses enthält außerdem die Abschlußprotokolle der Ausstellungsleitung und der Jury.

Panamerikanischer Postverein
1921 in Buenos Aires gegründeter Postverein der amerikanischen Staaten, der aus dem 1911 gegründeten Südamerikanischen Postverein hervorging und durch den Beitritt Spaniens 1931 zum Amerikanisch-Spanischen Postverein umgewandelt wurde. Ziel ist die Erleichterung und Verbesserung des zwischenstaatlichen Postverkehrs zwischen den Mitgliedsländern.

Panelli, Angelo
Angelo Panelli war ein bekannter italienischer Fälscher.

Papier
Durch Verfilzung feinster Pflanzenfasern unter Zusatz von Füllstoffen aus wassergelöstem Papierbrei erzeugter blattförmiger Werkstoff. Als Rohstoffe dienen vor allem Holz, gelegentlich auch Stroh, Gräser, Hadern und textile Lumpen sowie Altpapier. Die Rohstoffe werden nach entsprechender Aufbereitung zerkleinert und zu wassergelöstem Brei vermischt. Das Papier wurde um 105 n. Chr. in China erfunden und im 8. Jahrhundert von den Arabern übernommen. Erste Papiermühlen gab es im 13. Jahrhundert in Italien und im 14. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich.

Papierabart
Bezeichnung für eine Abart, die sich aus Unterschieden des zum Druck von Postwertzeichen verwendeten Papiers ergibt.

Papieränderung
Änderung der Papiersorte beim Drucken einer Auflage oder Neuauflage von Postwertzeichen.

Papierarten
Maschinenglattes Papier ist Papier, wie es aus der Papiermaschine kommt;
Geglättetes Papier oder satiniertes Papier ist Papier, das durch Stahlwalzen geglättet wird. Es gibt einseitig und zweiseitig satiniertes Papier;
Gestrichenes oder gekreidetes Papier ist Papier, das auf der Oberfläche eine leichte Kreideschicht hat und dadurch eine ganz besonders glatte, geschlossene Oberfläche hat;
Gestreiftes Papier entsteht dadurch, dass der Papierbrei bei der Fertigung über ein Metallsieb läuft, dessen Streifen sich im Papier eindrücken.
Geripptes Papier entsteht wie gestreiftes Papier aber mit mit dem Unterschied, dass die Streifen viel enger sind.
Faserpapier, das besonders in Österreich und der Schweiz verwendet ist, erhält bei der Herstellung einen Zusatz von kleinen feinsten Seidenfasern;
Japan-Papier ist ein in Japan aus den Fasern einer Maulbeerbaumart hergestelltes, besonders reißfestes, gelblich getöntes Papier;
Pergamin-Papier ist glasig, dünn und durchsichtig.;
Zigaretten-Papier ist ein besonders dünnes Papier, das besonders bei Briefmarken von Estland und Russland vorkommt;
Handgeschöpftes, sog. Büttenpapier wird für die Herstellung von Briefmarken kaum verwendet.

Papierbräunung
Veränderung der Papierstruktur und -farbe durch Hitzeeinfluß. Die Papierfarbe geht von weiß über gelblich in einen Braunton über, wobei das Papier hochgradig brüchig und spröde wird.

Papierbrücke
bei mangelhafter Zähnung anstelle vorgesehener Zähnungslöcher zwischen benachbarten Marken verbleibende Papierreste.

Papierdicke
In Mikron gemessene durchschnittliche Papierbahnstärke.

Papierfalte
Während des Markendrucks auftretendes Zusammenschieben des Papiers mit Faltenbildung, so dass die Faltrille ohne Farbe bleibt.

Papierfehlart
Anderes Wort für Papierfehldruck, wobei von der normalen Papierart abgewichen wird.

Papierfrei
Qualitätsbezeichnung für lose gestempelte Marken, bei denen durch Ablösung im Wasserbad das Papier gelöst worden ist und die keinerlei Papierreste mehr aufweisen.

Papiergeldmarken
Andere Bezeichnung für Briefmarken-Notgeld, da diese Marken als Ersatzpapiergeld fungierten.

Papierrest
An der Markenrückseite noch anhaftende Teile von Papier.

Papiervergilbung
Durch Lichteinfluß, Wärmeeinwirkung, Luftfeuchtigkeit oder natürliche Alterung eintretende Papierverfärbung.

Papillons
Bezeichnung für schmale Streifen dünnen Seidenpapiers mit Anschrift und kurzen schriftlichen Nachrichten, die 1870 durch Ballons während des dt.-frz. Krieges aus der von preuß.-dt. Truppen belagerten Festung Metz in das unbesetzte Frankreich ausgeflogen wurden.

Paquebotstempel
In größeren Hafenstädten verschiedener Länder verwendeter Poststempel, mit dem die Frankatur einlaufender Schiffe ohne eigene Schiffspost entwertet wurde bzw. Übernahme der Post von Besatzungsangehörigen im Hafen oder auf der Reede liegender Schiffe.

Panama 
Panama (spanisch Panamá) ist ein Staat in Mittelamerika, der an Costa Rica im Westen und Kolumbien im Osten grenzt. Der das Land durchquerende Panama-Kanal verbindet die Karibik im Norden und den Pazifik im Süden. Panama war bis 1811 Teil des spanischen Kolonialreiches. Im Jahr 1821 spaltete es sich von Spanien ab und wurde Teil von Großkolumbien. Mit Unterstützung der USA spaltete sich das heutige Panama am 3. November 1903 von Kolumbien ab. Hauptstadt: Panama-Stadt
Briefmarkenausgaben seit 1878

PAP
franz. Abkürzung für "prêt a poster" (=Ganzsache) 

Paraguay
 
1537 gründen Spanier am Río Paraguay (bedeutet auf Guaraní Papageienfluss) die Stadt Nuestra Señora Santa María de la Asunción, die heutige Hauptstadt Paraguays. Jesuiten beginnen im Auftrag der spanischen Krone mit der Christianisierung der Guaraní-Indianer. Im Zuge der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen erklärt auch Paraguay am 14. Mai 1811 seine Unabhängigkeit von Spanien und Argentinien. Diese wird am 25. August 1813 durch Spanien anerkannt. Ein aus allgemeinen Wahlen hervorgegangener Kongress ruft die Republik aus (República del Paraguay). Hauptstadt: Asunción
Briefmarkenausgaben seit 1870

 
Marke aus Paraguay

Parale
Währungseinheit des ehemaligen Fürstentums Moldau un des früheren Rumäniens bis 1867.

Paraphe
Namenszug bzw. Handzeichen, das als Stempel oder handschriftlichen auf Briefen angebracht wurde.

Parapheaufdruck
Philatelistische Bezeichnung für einen Aufdruck, der aus dem Namenszug einer verantwortlichen Person gebildet ist.

Par avion
Im Weltpostverkehr vorgeschriebener Vermerk auf Luftpostsendungen und auch Gattungsinschrift für die Luftpostmarken verschiedener Länder.

lexiko52.jpg (23388 Byte) Air-Mail Aufkleber aus der ganzen Welt

Par Ballon Libre
Während der Belagerung von Paris 1870/71 wurde die Post aus der belagerten Stadt durch Ballonpost befördert. Die Post in unbemannten Ballon hat die Bezeichnung "par ballon libre".

Par Ballon Monté
Während der Belagerung von Paris 1870/71 wurde die Post aus der belagerten Stadt durch Ballonpost befördert. Die Bezeichung "par ballon monté" auf Briefen deutet auf diese Beförderungsart hin.

lexiko262.jpg (21894 Byte) Par Ballon Monté

Pariser Druck
Im Gegensatz zum Athener Druck Bezeichnung für griechische Marken, die in Paris gedruckt wurden.

Parlamentsmuster
Dauerfreimarkenmuster Ungarns 1917/34 mit Abbildung des Parlamentsgebäudes in Budapest einschließlich der Aufdruckausgabe mit 67 Werten mit dem Markenmuster "Budapester Burg" der Jahre 1926/31.

Parma
Altitalienisches Herzogtum, das 1852 eigene Marken verausgabte. Am 18. März 1860 ging es an Sardinien über, später wurden die Marken Italiens verwendet.

Partisanenpostmarken

Markenausgabe durch Partisanenverbände im vom Gegner besetzten Hinterland für die Zivilpost in den von ihnen kontrollierten Gebieten. Derartige Marken gab es 1928/31 von den Rotarmisten in China, 1941 in Ostserbien 1945 von italienischen Partisanen im Aosta-Tal und im Alto-Varesotto-Gebiet.

Parti-Stempel
Hinweisstempel "Empfänger abgereist" in französisch sprechenden Ländern und im zwischenstaatlichen Verkehr.

Passerkreuz
Auf einem Bogenrand auftretendes farbiges Kreuz aus dünnen Strichen, die bei Zwei oder Mehrfarbendrucken zur richtigen Ausrichtung der Papierbogen dienen

specia233.jpg (8896 Byte) Passerkreus (UDSSR)

Patka, Frederic J.
Geb. am 10. Mai 1927 in Wien, gest. 8. Januar 1992 in Wien. Militär-philatelistischer Forscher und Autor von "Die k.(u.)k. Marinepost 1798-1914", "Die Aus- und Einlaufdaten von k.(u.)k. Kriegsschiffen" und vielen Artikeln in der Fachpresse. Ihm zu Ehren stiften seine Frau Edith Patka und die ARGE MILITARIA AUSTRIACA PHILATELIA jährlich die "Frederic J. Patka Gedenkmedaille".

Patriarchenkreuz
Bezeichnung für Marken und Wasserzeichen Ungarns und der Slowakei. In Ungarn als Wasserzeichen 1912/47, in der Slowakei 1939/45 und als Marken in der Slowakei 1939/43 (Zeitungsmarken) verwendet.

Patrize
Bezeichnung für Urstempel, aber auch Prägestempel für Prägedruck.

Pauli, Emil
Jurist (1855-1943) und bedeutender Philatelist, der sich vor allem um die Fälschungsbekämpfung und die Verfolgung von Fälschern verdient gemacht hat. Er war Ehrenmitglied mehrerer philatelistischer Organisationen und Inhaber der Hans-Wagner-Medaille seit 1913.

PBFC
Abkürzung für "Philatélie Besançon Franche-Comté".

PC-Briefmarke
Service der Post-AG ab August 2008. Unter www.internetmarke.de können die Kunden ab sofort aus mehr als 100 verschiedenen Motiven wählen und diese für ihre nationalen und internationalen Brief- und Warensendungen verwenden. Bis die fertige Briefmarke auf dem Schreibtisch liegt, sind nur drei Schritte nötig: Anzahl, Wert und Bild auswählen, die gewünschte Bezahlart anklicken und die Marke ausdrucken.

aktuel24.jpg (35284 Byte)  Screen-shoot der Post-AG

PD
Abkürzung für "Payer à Destinataire" = "Porto bezahlt bis zum Empfänger". Diesen Aufdruck findet man oft auf alten Briefen von Altdeutschland und anderen Ländern.

Pegasusmuster
Beliebtes Markenmotiv für Eilmarken mit Abbildung des geflügelten Pferdes der griechischen Sage (z.B. Italien seit 1930 und Spanien seit 1905).

Pelurepapier
Sehr dünnes, aber festes, durchlässiges Papier, bei dem der Druck oft durchschlägt. Zur Briefmarkenherstellung wurde es wenig verwendet, wie z. B. auf den belgischen Freimarken von 1949.

Penny Black

Auch Black Penny, intern. gebräuchliche Bezeichnung für die erste aufklebbare Briefmarke der Welt.

 lexiko111.jpg (10203 Byte) Black Penny

Penny blue
Probedruck der ersten Marke von Großbritannien in blauer Farbe vom 4. Dezember 1840, aber auch Bezeichnung für die blaue 2-Penny-Marke von Großbritannien von 1840.

Penny-Porto
1840 in Großbritannien durch die Postreform eingeführter einheitlicher Gebührensatz von 1 Penny für alle Briefe innerhalb des Landes bis zu einer halben Unze Gewicht.

Penny-Post
Von 1680 bis 1794 in London bestehende Stadtpost, die von R. Murray gegründet wurde. Diese hatte eine Hauptstation in der Lyme Street, je ein Postamt in den sieben Stadtbezirken und insgesamt ca. 500 Postannahmestellen mit ständiger Postabholung, wobei die Zustellung 4-5-mal täglich und im Stadtzentrum sogar 10-12-mal täglich erfolgte.

Penny red
Bezeichnung für die rotbraune 1-Penny-Marke Großbritanniens von 1841.

Perforation
Fremdwort für die Durchlochung bzw. Zähnung von Briefmarken.

Perforationslinie
Gedachte Linie in der Mitte zwischen zwei im Bogen benachbarten Markenreihen, auf der die Perforation angebracht sein soll.

Pergamin
Erstmalig 1892 von H. J. Dauth in Frankfurt a.M. hergestelltes dünnes Papier, hinter das man Marken wie in ein Scharnier stecken konnte.

Pergaminbeutel
Aus Pergamin hergestellter Umschlag zum Aufbewahren von Briefmarken, Ganzstücken etc., der besonders zum geordneten Ablegen verwendet wird.

Permit
Inschrift auf amerikanischen Postsachen, deren Gebühr durch eine Pauschalsumme abgelöst wurde.

Permitstempel
Kennzeichnungsstempel für Barfreimachung von Massendrucksachen in den USA seit 1907.

Perwy den
Inschrift auf russischen Ersttagsbriefen und in Ersttagsstempeln.

Perfin
Meist von Firmen verwendete Buchstabenlochung z.B. Lloyd Triestino = LT. Sollte Missbrauch der Marken verhindern, war daneben aber auch als Werbung gedacht.

     Perfin von  Wilhelm Böhling, Visselhövede

Personalisierte Marken
Im Jahre 2003 führten die niederländische und die finnische Post (letztere zunächst nur für Firmenkunden) erstmals Briefmarken ein, die von den Kunden selbst gestaltet werden konnten. Dabei wird ein Foto, eine Grafik oder ein Logo in einen vorgegebenen Rahmen gedruckt. 
In Österreich kann man ebenfalls seit 2003 mit einer Mindestauflage von zunächst 200, seit 2005 nur noch 100 Stück seine eigenen Briefmarken drucken lassen. Mittlerweile ist auch in den USA bietet ein vergleichbares Programm verfügbar, hier beträgt die Mindestauflage je nach Serviceanbieter sogar nur 20 Stück.
Die Schweiz gab am 6. September 2005 weltweit erstmalig vier Briefmarken heraus, die Fotos zeigen, die mit Mobiltelefonen aufgenommen wurden. Diese Fotos konnten von der gesamten Bevölkerung eingereicht werden. 
Und die Neuseeländer haben sogar mittlerweile weiße Marken zum Selberausmalen mit Buntstiften verkauft. Die Marken waren lediglich mit einem weisen Feld, mit Landesangabe, Postlogo und Nominale versehen. 
Zunehmend mehr Postverwaltungen bieten diese Service an. Bei Sammlern sind diese Marken jedoch nicht unumstritten. Beispielsweise wurde im Juli 2007 wurde vn der Alpenrepublik das 17.000 (!) Markenmotiv produziert. 

lexiko5.jpg (12372 Byte) Personalisierte Briefmarke von www.bienenmarken.de

Petite Poste
Von Piarron de Chamquisset um 1760 in Paris eingerichtete Ortspost mit neun Postämtern und einheitlichen Gebührensätzen. die Postboten machten auf ihren Botengängen durch eine Klapper auf sich aufmerksam und hatten einen einheitliche Kleidung.

Petit paquet
Französische Bezeichnung für Päckchen.

Petschaft
Gravierter Handstempel, mit dem ein Monogramm in die noch weiche Siegelmasse eingedrückt wird. Diese diente früher zum Verschließen von Briefen.

Petschaftstempel
Phiatelistische Bezeichnung für die Markenentwertung in den Orten Bunden und Elze des Landes Hannover, die vorschriftswidrig mit einem Petschaft vorgenommen wurde.

PEXIP
Kurz für Exposition Philatelique International.

Pfadfinderpost
In der ersten Zeit der Tschechoslowakischen Republik wurde die Post auch von Pfadfindern zugestellt. Hierzu wurden zwei Sonderbriefmarken zu 10 Heller, blau und 20 Heller, rot verwendet, die als Privatausgaben gelten.

Pfauenaufdruck
Aufdruck eines großen radschlagenden Pfauenhahnes auf Frei- und Dienstmarken des britischen Dominions Burma, die 1940 als Aushilfsausgabe der projapanischen Unabhängigkeitsarmee Burmas dienten.

Pfeilpost
Mit einem Pfeil von einer Armbrust oder einem Bogen abgeschossenen briefliche Mitteilung. Diese Beförderungsart gab es in Belgien während der 1. Weltkriegs bei den gegen die dt. Besetzung kämpfenden Partisanen, weshalb Armbrüste und Bogen beschlagnahmt wurden.

Pfeilringstempel
Philatelistische Bezeichnung für Poststempel Spaniens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Form einer Rosette aus vier Kreisbogen, wobei auf den Scheitelpunkten nach außen weisende Pfeile sitzen.

Pfennigwerte
Abwertende Bezeichnung für Massenware, aber auch Bezeichnung bei Freimarkenausgaben in Markwährung (Dt. Reich, BRD, DDR) für alle Werte eines Satzes mit einer Nominale unterhalb einer Mark.

Phantasieausgaben
Von privater Seite hergestellte Ausgaben zum Schaden der Sammler.

Philatelia mit T'card
Alle 2 Jahre stattfindende deutsche Briefmarken-, Münzen- und Telefonwertkarten-Ausstellung in Köln, die von der APHV veranstaltet wird.

Philatelie
Wörtlich übersetzt bedeutet es "Freund der Gebührenfreiheit" - abgeleitet aus dem griechischen philos = Freund und ateleia = von Last/Steuer befreit. Erstmals benutzt wurde es in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1864.
Bereits zuvor wurde allerdings schon nach einer wissenschaftlichen Bezeichnung gesucht. Vorgeschlagen wurden so kuriose Bezeichnungen wie: Epistolofrankomarkomanie, Timbrophilie oder Timbrologie. bezeichnet man denjenigen als Philatelisten, der sich mit dem Briefmarkensammeln intensiv auseinandersetzt. Der Philatelist kennt die Hintergründe seiner Marken, die Geschichten, die sich um sie ranken, und ihre Besonderheiten. So betrachtet kann natürlich auch eine weitere Begriffsdefinition zur Philatelie stimmen: "Liebe ohne Ende", zusammengesetzt aus dem Griechischen phil = Liebe, a = ohne und ielos = Ende.

Philatelist
Mensch, dessen Hobby oder Arbeit die Philatelie ist.

Philatelistentag
Zusammenkunft von Philatelisten zum fachlichen Gedankenaustausch, zur Regelung und Beschlußfassung organisatorischer Angelegenheiten von Verbänden.

Philatelistenverband
Zusammenschluss von Philatelisten zu einer Organisation, die als Interessenvertretung dienen soll.

Philatelistisch
Auf das Sammeln von Postwertzeichen und anderen postalischen Dokumenten bezogen, die Philatelie betreffend.

Philatelistische Agentur
Bezeichnung für eine Vermittlungsfirma, die sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Postwertzeichen etc. beschäftigt.

Philatelistische Akademie
Institution zur Erforschung philatelistischer Zusammenhänge und zur Verbesserung philatelistischer Kenntnisse.

Philatelistische Auszeichnung
Durch philatelistische Organisationen an Personen verliehene Preise wie Medaillen und Ehrenurkunden für besondere Verdienste auf philatelistischem Gebiet.

Philatelistische Bibliothek
Bibliothek mit philatelistischem Literaturbestand, der meist durch Einsichtnahme vor Ort oder Fernleihe genutzt werden kann.

Philatelistische Fachzeitschrift
Periodisch erscheinende Druckschrift philatelistischen Inhalts, meist monatlich oder quartalsmäßig. Erste Artikel über Briefmarken wurden bereits 1840 in Zeitungen Großbritanniens veröffentlicht. die erste Fachzeitschrift entstand 1862 in Großbritannien unter dem Titel "The Monthly Advertiser" von der Edward Moore & Co. in Liverpool. In Deutschland gab es 1863 das "Magazin für Briefmarkensammler" von Zschiesche & Kötler in Leipzig.

Philatelistische Organisationen
Zusammenschluss von Philatelisten zur Pflege ihres Hobbys und zur Lösung der damit verbundenen Belange. Dies können Vereine, aber auch Verbände und Arbeitsgemeinschaften sein.

Philatelistisches Handbuch
Fachbuch, das sich mit der Philatelie beschäftigt.

Philatelistisches Lexikon
Nachschlagwerk, das in alphabetischer Folge Artikel philatelistischen Inhalts berücksichtigt. Das erste deutschsprachige Lexikon erschien 1867 unter dem Titel "Führer im Labyrinthe der erschienenen Briefmarken" von G. W. Schubert.

Philippinen 
Die Republik der Philippinen liegt im westlichen Pazifischen Ozean und gehört zu Südostasien. Das Südchinesische Meer trennt die Inselgruppe von Vietnam im Westen, die Celebessee von Indonesien im Süden. Die Philippinen sind seit dem 4. Juli 1946 ein unabhängiger Staat. Hauptstadt: Manila
Briefmarkenausgaben seit 1854

Philokartist
Bezeichnung für Sammler, die sich hauptsächlich mit Karten und Karten ähnlichen Sammelobjekten beschäftigen.

Philatéliste, Le
Französische philatelistische Fachzeitschrift.

Phosphoreszenz
Zur Erleichterung der Postautomation werden die Marken mit phosphoreszierenden Stoffen versehen, die unter einer Prüflampe aufleuchten und nach dem Ausschalten noch kurz nachleuchten; siehe Floureszenz.

Pigeongram
Bei der Taubenpost befördern Brieftauben schriftliche Mitteilungen. Diese Art der Briefbeförderung war bereits in der Antike weit verbreitet. In der Neuzeit fand sie zunächst nur für militärische Zwecke Verwendung. Im 19. Jahrhundert wurden jedoch immer mehr Brieftaubenlinien für zivile Zwecke eingerichtet. Es kam mancherorts sogar zur Ausgabe eigener Taubenpostbriefmarken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Taubenpost fast völlig von modernen Telekommunikationsmitteln verdrängt.

Pigmentfarbe
Mit Farbpigmenten oder löslichen Teerfarbstoffen dicht durchsetzte, deckende Farbe als Gegensatz zur Lasurfarbe.

Pigmentpapier
Spezialpapier mit Chromgelatinenüberzug, der durch Belichten in in die Tonwerte des Bilds wiedergebendes Relief umgewandelt wird.

Pinzette
Wichtiges Sammlerutensil, um die Berührung von Briefmarken mit den Fingern zu vermeiden, damit diese keine Schäden oder Flecken bekommen.

Pionierflug
Flug mit amtlicher oder halbamtlicher Versuchspostbeförderung zu der Zeit, als das Fliegen selbst noch am Anfang seiner Entwicklung stand.

Pionierpostamt
Einrichtung der Post in den ehemals sozialistischen Ländern, denen Personal von Mitgliedern der Pionierorganisationen gestellt wurde.

Piral
Name eines bedeutenden österreichischen Albenherstellers.

Pirl, Dr. Paul, 1873-1948
bedeutender deutscher Philatelist, der u.a. im Kohl-Briefmarken-Handbuch in vorbildlicher Weise den Abschnitt Helgoland bearbeitete und außerdem überragende Kenntnisse der Marken und Stempel Luxemburgs und Japans besaß.

Pincette, Die
Schweizerische philatelistische Fachzeitschrift. Mitteilungsblatt der Firma Ch. Hassel.

Pitcairn Inseln
Pitcairn ist die Hauptinsel der Pitcairninseln und liegt im Pazifik, jeweils etwa 5.500 km von Neuseeland und Südamerika entfernt. Sie ist die einzige bewohnte Insel des Archipels. Weitere Inseln der Gruppe sind Oeno und das dazugehörige winzige Sandy Island, Henderson und Ducie. Pitcairn wurde am 2. Juli 1767 vom Seekadetten Robert Pitcairn entdeckt und ist seit 1838 britische Kronkolonie. Die Pitcairninseln sind die letzte verbliebene Kronkolonie im Pazifik. Bekannt ist die Hauptinsel wegen ihrer Einwohner, großteils Nachfahren der Meuterer von der Bounty und ihrer tahitianischen Frauen. Hauptstadt: Adamstown
Briefmarkenausgaben seit 1940


lexiko415.jpg (11150 Byte)
  Marke von den Pitcairn Inseln

PM-Marken
siehe Personalisierte Marken

Plattenbeschädigung
Während des Drucks in einer Druckform entstehender Schaden z. B. ausgebrochene oder abgenutzte Plattenteil.

Plattendruck
Philatelistische Bezeichnung für den Druck von einebenen Druckform in einer Schnellpresse, wobei die Druckform unter den Druckzylinder hin- und herlaufend über den Druckbogen geführt und gegen das Papier gedrückt wird.

Plattenfehler
Die Ursache liegt in einer Beschädigung der Druckplatte. Diese zeigt sich immer auf einem bestimmten Feld des Markenbogens und können auf der ganzen Auflage auftreten, es sei denn, der Fehler wird durch eine Retusche beseitigt. Plattenfehler sind jedoch keine Druckzufälligkeiten.

Plattennummer
Laufende Nummer der Druckplatte, die sich mehr oder weniger versteckt im Markenbild wiederfindet.

Plusbrief
Den ersten Plusbrief gab die Deutsche Post am 10. Juni 1998 heraus. Er ist ein Briefumschlag mit aufgedruckter (Sonder-)Briefmarke.

Pochetten

Taschen für Briefmarken mit durchsichtiger, glasklarer Ober- und lackschwarzer Unterseite.

POL
Lochung bei Briefmarken des Deutschen Reiches ca. 1927 bis in die Neuzeit hinein. Diese diente der Kontrolle des Polizeipräsidiums für eingesandtes Porto. Die Briefmarken mit POL-Lochung werden auf Ganzbriefen oder Briefstücken gesammelt.

Polarfahrt
Philatelistisch gemeint ist hier die Polarfahrt 1931 des Zeppelins "Graf Zeppelin".

lexiko263.jpg (25369 Byte) Polarfahrt (Deutsches Reich)

Polarflug
Philatelistisch gemeint ist hier der von der dänisch-norwegischen Luftverkehrsgesellschaft S.A.S. 1957 eingeführte fahrplanmäßige Passagier-, Fracht- und Postflug von Kopenhagen nach Tokio direkt über den Nordpol.

Polarpost
Begriff für Briefsendungen von Forschungsstationen oder Polar-Expeditionen.

Polarpostamt
Postdienststelle zahlreicher Forschungsstationen in der Antarktis sowie der Driftstationen im Nordpolargebiet, die meist eigene Stempel führen.

Polarstempel
Poststempel der Poststellen von Forschungsstationen in der Antarktis oder auf den Driftstationen im Nordpolargebiet.

Polen
Die Republik Polen ist ein Staat im östlichen Mitteleuropa. Das Land grenzt im Norden an die russische Exklave Kaliningrad und an Litauen, im Osten an Weißrussland und die Ukraine, im Süden an die Slowakei und Tschechien sowie im Westen an Deutschland. Hauptstadt: Warschau
Briefmarkenausgaben 1860 (Königreich) und wieder seit 1918 (Republik).  Auf dem Briefmarken findet man Poland, Pologne oder Polska als Länderbezeichnung.

Dr. Dzierzona, polnischer Bienenforscher (Polen)

Pombal-Briefmarken
1925 erschien in Portugal eine Gedenkausgabe zur Einweihung eines Denkmals für Graf von Pambal, den Wiedererbauer von Lissabon nach dem Erdbeben von 1755. Für die Kolonien erschienen gleiche Ausgaben, die aber andere Farben hatten.

Ponape-Provisorium
Bezeichnung für verschiedene Aushilfsausgaben des ehemaligen dt. Kolonialgebietes der Karolinen aus den Jahren 1905 und 1910.

Pony-Express
Berittene Eilpost im Westen der USA vor dessen Erschließung durch die Eisenbahn. Dieser wurde 1860 durch die Central Overland California an Pikes Peak Express Co. zwischen San Francisco und St. Joseph auf einer Strecke von 3.300 km mit 119 Relaisstationen eingerichtet, 1861 durch die Wells, Fargo & Co. weitergeführt.

Poröser Gummi
Philatelistische Bezeichnung für Klebstoff auf dem Briefmarkenpapier, der keine glatte geschlossene Fläche bildet, sondern stumpf und porig aussieht und sich meist auch auflöst.

Port Cantonal
Zusatzinschrift auf Briefmarken des Schweizer Kantons Genf 1843/L48 zur Kennzeichnung des Ferngebührensatzes innerhalb des Kantons.

Porteado
Auch als "Porteado a receber" bekannte Gattungsinschrift auf den Portomarken Portugals 1905/45 und mehrerer Kolonialgebiete (z. B. Angola, Kapverde).

Porte de Conducción
Gattungsinschrift der Paketmarken Perus 1896-1905.

Porte Franco
Inschrift auf Freimarken (z. B. Chile 1853-1901) und auf Gebührenfreiheitsmarken spanisch und portugiesisch sprechender Länder.

Portieren
Auswerfen einer Nachgebühr und Kenntlichmachung durch Nachgebührenvermerk auf einer Sendung.
lexiko209.jpg (12754 Byte) Nachgebührbeleg von 1898 (Privatpostanstalt Bockenheim)

Porto
Allgemeine Bezeichnung für das für den Transport von Postsendungen erhobene Beförderungsentgelt. In vorphilatelistischer Zeit, d. h., der Zeit vor Einführung der Briefmarke, verstand man unter Porto allerdings die vom Empfänger zu zahlende Gebühr, während der vom Absender vorausbezahlte Betrag Franko genannt wurde.

Portoablösung
Von der Dt. Reichspost 1869/70 mit Abschaffung eines Großteils früherer Portofreiheit eingeführtes Verfahren, nach dem Behörden und andere staatliche Institutionen mit der Postverwaltung Pauschalabrechnungen ihrer Postgebühren vertraglich vereinbaren konnten.

Portobrief
Die Versendung kostete Geld, der Brief war also gebührenpflichtig. Der Absender wollte/konnte nichts bezahlen und überließ alle Transportkosten dem Empfänger. Wenn ein Land in den Postverein eintrat, wurde zumindest für die Korrespondenz in andere Postvereinsstaaten je Gewichtsstufe ein Portozuschlag von 1 Groschen oder 3 Kreuzern erhoben. Damit wollte man diese Versendungsart unbeliebt machen. Zuvor war die Gebühr für bezahlte (Frankobriefe) oder unbezahlte Briefe (Portobriefe) identisch.

Portobriefumschlag
In Hannover 1850/66 üblicher Briefumschlag der "Commission zur Eröffnung unbestellbarer Briefe", in dem ein unzustellbarer Brief an den Absender gesandt wurde.

Portocard
Internationale Bezeichnung für Klappkarten mit und ohne Fremdeindruck im Scheckkartenformat, welche eine oder mehrer Postwertzeichen enthält. Oft eingesetzt von Firmen zu Marketing- (z.B. auf Messen) oder Kundenbindungszwecken.

lexiko500.jpg (13016 Byte) Portocard

Portocard Direkt
Produkt der Deutschen Post bei dem der Auftraggeber sein Motiv aus einem Katalog von Mustervorlagen auswählen kann.

Portocard Katalog
Spezial-Katalog für Sammler von Portocards.

lexiko499.jpg (12125 Byte) Portocard-Katalog

Portocard Kreativ
Produkt der Deutschen Post bei dem der Auftraggeber sein Motiv nach eigenen Vorstellungen herstellen läßt.

Portodumping
Preiskrieg durch gegenseitiges Unterbieten bei den Gebührensätzen miteinander konkurrierender Postverwaltungen.

Portofreie Briefe
Briefe, die von der Aufgabepost bis zum Empfänger, egal in welchem Land, ohne Portoansatz zu belassen waren, i. d. R. Dienstbriefe oder Schreiben der Majestäten, haben nichts mit Portobriefen zu tun. Derlei Briefe haben auch keine Marken, weil sie deren nicht bedürfen. Es ist völlig egal, ob diese Briefe der Zeit vor Einführung der Briefmarken (Vormarkenzeit) entspringen, oder ob sie viele Jahre nach Einführung der Marken versandt wurden. Es sind und bleiben portofreie Briefe. Der oft kommunizierte Begriff "markenlose Briefe" ist von sehr geringer Aussagekraft, denn es kann sich um einen frankierten, unfrankierten oder teilfrankierten Brief handeln. Diese Aussage ist also praktisch wertlos und sollte aus dem Vokabular ersatzlos gestrichen werden.

Portofreiheit
Portofreiheit wurde häufig Personen, Familien, Vereinen und Körperschaften gewährt. So erschien z.B. 1971 im spanischen Staatsanzeiger ein Erlaß, der dem 34-jährigen Prinzen Juan Carlos von Bourbon, dem Nachfolger Francos und späteren spanischen König, diese Gebührenbefreiung gewährte.

Portomarken
Briefmarken, die dazu dienen nachträgliche Portoerhebungen zu quittieren.

poste restante
frz. = postlagernd

Portonachweismarken
Begrifflich falsche Bezeichnung für Belegmittel der Stadtpost von St. Petersburg über entrichtete Frankogebühr im Jahr 1839.

Portopflichtige Dienstsache
Gebührenpflichtige Dienstsache als gedruckter oder gestempelter Vermerk auf Postsendungen staatlicher Stellen an Privatpersonen mit dem Hinweis, dass der Empfänger die üblichen Postgebühren als Nachgebühr zu entrichten hat.

Portosatz
Höhe der für die Beförderung einer bestimmten Postsendung zu entrichtenden Gebühr, die nach Art und Umfang von der vom Absender verlangten postalischen Leistung zu erbringen ist.

Portostempel
Stempel zum Hinweis auf eine zu entrichtende Nachgebühr.

Portostempel aus de Schweiz

Portotaxe
Alte Bezeichnung für die Postgebührenübersicht und die Druckwerke, in denen diese veröffentlich wurde.

Portoverrechnungsstempel
Hinweisstempel in Preußen vor 1850 auf Sendungen, die aus anderen Postgebieten eingingen, um kenntlich zu machen, von welchem preußischen Auswechslungspostamt aus die Taxberechnung erfolgte bzw. zu erfolgen hatte.

Port Payé
Bezeichnung für "Porto bezahlt".

Portugal 
Portugal ist ein europäischer Staat im Südwesten der iberischen Halbinsel. Im Westen und Süden wird es vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo). Hauptstadt: Lissabon
Briefmarkenausgaben seit 1853

wpe43.jpg (13864 Byte) 
Marke aus Portugal

Portugal - Azoren
Die Azoren sind eine Gruppe von neun größeren und mehreren kleineren portugiesischen Inseln, die im Atlantik zwischen Europa und Nordamerika liegen. Verwaltungstechnisch sind die Azoren in einer autonomen Region Portugals zusammengefasst, der Região Autónoma dos Açores.  Trotz ihrer weiten Entfernung vom europäischen Festland sind sie als portugiesische Inseln der Europäischen Union zugehörig. Hauptstadt: Ponta Delgada
Briefmarkenausgaben von 1868 bis 1930 und wieder seit 1980

 
Marke von den Azoren

Portugal - Madeira 
Madeira (port. = „Holz“) ist eine portugiesische Insel etwa 1.000 km südwestlich von Lissabon und 600 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Sie gehört mit der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten kleineren Inselgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvagens, zur Inselgruppe Madeira, die die autonome Provinz Madeira bildet. Als Teil Portugals gehört Madeira zum Gebiet der Europäischen Union. Hauptstadt: Funchal
Briefmarkenausgaben von 1868 bis 1930 und wieder seit 1980

Poschta
Am 23. Juni 1945 in Dresden herausgegebene Marke zu 12 Pfennig. Die Ausgabe erfolgte mit Genehmigung der sowjetischen Militärverwaltung. Die Marke wurde am Ausgabetag aber wieder gezogen.

Post
Bezeichnung für eine meist staatlich betriebene Einrichtung zur Beförderung von Postsendungen.

Postablage
Bezeichnung für die Stelle, an der in kleinen Orten das Einsammeln der Post erfolgte. Den Dienst versah meist der Landespostbote. Eine derartige Einrichtung gab es z. B. in Baden, Bayern, Oldenburg und bei Thurn und Taxis.

Postabteil
Abteil für die Bahnpost in Gepäckwagen der Eisenbahn.

Postage
Gattungsinschrift auf Freimarken Großbritanniens und seiner Kolonien für "Postgebühr".

Postage due
Gattungsinschrift auf Portmarken Großbritanniens und seiner Kolonien für "Postgebührenschuld".

Postage & Revenue
Diesen Text findet man auf einigen Ausgaben von Großbritannien. Die Marken hatten nur die Angabe "Postage", aber 1881 hatte eine Ausgabe die Inschrift "Postage and Inland Revenue". "Revenue" bedeutet "Steuer". Beide Worte zusammen meinen also so etwas wie Post- und Steuermarke. Die ausdrückliche Bezeichnung "Revenue" diente dem Hinweis, dass die Marke auch für Zahlungen an den Fiskus verwendet werden durfte.

Postagentur
In moderner Zeit gibt es immer mehr private Postagenturen. Ein Staat beauftragt ein privates Briefmarkenhaus mit dem Vertrieb der Neuerscheinungen. Die Postagentur gab es schon früh in nordischen Staaten, um die Philatelisten schneller mit den neuen Marken ausstatten zu können. In Deutschland arbeitet seit 2002 die Dt. Post AG eng mit dem Briefmarkenhaus Richard Borek in Braunschweig zusammen.

Postalische Entwertung
Bezeichnung für die Abstempelung von Postwertzeichen mit im Postdienst üblichen Entwertungstempeln.

Postalischer Gebührenzettel
Über Automaten abgegebener Quittungszettel mit Werteindruck für postalische Leistungen und Zusatzleistungen.

Postalische Zusatzbezeichnung
Durch eine Postverwaltung zwecks Vereinfachung der Postverteilung und -zusendung festgelegte zusätzliche Bezeichnung für Bestimmungsorte, wie z. B. Angabe eines Leitpostamtes oder einer landschaftlichen Bezeichnung

Postamt
Bezeichnung für eine öffentliche Postdienststelle, die auch einen eigenen Zustellbereich haben kann und die allgemeinen Postdienste anbietet.

Postanlage
Einrichtung, mit deren Hilfe Nachrichten durch Personen, technische Anlagen oder deren Zusammenwirken vom Absender zum Empfänger befördert werden können.

Postanstalt
Bezeichnung für eine Postdienststelle, die Post- und Fernmeldeverkehr durchführt. Hierbei kann es sich nach Art der Aufgabe, Größe und Umfang des Geschäftsbereichs um Ämter für den allgemeinen Postverkehr wie Hauptpostamt, Postamt, Posthilfsstelle oder ein Sonderpostamt, Bahnhofspostamt, fahrbares Postamt, Postagentur, Postscheckamt (Postbank) sowie Paketpostamt handeln.

Postanweisung
Geldübermittlung zur Barauszahlung an den Empfänger, die auf einem Formblatt festgelegt wird.

Postanweisungsdienstumschlag
Ganzsache in Württemberg für Gemeinde- bzw. Staatsbehörden, die als Formblatt diente, auf dem der Empfänger den Empfang des Betrags quittieren konnte.

Postanweisungsmarke
Früher übliche Markengattung zur Freimachung von Postanweisungen wie z. B. Niederlande 1884/94, Spanien 1915/20 etc.

Postanweisungsumschlag
Ganzsache in Württemberg 1867/1918, die als Formblatt diente, auf dem der Empfänger der Empfang des Betrags zu quittieren hatte.

Postauftrag
Dienstleistung einiger Postverwaltungen, auf Verlangen des Absenders einen Geldbetrag einzuziehen.

Postauftragskarte
Besondere Ganzsache für einen Postauftrag in Österreich ab 1913 mit anhängender Postanweisung ohne Wertstempel.

Postauftragsportomarke
Markengattung für Postauftragssendungen, deren Gebühr der Empfänger zu zahlen hatte.

Postauftragsumschlag
Ganzsache zur Aufgabe von Postaufträgen in Luxemburg 1877/81 und der Schweiz 1875/83.

Postausgang
Bezeichnung für aus Betrieben und Verwaltungen abgehende Postsendungen.

Postausweisverfahren
Bezugsverfahren für Briefmarkenneuheiten mit Garantie zur Belieferung des Ausweisinhabers in gewünschter oder vorgeschriebener Stückzahl. Dieses Verfahren diente in einigen Ländern auch zur Einschränkung des spekulativen Aufkaufs und zum Schutz des Briefmarkenexports durch staatliche Außenhandelsorgane.

Postauto
Postautos und Lastkraftwagen transportieren Pakete, Briefbelege zwischen den Briefpostzentren. Außerdem werden kleinere Modelle zum Austeilen der Post in den Orten benötigt.

Postbearbeitungsmaschinen
Maschinen zum Öffnen, Verpacken und Abfertigen von Briefpost.

Postbeförderungsdienst
Dienstzweig der Post, der unter Inanspruchnahme verschiedener Verkehrsträger wie Eisenbahn, Flugzeug, Schiff für ordnungsgemäße, sicher und schnellstmögliche Beförderung sämtlicher Postsendungen einsteht.

Postbons
Diese werden in England auch Postal orders, in den USA Postal notes genannt und sind eine vereinfachte Form der Postanweisung, die über einen bestimmten Betrag lautet und dem Empfänger ausgehändigt wird. Postbons werden auch in Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal verwendet.

Postdampfer
Bezeichnung für ein Schiff, das gemäß Vertrag mit einer Postverwaltung regelmäßig Seepostdienst versieht.

Poste Aérienne
Gattungsinschrift oder -aufdruck der Luftpostmarken einer Reihe von Ländern.

Posteingang
Bezeichnung für den Eingang postalisch beförderter Sendungen in Betriegen und Verwaltungen.

Posteingangsstempel
Privater Eingangsvermerk eines Postempfängers auf Postsendungen.

Posteinlieferungsbuch
Von der Post ausgegebenes Heft mit entsprechendem Vordruck, das Einlieferern, die viel Post einliefern, den Nachweis der Sendungen ermöglicht.

Postexpedition
Kleinere Postdienststelle im 17. bis 19. Jahrhundert, das abrechnungsmäßig einem Postamt unterstellt war und meist nebenberuflich gegen Entgelt geführt wurde.

Postfach
Fach im Postamt zum Aufbewahren der Postsendungen bis zur Abholung durch den Empfänger.

Postfährenmarke
Besondere Markenart Dänemarks seit 1919 für die Paketbeförderung auf Fährlinien.

Postfälschung
Eine Ausgabe die zum Schaden der Post gefälscht wurde. Um Kosten zu sparen, oder diese als Zahlungsmittel einzusetzen! Wer Briefmarken zum Schaden der Post fälscht erfüllt den Tatbestand der Wertzeichenfälschung! StGB § 148

Postflagge
Eigenes Hoheitszeichen einer Postverwaltung.

Postfrankierautomat
Von der Post für die Schnellabfertigung von Masseneinlieferungen verwendete Maschine, bei der jede Portoeinheit einstellbar ist. Diese Einheit wird anstelle einer Marke auf den Briefumschlag oder die Karte gedruckt, wobei ein Zählwerk mitläuft, das jederzeit den aufaddierten Portogesamtbetrag anzeigt.

Postfreistempel
Von der Post angebrachter Freistempelabdruck. Im Unterschied zum Absenderfreistempel fehlt der linke Teil, in dem sich die Absenderdaten und evtl. dessen Werbung befindet.

postfrisch
Nicht benutzte Briefmarke die sich noch in dem Zustand befindet, in dem sie am Postschalter abgegeben wurde.

Postgebiet
Territorium, auf das sich die einheitliche Anwendung postalischer Bestimmungen und Verfahrensweisen erstreckt.

Postgebiet Ob. Ost
Aufdruck auf Briefmarken des Deutschen Reiches, die 1916/18 für das Etappengebiet des Oberbefehlshabers Ost (d. h. für Litauen, Südlettland, ab 1918 auch für Livland, Estland und das Gebiet von Osel) verwendet wurden.

Postgebühren
Allgemeine Bezeichnung für das Entgelt, das die Post für Beförderungs- und Zusatzleistungen von den Postbenutzern erhebt.

Postgebührenhinterziehung
Handlung oder Unterlassung, in deren Ergebnis fällige Post- und Fernmeldegebühren nicht oder zu niedrig entrichtet werden.

Postgebühren im Auslandsverkehr
Gesamtheit aller für grenzüberschreitende Postsendungen festgelegten Gebühren für die Beförderung und Zusatzleistungen von Postsendungen.

Postgeheimnis
Staatlich garantiertes Grundrecht, das dem Teilnehmer am Post- und Fernmeldeverkehr versichert, dass kein Unbefugter vom Inhalt der Sendung oder des Nachrichtenverkehrs Kenntnis erlangt.

Postgelb
Traditionelle Farbe deutscher Postverwaltungen und vieler postalischer Einrichtungen, die zum Anfang des 18. Jahrhunderts mit der Uniformenverordnung für das Postpersonal eingeführt wurde.

Postgeld
Ursprüngliche Bezeichnung für die Beförderungsgebühr für Postsendungen, die im 18. und 19. Jahrhundert gebräuchlich war.

Postgerechtsame
Historische Bezeichnung des landesherrlich verliehenes Rechts, Postverbindungen einzurichten und zu betreiben.

Postgeschichtliche Sammlung
Heimatgeschichtliche Sammlung, deren Thema sich speziell mit der postalischen Entwicklungsgeschichte eines bestimmten Gebiets, Ortes oder Dienstzweigs befaßt und oft auch zeitlich begrenzt ist.

Postgut
Aus Paket- und Päckchensendungen bestehende Postsendungen.

Posthalter
Von einer Postverwaltung beauftragte Person, die die Erledigung des Postgeschäftes abwickelt.

Posthalterei, Posthalterey
Das Amt und die Bedienung eines Posthalters, ingleichen die Poststation, welcher ein Posthalter vorgesetzt ist, und dessen Wohnung. 

Posthausschild
Am Postgebäude außen angebrachtes Hinweisschild, das auch eine postgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung hat, wenn aus aus früheren Epochen stammt.

Posthilfsstelle
Kleine ehrenamtlich betriebene Postdienststelle in Landorten ohne Postamt, das den Verkauf von Postwertzeichen, Annahme und Ausgabe gewöhnlicher Sendungen vornimmt.

Posthoheit
Recht, über die Einrichtung von Postbetriebsunternehmen zu entscheiden.

Posthorn
Für alle Posten symbolisches Zeichen, das angeblich auf die Reisen fahrender Händler geht, die bei ihrer Ankunft zwecks An- und Verkauf die Interessenten durch Hornsignale anlockten. Daraus entwickelte sich später das Horn des Postillions, der seine Gäste auf die gleiche Weise anmeldete und heranholte.

Postillion
Fahrer einer Postkutsche, der auch Postknecht oder Postkutscher, im Süddeutschen "Schwager" genannt wurde.

Postkarte
Unverpackte rechteckige Briefsendung in Kartenform mit bestimmten Maßen (mind. 14 x 9 cm, höchst. 14,8 x 10,5 cm, Stärke: max. 1mm). Postkarten mit eingedrucktem Postwertzeichen sind Ganzsachen.
Erstmals vom deutschen Geheimen Postrat Heinrich Stephan dem Generalpostamt und denn in einer Denkschrift anl. der 5. Postvereinskonferenz in Karlsruhe 1865 als Postblatt (ohne eingedrucktes Postwertzeichen!) vorgeschlagen. Wurde aber mit der Begründung abgelehnt, daß es "unmoralisch" oder "beleidigend" sei, Nachrichten offen zu verschicken; die Anregung wurde zu den Akten gelegt.
Inwieweit Dr. Emanuel Hermann, Prof. für Nationalökonomie und Enzyklopädie an der K. und K. Militärakademie in Wiener Neustadt, von Stephans Vorschlag gewußt hat, ist nicht exakt nachprüfbar, doch darf angenommen werden, daß Hermann keine Kenntnis davon hatte. Jedenfalls erschien am 26. Januar 1869 in der Tageszeitung "Neue Freie Presse" ein Artikel von Dr. Hermann "Über eine neue Art der Correspondenz mittels der Post". Hermann dachte darin an eine neue, zu bes. niedriger Gebühr zu befördernde Art von "Posttelegramm", d.h. die offen aufliegende Karte sollte auf 20 Textworte beschränkt bleiben.
Der Vorschlag Hermanns fand im K. und K. Handelsministerium, dem Postwesen unterstand, sofort eine derart günstige Aufnahme, daß dieser bereits am 1. November 1869 verwirklicht war. An diesem Tag lagen an allen Postschaltern der Doppelmonarchie Österr.-Ungarn die ersten Postkarten vor, "Correspondenz-Karte" genannt. Die gedachte Begrenzung auf 20 Wörter unterblieb jedoch, der Absender durfte auf der Rückseite der nur 12 x 8,5cm großen Karte so viel schreiben, wie er wollte bzw. konnte.

specia111.jpg (125370 Byte) Postalisch gelaufene Postkarte mit Bienenkornmarke (1897 - Deutsches Reich)

Postkartendruckbogen
Nutzen zum Druck von Postkarten, aus dem, je nach Größe, eine entsprechende Anzahl Postkarten geschnitten werden kann.

Postkartenheftchen
Heftchen, das sechs bis 10 Stück Postkarten enthält, die an einer Schmalseite perforiert sind, so dass sie zum Gebrauch herausgetrennt werden können.

Postkartenstreifen
Streifen zusammenhängender, mit Perforation versehener, trennbarer Postkarten, der als Ganzes am Postschalter abgegeben wird.

Postkondukteur
In der Anfangszeit der Bahnpost war der Postkondukteur derjenige, der die Aufsicht über den Austausch der Postladungen an den Haltestellen der Bahnpost war. Der Ursprung des Wortes liegt im Französischen, wo "conducteur" Fahrer bedeutet.

Postkontrollmarke
Bezeichnung für nichtpostalische Markenarten, die aus Markenmangel oder anderen Gründen ohne irgendwelche Kennzeichnung und abweichend von eingedruckten Wertstufen als Freimarken verwendet wurden.

Postkonvention
Bezeichnung für das Postabkommen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen Frankreich und der Lehenspost von Thurn & Taxis.

Postkrieg
Situation zwischen zwei oder mehr Staaten, wenn Briefmarken im zwischenstaatlichen Verkehr nicht als gültig anerkannt werden. Maßnahmen sind u.a. Schwärzung der nicht zugelassenen Marken.

lexiko72.jpg (73418 Byte) "Opfer" des Postkrieges (Deutschland-Bund)

lexiko17.jpg (32915 Byte)  lexiko10.jpg (12085 Byte) noch zwei Beispiele

Postkutsche
Diese ist ein Reisewagen, der etwa seit dem 17.Jh. zur Beförderung der Reisenden und deren Gepäck aber auch zur Mitnahme von Briefpost verwendet wird. Die Postkutsche wird auch "gelber Wagen" genannt und ist ein sehr beliebtes Symbol für die Post und deshalb auch Motiv für Briefmarken und Sonderstempel.

lexiko11.jpg (33550 Byte) Postkutsche auf einer Marke aus Österreich anlässlich der WIPA 2008

Postkutschenpost
Moderne Sendungen, die zu bestimmten Anlässen mit der Postkutsche befördert wurde

lexiko31.jpg (50356 Byte) Postkutschensendung

Postlagernd
Vermerk auf Postsendungen, die nicht zugestellt, sondern beim Bestimmungspostamt am Schalter abgeholt werden sollen. Die Aufbewahrungsfrist ist nach Art der Sendungen verschieden.

Postleitzahlen
Diese sind Ziffernkennzeichen aller Orte mit Postzustellung. Die meisten Länder haben diese mittlerweile eingeführt. In den USA gibt es Postleitzahlen schon seit dem 1. Juli 1963. Die amerikanischen Postleitzahlen sind fünfstellig, während im europäischen Raum häufig vierstellige Zahlen verwendet werden. Seit der Wiedervereinigung gibt es auch in Deutschland fünfstellige Postleitzahlen.

Postleitzahlsystem
System von Kennzahlen für den Postbetrieb, nach dem das Posthoheitsgebiet gegliedert ist.

Postloge
Zimmer oder Gebäude in dem heimlich zensiert wurde, ihre Einrichtung haben sie Metternich zu verdanken

Postmarken
Amtl. Bezeichnung für österr. Briefmarken und Ganzsachen, die als Zeichen für die Entrichtung von Postgebühren dienen. Siehe auch Postwertzeichen

Postmeile
Maßeinheit für die Weglänge, nach der die Post seit Ausgang des Mittelalters Entfernungen rechnete. Eine Postmeile entsprach in den meisten deutschen Gebieten der Landmeile, die seit 1868 auf 7,5 km festgelegt war.

Postmeisterausgaben
Dies sind in Nordamerika vor der Einführung der Postwertzeichen der staatlichen Postverwaltung erschienene Ausgaben einzelner Postmeister. Sie hatten Gültigkeit für einen zonenweise berechneten Postbereich. Das Porto für eine Zone betrug 5 Cent. Die Postmeister-Marken beruhten auf dem 1845 eingeführten Posttarif. Erst 1847 wurden allgemeine Briefmarken verausgabt.

Postmeistermarken
Lokale Markenausgaben staatlicher Postbeamter zur Frankierung der Fernpost 1845/47 in den USA vor Einführung gesamtstaatlicher Briefmarken.

Postmeisterstempel
Philatelistische Bezeichnung für die Anfang des 19. Jahrhunderts von den Postverwaltern für ihr Postamt beschaffte Stempel.

Postmeistertrennung
Vom örtlichen Postmeister vorgenommene Perforation an sich geschnittener Marken zur Erleichterung des Verkaufs am Schalter, oft ohne Genehmigung der zuständigen Postverwaltung.

Postmuseum
Ständige der Öffentlichkeit zugängliche Ausstellung über die Entwicklung und die Aufgabe des Post- und Fernmeldewesens, über postalische Einrichtungen, Ausrüstungen und Geräte. Das erste Museum entstand 1872 in Berlin.

Postordnung
Gesetzliche Bestimmung zur Regelung des Postdienstes, die neben allgemeinen Festlegungen über die im Geltungsbereich möglichen Beziehungen zwischen Post und Postbenutzern enthält.

Postort
Ortschaft mit eigenem Zustellpostamt. Der Postort kann aus postdienstlichen Zweckmäßigkeitsgründen auch aus mehreren politisch selbständigen Gemeinden bestehen.
Philatelistisch gesehen ist dies die Bezeichnung für eine Ortschaft mit eigenem Poststempel, vor allem in der Anfangszeit der Briefmarke.

Postpaket
Umgangssprachliche Bezeichnung für ein Paket, das durch die Verkehrseinrichtungen der Post befördert wird.

Postpaketmarke
Paketmarke für über den Postschalter eingelieferte Pakete zur postalischen Beförderung, die zuerst 1894 in Italien eingeführt wurde.

Postpaketverrechnungsmarke
Markengattung zur Verrechnung von Postpaketbeförderungsgebühren. Diese wurde bisher nur in den Niederlanden 1923/24 verwendet.

Postprotest
Auftrag an die Post, auf Verlagen des Absenders einer bestimmten Person einen Scheck oder Wechsel zur Einlösung vorzulegen und bei Nichteinlösung Protest mangels Zahlung zu erheben.

Postquittungsmarke
Im Bogen gedruckte und von 1 bis 100 durchnummerierte, sonst textlose Gebührenquittungszettel der Stadtpost von Berlin ab 1828.

Postrecht
Gesamtheit der Rechtsnormen, Grundsätze und Bestimmungen, die für das Post- und Fernmeldewesen erlassen werden.

Postregal
Recht zur Einrichtung und zum Betrieb von Postanstalten.

Postreiter
Berittener Bote, der Postsendungen beförderte.

Postroute
Bezeichnung für eine Strecke, auf der regelmäßig Postsendungen befördert werden.

Postsache
Postsendung, die von Postdienststellen im gegenseitigen Verkehr oder auch in postdienstlichen Angelegenheiten an Postbenutzer gesandt und gebührenfrei befördert wird.

lexiko220.jpg (19706 Byte) Postsache-Umschlag (1940)

lexiko16.jpg (6488 Byte) aufgedruckter Freimachungsvermerk

Postsammelstelle
Kleine, ehrenamtlich betreute Postdienststelle im 18. und 19. Jahrhundert, die es meist in Landbezirken gab und mit beschränktem Aufgabenbereich Postsendungen annahm.

Postschaffner
Früherer Postbediensteter der unteren Laufbahn, dessen Aufgabe hauptsächlich in der Begleitung der Posten bestand.

Postschalter
Arbeitsplatz in einer öffentlichen Postdienststelle, an dem der Postbenutzer bedient werden konnte.

Postschillinge
Bezeichnung für die Freimarken zu 1 bzw. 2 Schilling der Ausgabe 1850 von Schleswig-Holstein mit der Inschrift POST und SCHILLING.

Postschließfach
Mit Sicherheitsschloß versehenes Fach im Postamt, das einem Postabholer gegen Mietgebühr vertraglich überlassen wird.

Postschnelldienst
Im März 1949 in Westberlin als Ersatz für die zum Teil zerstörte Rohrpost eingerichteter besonderer Eilbeförderungsdienst.

Postsendung
Bezeichnung für Gegenstände, die der Post zur Beförderung übergeben werden.

Poststelle
Kleine Postdienstelle in Landgemeinden, die einem Leitpostamt unterstellt ist. Diese besorgte den Verkauf von Postwertzeichen, die Annahme und Ausgabe der Postsendungen und andere Dienstleistungen.

Poststellenstempel
Bei einer Poststelle eingesetzter Poststempel

Poststempel
Im Postdienst gebräuchliches und verwendetes Arbeitsgerät zur Herstellung manueller oder mechanischer Stempelabdruck, die zur Entwertung von Postwertzeichen, aber auch zu Bescheinigungszwecken verwendet werden.

Poststube
Im 19. Jahrhundert übliche Bezeichnung für kleine, für postdienstliche Zwecke genutzte Räume.

Poststück
Beförderungsgegenstand, der einer Post übergeben wird.

Poststückzettel
In der ehemaligen DDR Gebührenzettel der Landkraftpost für unmittelbar am Kraftpostwagen aufgelieferte Sendungen.

Post Tenebras Lux
Den Spruch "Auf Finsternis folgt Licht" findet man auf den Genfer Kantonsmarken von 1845 bis 1848.

Post und Telekom Austria AG
Bezeichnung für das seit 1. Mai 1996 aktive Nachfolgeunternehmen der Post- und Telegraphenverwaltung Österreich.

Postverein
Zusammenschluss nationaler Postverwaltungen zur Abstimmung und Regelung des grenzüberschreitenden Postverkehrs.

Postvertrag
Abkommen zwischen Staaten über die Regelung des grenzüberschreitenden Postverkehrs und über die einheitliche Verfahrensweise in postdienstlichen und Verwaltungsfragen der Vertragspartner.

Postverwaltung
Administratives Organ, das das Postwesen eines Staates leitet.

Postvorschusszettel
Der Postvorschuß war der Vorläufer der Nachnahme, nur bekam der Einlieferer, wenn Behörde oder vertrauenswürdige Person, bei der Einlieferung meist sofort das Geld! Nun mußte der Empfänger die Sache nicht annehmen - so hatte der Absender,  nicht nur den Postvorschuß zurückzahlen, sondern auch das Porto für den Hin- und Rückweg.

lexiko5g.jpg (20137 Byte)  lexiko6g.jpg (15662 Byte) 
Postvorschuß von 1876

Postwertzeichen

Amtl. Bezeichnung für deutsche Briefmarken und Ganzsachen, die als Zeichen für die Entrichtung von Postgebühren dienen. Siehe auch Postmarken

Postzegel
In den Niederlanden gebräuchliche Bezeichnung für Freimarken.

Postzensur
Staatlich angeordnete Kontrolle des Inhalts der Postsendungen.

Postzwang
Durch Gesetz begründete Pflicht zur Benutzung der Einrichtungen der staatlichen Post zwecks Nachrichtenbeförderung und -übermittlung.

Potiquet, Alfred
Potiquet gab den ersten illustrierten Briefmarken-Katalog Ende 1861 heraus. Er führte 1080 Briefmarken und 132 Ganzsachen auf.

Pracht
Marke ist okay. Es muss keine "Schönheit" sein, aber man sollte darauf achten, dass die erschwinglichen Werte wenigstens diese Erhaltungsstufe besitzen. Für moderne Marken (nach 1945) ist dies die Standarterhaltung.

Prägedruck
Vertreter der Hochdruckverfahren. Zu erkennen ist der Prägedruck an seinem erhöhten Bild. Er ist meist farblos und mit anderen Druckverfahren kombiniert.

Pralinés Post
Service der Deutschen Post AG, das es dem Postkunden ermöglicht, den Versand von Pralinés an einen beliebigen Empfänger zu veranlassen.

Prêt a poster" 
französisch für "Ganzsache)"

Preußen
Das Königreich Preußen zählt zu den altdeutschen Sammelgebieten und verausgabte die ersten Marken am 15. November 1850 mit dem Kopfbild von König Friedrich Wilhelm IV. Die Post ging 1868 an den Norddeutschen Bund und am 4. Mai 1871 auf die Reichspost des deutschen Reiches über.

Prifix
Luxemburg Spezialkatalog

Prinz
Deutscher Hersteller von Sammler-Zubehör.

Privat-Brief-Verkehr Frankfurt-Bockenheim
Bockenheim ist ein Stadtteil von Frankfurt/Main. Der private Briefverkehr wurde am 01. November 1890 von G. Pranz gegründet. Am 15. März 1891 wurde die Firma von J. H. Platt übernommen, der sie am 31. März 1900 schloss. Das Unternehmen tauschte Post mit der Frankfurter Privatpost.

Bienenkorbmarke der Privat-Brief-Verkehr Frankfurt-Bockenheim

Privat-Stadt-Post Essen
Eröffnet am 13. Oktober 1887 von Luis Feldhaus, der auf behördliche Anordnung sehr bald das Unternehmen in „Privat- Brief- Verkehr“ umbenennen musste. Geschlossen am 6. Mai 1888. Es wurden 31 verschiedene Marken herausgegeben. 

   Bienenmarken der Privat-Stadt-Post Essen

Privataufdruck
Von privater Seite ohne postamtliche Genehmigung auf kursfähigen oder außer Kurs gesetzten Postwertzeichen angebrachter Aufdruck.

Privater Neudruck
Nach Ablauf der Kurszeit von privater Seite gedruckte Marke mit Originaldruckplatte.

Privatpost
Im weitesten Sinne ist damit alle staatlich genehmigte oder zumindest geduldete Postbeförderung. Die bedeutendste aller Privatpost war die von Thurn und Taxis. Es gab aber auch zahllose private Stadt- und Landposten.

Privatpostmarken
Hierbei handelt es sich um Marken, die von Privatposten herausgegeben werden. Als Beispiele seien die Marken der Suez-Kanal-Gesellschaft und der Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft genannt.

Probeaufdruck
Bezeichnung für einen Versuchsaufdruck vor dem endgültigen Druck einer Briefmarkenausgabe.

Probedruck
Der letzte Versuchsdruck vor dem endgültigen Druck.

specia151.jpg (20108 Byte) Probedruck (Nord-Korea)

Probedurchstich
Zu Probezwecken durchgeführter Durchstich sonst geschnittener Marken als Versuch der Briefmarkentrennung

Probezähnung
Postamtlich vorgenommene Zähnung sonst geschnittener Marken als Versuch für den Einsatz vorhandener Perforationsmaschinen zur Briefmarkentrennung.

Programmbeirat
Gremium, das den Herausgeber der deutschen Postwertzeichen – seit dem 1. Januar 1998 ist das der Bundesminister der Finanzen – hinsichtlich der Themenauswahl der Briefmarken-Neuheiten berät. Der Programmbeirat besteht aus Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Journalisten, Verwaltungsfachleuten und Philatelisten und tagt einmal jährlich, um die Markenthemen des jeweils übernächsten Jahres festzulegen.

Pro Juventute
Beliebte Sondermarken mit Zuschlag zu wohltätigen Zwecken, die alljährlich in der Schweiz verausgabt werden.

lexiko224.jpg (10937 Byte)

Propagandastempel
Stempel, die für eine Sonderveranstaltung wie z. B. eine Ausstellung oder für die Touristik, aber auch staatliche Wohlfahrts- und andere Zwecke werben.

lexiko224A.jpg (29384 Byte) Propagandastempel

Pro Patria
Beliebte Sondermarken mit Zuschlag zu vaterländische Zwecken, die alljährlich in der Schweiz verausgabt werden.

propaganda cancel
engl. für Werbestempel

Propokovitch, Petr Ivanovitch 
1755-1850. Der Ukrainer Petr Ivanovitch Propokovitch gründete 1828 die erste Lehranstalt für Bienenzucht in Russland und  arbeitet als erster mit Absperrgitter und Pfundrähmchen. Er ist der erste geschichtlich bekannte Mobil-Großimker und hatte 2.800 (!) Bienenvölker unter seiner Obhut. Für die damalige Zeit überaus bemerkenswert. Aufgrund seiner Forschungen und Experimente war er ein guter Kenner erfolgreicher Betriebsweisen.
Imker Propokovitch (Ukraine)


Proof
engl. für Probedruck

specia385.jpg (35162 Byte) Probedruck (Nord-Korea)

Prüfer
Experte, der philatelistische Objekte auf Echtheit und Erhaltung prüft und diese mit einem Prüferstempel bzw. Prüferzeichen kennzeichnet. Außerdem erstellt er Expertisen bzw. Fotoatteste.

Prüferzeichen
Meist sehr fein in Stahl oder Messing gravierte Stempel, durch deren vorsichtigen Aufdruck der Sachverständige bestätigt, dass er eine Marke geprüft und für echt befunden hat. Der Stempel wird auf der Rückseite der Marke angebracht. Wenn die Marke echt, aber beschädigt oder repariert ist, gibt es einen Zusatzstempel oder Sondervermerk.

Prüfordnung
Reglement, das Für die Prüfer und deren Auftraggeber verbindlich festgelegt ist. In Deutschland ist dies die Prüfordnung des Bundes Philatelistischer Prüfer.

PTA
Abkürzung für "Post und Telekom Austria AG".

PTT
Abkürzung für die "Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung" in Frankreich und in der Schweiz. 

 

Bitte melden Sie uns fehlende Begriffe und/oder Ergänzungen - vielen Dank. 


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Letzte Änderung am 08. März 2009

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