Presseberichte
 

 

Die Honigbiene in der Philatelie

Nur eine Gattung aus der Insektenfamilie der Bienen, die echte Biene, besser bekannt als Honigbiene (Apis mellifica), ist geeignet, dem Menschen nützlich zu sein.

Der Serie Rumäniens vom 12. Dezember 1963 ist es zu danken, wenn die Eingangsgruppierung für dieses verhältnismäßig kleine Motiv ausreichend gelingt. Werden doch in insgesamt fünf Marken (Wertstufen zu 55, 60 B, 1,20, 1,35, 1,60 L) sowohl die Körperformen dieses Hauptflüglers, als auch wichtige Ausschnitte aus dem täglichen Arbeitsablauf dieses staatenbildenden Nektar- und Blütenstaubsammlers vorgestellt. Auch das Anfliegen verschiedenartiger Blüten, angelockt durch die Farbe der Blütenblätter, aus wechselnder Richtung und die Rückkehr sind recht anschaulich und klar gezeichnet. So ganz nebenbei wird von Blüte zu Blüte der Blutenstaub getragen zur erfolgreichen Bestäubung der überwiegend vom Insekt abhängigen Blütenpflanzen. Oftmals äst der Fruchtertrag unmittelbar durch die Honigbiene gesteuert, die systematisch und beharrlich Kelch um Kelch aufsucht. Ohne die Bienenzucht und die unermüdliche Forschung wäre den Imkern heute nur noch ein bescheidener Erfolg beschieden.

Es ist daher eine selbstverständliche Dankesschuld, des bekanntesten Bienenforschers zu gedenken, der in der Polen-Sammlung-Jahrgang 1956 verewigt ist. — Dr. Johannes Dzierzpn (1811—1906), katholischer Pfarrer, tritt uns in der Portraitmarke (60 Gr) entgegen. Seine Beschäftigung mit der Biene besagt der ebenfalls kleinformatige Begleitwert (40 Gr), der aber nur eine Bildwiederholung bringen würde, da für die Bildreproduktion den vorhandenen größeren Darstellungen Rumäniens, je Werte zu 55 B-Hochformat-, „Biene auf Sonnenblume" (1959, 10. Jahrestag der landwirtschaftlichen Betriebe) und „Biene auf Blüten, mit Wabenunterdruck" (1960, Internationaler Kongreß der Imker, Apimondia), der Vorrang gebührt.

Aus Lowkowitz/Kreis Kreuzberg stammend, ließ sich Dr. Dzierzon später in Karlsmarkt nieder. Nach jahrelangen Beobachtungen konnte er die Jungfernzeugung (Parthenogenese) der Honigbiene beweisen und damit wieder entdeckten. Schon den alten Ägyptern war über die Bienenzucht vieles bekannt.

Bekanntlich legt die Bienenkönigin neben befruchteten auch unbefruchtete Eier, aus denen sich dann Drohnen, die männlichen Bienen entwickeln. Seine besondere Erfindung, die Mobilbauweise im Bienenstaat mit beweglichen Rahmen löste die Körbe und Klotzbauten ab, die wenig ertragreich waren. Dabei verlief die umständliche Honigentnahme nicht ohne Verlust für das Bienenvolk. Dank dieser Rähmchen, die einen ungeheuren Fortschritt bedeuteten, denen zudem noch Glasscheiben vorgesetzt werden konnten, war es möglich, erstmals das Innenleben im Bienenhaus und die Erfordernisse einer modernen Zucht eingehend und störungsfrei zu erforschen. Als Wissenschaftler vermittelte der hoch dekorierte „Bienenvater" seine Erkenntnisse, zusammengefaßt als „Dzierzon'sche Methode" den Imkern in aller Welt durch die Werke: „Theorie und Praxis des neuen Bienenfreundes" und „Rationelle Bienenzucht".

Bulgarien zeigt in der Freimarke (30 St) vom 7. Dezember 1940 die Honigernte und stellt gleichzeitig die neuzeitlichen Bienenhäuser vor, in denen die beweglichen, auswechselbaren Einsatzrahmen Verwendung finden.

Zwei Querformate (13, 2.0 St) des gleichen Landes aus der Serie vom Juli 1967 unter der Benennung „Wirtschaftliche Erfolge", zeigen jeweils in geteilten Bildern links Bienen vor Waben bzw. auf Blüten. Rechts ergeben sich die Produkte selbst, heller Blütenhonig und dunkler Honig aus der Waldregion in etikettierten Gläsern sowie eine Gruppe von Bienenkästen in gestaffelter Aufstellung.

Außerdem gibt es noch eine Marke der CSR vom 20. Juni 1963 „Biene mit Waben und Emblem", eine Gedenkausgabe zum „19. Weltkongreß der Bienenzüchter, Apimondia". Diese Bezeichnung ist dem wissenschaftlichen Namen der Honigbiene entliehen und erklärt zugleich, welche weltumspannende Bedeutung der Imkerei zukommt

Das Motiv „Biene und Wabe" ist auch in Gedenkausgaben zu Spartagen bzw. anläßlich der Jubiläen von Sparkassen in die Markenbilder eingegangen:

Rumänien — 15. Februar 1962—55 B — Serie „Tag des Sparens" — Sparbuch über Biene und Honigwaben. 
Belgien — 1. Mai 1950 — 1,75 F — Gedenkmarke „100 Jahre Spar- und Pensionskasse" — Bienenkorb im Zeichen dieser Kasse
Ungarn — 31. Oktober 1947—40 f — Gedenkausgabe „Spartag" — Bienenkorb
Spaniens Europa-Ausgabe vom 13. September 1962 mit „Waben und Biene" und;
der Bienenkorb in der 50 Öre-Marke Norwegens aus der Gedenkausgabe vom 17.Februar 1964 „100 Jahre Osloer Arbeiterverein" weisen unmittelbar auf den enormen Arbeitsfleiß, den Hang zum Sammeln und Bevorraten hin und unterlegen natürlich auch den stark ausgeprägten Gemeischaftssinn der Biene.

Erwähnt werden noch eine Marke Englands (1963, 3 P) aus „Nationale Naturwoche", ein Motiv Rußlands (1951, 40 K) = aus „Moderne Landwirtschaft" und die Zuschlagsmarke aus „Pro Juventute" der Schweiz (1950), die Bienen bzw*.ein Bienenhaus ins Bild übernehmen.

Soweit Bienenwaben in der Philatelie Eingang gefunden haben, ist auch der Zellenbau aus Wachs angesprochen. Alle Zellen, geometrisch genau in Form sechsseitiger Prismen mit pyramidalem Bodens ~ zwei entgegengesetzt mündende Zellen - schichten mit einer gemeinsamen Mittelwand konstruiert, ergeben eine Bauweise, die mit dem geringstmöglichen Wachsverbrauch auskommt.

Alle Marken des Bienen-Motivs stattet auch den Imkern Dank ab für die opferreichen Anstrengungen, die auch den Fruchtertrag der Blütenpflanzen entscheidend beeinflussen.

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