FRANKEN: Nicht bayrisch - nur bayerisch besetzt ...


Ruine Stierberg
Stierberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Betzenstein, Landkreis Bayreuth

Die Burgruine Stierberg ist eine ehemalige hochmittelalterliche Adelsburg über dem Dorf Stierberg. Die Oberburg der Ruine ist frei zugänglich, ein großer Teil der Unterburg ist in Privatbesitz und kann nicht betreten werden.

1308 wurde die Burg in einem Testament vom Edelfreien Gottfried von Schlüsselberg zum ersten Mal erwähnt. 1323/27 tauchte sie in einem bischöflichen Urbar als „castrum“ des Bistums von Bamberg auf. Vorher war die Burg Stierberg aber schon an die mit den Schlüsselbergern verwandten Leuchtenberger übergegangen. Wahrscheinlich fiel die Burg durch Verpfändung an die Leuchtenberger und wurde durch das Bistum Bamberg nicht mehr ausgelöst. Landgraf Ulrich von Leuchtenberg hatte sie schon 1316 dem Erzbischof Balduin von Trier zu Lehen aufgetragen, wohl um seinen Besitztitel gegenüber dem Bistum Bamberg zu sichern. 

Auf der Oberburg, die eine Fläche von ca. 60 mal 30 Meter hatte, sind nur wenig Mauerreste der Ringmauer und eines Turmes, vermutlich der Bergfried, erhalten. Die Mauerreste zeigen nur noch im Süden der Oberburg und an der Nordwestseite des Turmes ihre Quaderverblendung, die aber auch vom Verfall bedroht sind. Ein großer Mauerrest, vermutlich eines Gebäudes, steht noch an Nordostseite der Oberburg, er ist ca. 11 Meter lang, 6 bis 8 Meter hoch und 1,3 Meter breit und zeigt an seiner Außenseite zwei Stützpfeiler und einen Kragstein. Dieser Mauerrest gehörte wahrscheinlich zur großen Kemenate, die im Südostteil der Oberburg stand. Kunstmann vermutet neben der großen eine kleine Kemenate. Weitere Gebäude der Oberburg waren der schon erwähnte Turm und eine Zisterne, von der aber nicht mehr zu sehen ist. Der Aufgang befand sich im Nordosten des Felsriffes, und ging von der tieferliegenden Einsattelung aus, vermutlich über Treppen, durch ein Torhaus oder einen Torturm, wie auf einem Stich von L. Schlemmer aus dem Jahr 1799 zu sehen ist.

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Die Unterburg befand sich ca. 20 Meter unterhalb der Oberburg am nordwestlichen Fuß des Felsriffes, und in der Einsattelung im Norden des Felsriffes. Von ihr ist nicht mehr viel zu sehen. Jetzt steht im Bereich der Unterburg das Vogteihaus von 1778. Von dem ehemaligen Getreidekasten sind nur noch Geländespuren und ein Grundmauerrest zu sehen. Die Zufahrt kam von Nordwesten vom Dorf Stierberg, und bildete eine Torgasse im Bereich der Unterburg. Früher stand auch ein Torhaus oder Torturm am Eingang zur Unterburg. Im Süden der Unterburg ist noch eine zweite Zisterne zu sehen. Am nördlichen Ende der Unterburg steht ein weithin sichtbarer Rundturm auf einem Felsturm. Der Turm bestand aus Bruchsteinmauerwerk und hat einen Durchmesser von 5,5 Metern, eine Mauerstärke von 1,3 Meter und eine Höhe von sechs Meter. Sein Stichbogiger Eingang zeigt in Richtung Unterburg und war nur durch eine Leiter zugänglich. Der Turm war mit einem Ziegeldach gedeckt, wie Ziegelreste unterhalb des Turmes zeigen. Er diente zur Verteidigung der Burg gegen Angriffe von Norden und war in die Ummauerung der Unterburg miteinbezogen.

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Eine Besonderheit ist die Burghöhle. Die natürliche Höhle wurde künstlich ausgearbeitet und diente wahrscheinlich unter anderem als Keller der Burg. Sie zieht sich durch das Felsriff der Oberburg und hatte drei Zugänge: Einen nördlichen im Bereich der Unterburg, einen im Süden des Felsriffes und einen im Westen des Felsriffes. Die Öffnung im Westen wurde bis auf eine Scharte vermauert, ist aber jetzt ganz zugesetzt. Vor dem südlichen Ausgang, der heute bis auf eine kleine quadratische Öffnung vermauert ist, baute man in einem Abstand von ca. 2 bis 4 Meter eine schildmauerartige Befestigung. Ob sie eine Öffnung nach außen hatte ist unklar. Sie bildet einen kleinen, von der Mauer und dem Felsriff gebildeten Vorplatz, von dem der oben erwähnte schluchtartige zweite Aufgang nach oben zur Oberburg führte. 

Der Aufgang ging zwischen dem Felsriff und einem vorgelagerten Felsturm auf dem Hang eines kurzen Sattels, der Felsriff und Felsturm verband, auf steilen Treppen nach oben. Der Zweck dieser Anlage ist unklar. Vielleicht diente sie dazu, einen in die Unterburg eingedrungen Feind in den Rücken zu fallen, oder sie diente schlicht dazu, Vorräte vom Höhlenkeller in die Oberburg zu bringen, vielleicht auch per Aufzug. Auf dem Felsturm stand wahrscheinlich ebenfalls ein Turm.

Frei zugänglich Vorburg Bereich Türmchen und Hauptburg. Gelände des Vogthauses ist Privatbesitz und darf nicht betreten werden.
Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner!

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