Burg Arnsburg
Gemeinde Lich, Landkeis Giessen

Die Burg Arnsburg war zur Zeit der Salier und Staufer Sitz einer königlichen Dienstmannenfamilie (11.-12.Jh.), die hohe reichspolitische Bedeutung errang und zum mächtigsten Geschlecht im Rhein-Main-Gebiet wurde. Die um 1000 erbaute Burg Arnsburg ist die Stammburg der Reichsministerialen von Hagen und Arnsburg in der Wetterau, die sich ab 1151 von Münzenberg nannten. 

Sie entwickelte sich in vier Bauabschnitten bis 1151 zu ihrem endgültigen Zustand, bis sie nur fünf Jahre später aufgegeben wurde.

Über die Herkunft des Namens Arnsburg gibt es verschiedene Deutungen. Er wurde als Burg des Arn oder als Burg des Arnold interpretiert. Da aber diese Personennamen nicht in der Familie der späteren Burgherren vorkommen, wird auch eine Ableitung von Castellum Hadrianum vermutet, da das ehemalige Kastell Altenburg in der Zeit des römischen Kaisers Hadrian bestand. Wahrscheinlicher ist eine Verbindung zu dem römischen Legionsadler, da der erste Burgherr Kuno von Arnsburg für seine Dienste unter zwei Kaisern den Adler als Wappentier behalten hat.

Oberhalb des Steilhangs zur Wetter entstand zunächst in der Zeit um 1000 im ersten Bauabschnitt eine Turmburg. Sie bestand aus einem quadratischen Turm, von einer Mauer in Form eines engen Hofes umgeben. Einbezogen in die Südecke des Hofs war ein in Trockenmauerwerk angelegter, 17 Meter tiefer und bis zum Grundwasser der Wetter reichender Brunnen. Östlich dieser Anlage gab es eine kleine Kapelle. Im zweiten Bauabschnitt erhielt die Burg eine weitere Mauer mit vorgelegtem Halsgraben, der sich im Osten in einem Bogen um die Kapelle herumzog.

arnsbu1.jpg (37743 Byte)

Im dritten Bauabschnitt ist ein Pfeilerbau unmittelbar östlich der Turmburg und eine Verlängerung der Burgmauer nach Nordosten nachweisbar, in der sich knapp 40 Meter nordöstlich des Turmes ein befestigter Torbau befindet. In derselben Zeit wurde der Graben vor der Kapelle aufgefüllt.

In der vierten Bauetappe wurde die Burg von einer neuen Umfassungsmauer geschützt, die im Kernbereich unmittelbar vor der älteren Mauer stand und im Nordosten bis zum Steilabfall zur Wetter reichte. Dadurch wurde der gesamte Geländesporn in den Burgbereich einbezogen. Im nordöstlichen Teil des Areals entstand zeitgleich ein runder Bergfried. Dies war die letzte Ausbaustufe vor 1151, da die Arnsburger dann ihre Burg aufgaben und ihre neue Burg Münzenberg bezogen.

arnsbu2.jpg (97149 Byte)   arnsbu3.jpg (63479 Byte)   arnsbu4.jpg (83276 Byte)

Einige Jahre später gab es jedoch noch weitere nachweisbare Bautätigkeiten. Jüngere Mauerzüge, die die Umfassungsmauer der Burg überschneiden, zeugen davon. Es ist zu vermuten, dass die Reste der Burg den Mönchen zwischen der Gründung des nahegelegenen Zisterzienserklosters im Jahre 1174 und der Weihe der neuen Anlage 1197 als Bauhütte und Steinbruch dienten.

arnsbu5.jpg (62904 Byte)   arnsbu6.jpg (94733 Byte)   arnsbu7.jpg (91151 Byte)

arnsbu8.jpg (78923 Byte)   arnsbu10.jpg (105656 Byte)   arnsbu11.jpg (110731 Byte)

arnsbu12.jpg (104396 Byte)   arnsbu13.jpg (102413 Byte)   arnsbu14.jpg (94323 Byte)

arnsbu9.jpg (179990 Byte)   arnsbu17.jpg (147975 Byte)   arnsbu18.jpg (162132 Byte)

arnsbu19.jpg (91641 Byte)   arnsbu15.jpg (101188 Byte)   arnsbu16.jpg (108496 Byte)

Eine Seite zurück



© Arnulf von Copperno Sende uns ein Pergament ...

Zur Startseite

[ weitere Burgen ] [ Burgen-Literatur ]