Burg Gräfenstein
Gemeinde Merzalben, Landkreis Südwestpfalz

Erstmals erwähnt wurde Gräfenstein 1237 in einer Teilungsurkunde der Grafen von Leiningen. Die zentrale Anlage mit Bergfried und Palas stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und geht somit auf die Stauferzeit zurück.

1317 kam die Burg in den Besitz der Seitenlinie Leiningen-Dagsburg. Bereits 1367 mussten diese 7/8 an Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz verkaufen. Durch Heirat gelangte der Gräfenstein 1421 an die Grafen von Leiningen-Hardenburg. Diese ließen besonders die Unterburg erweitern.

Die erste Zerstörung erfolgte 1525 im Deutschen Bauernkrieg. Ab 1535 fand der Wiederaufbau statt und 1540 wurde die Burg vom damaligen Besitzer Pfalzgraf Johann von Simmern an den Pfalzgrafen Ruprecht von Pfalz-Veldenz verkauft, der sie fortan als seinen neuen Wohnsitz nutzte und auch die Reformation einführte. Ruprecht war 1506 in Zweibrücken geboren worden und ist am 28. Juli 1544 auf Burg Gräfenstein gestorben.

Danach folgten wieder wechselnde Eigentumsverhältnisse, bis die Burg samt den dazugehörigen Dörfern 1570 in badischen Besitz (Markgrafschaft Baden-Baden bzw. Baden-Durlach) überging. 1635, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Burg durch einen Brand zur Ruine (durch "Ohnvorsichtigkeit der kayserlichen Parrtheyen, so darin Posto gefasst") und war auf Dauer unbenutzbar.

Trotzdem war die Wehranlage noch recht gut erhalten. Erste Sicherungsmaßnahmen an der Ruine fanden 1909/10 und 1936/37 statt. Das Land Rheinland-Pfalz ließ die Burgruine von 1978 bis 1986 umfassend und aufwändig restaurieren.

Als einzige Burg in Deutschland hat Gräfenstein einen siebeneckigen Bergfried. Dieser kann auch heute noch über eine enge Wendeltreppe bestiegen werden. Die Form des Turmes ergibt sich aus der Kombination eines Achtecks  mit einem Dreieck. Während beim fünfeckigen Turm eine dreieckige Spitze dem Quadrat auf der Angriffsseite der Burg zugefügt wird, sind im Fall Gräfenstein zwei Schenkel des Achtecks zu einer Spitze verlängert. 

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Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass der Bergfried von Gräfenstein gar nicht gegen eine Angriffsseite gerichtet ist, da die Burg auf einem allseitig steil abfallenden Bergkegel liegt.

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