Burg Thurant
Gemeinde Alken an der Mosel, Landkreis Mayen-Koblenz

Vermutlich in der Zeit von 1198 bis 1206 ließ Pfalzgraf Heinrich I. der Lange aus dem Adelsgeschlecht der Welfen an der heutigen Stelle eine Wehranlage errichten, um die Ansprüche seines Bruders, Kaiser Otto IV., im Moselgebiet zu sichern. Die Höhenburg benannte er der Überlieferung nach der Burg Toron bei Tyros im heutigen Libanon, die er mit einem Heer während der Barbarossaschlacht im Dritten Kreuzzug vergeblich belagert hatte. Nachdem Pfalzgraf Heinrich II. der Jüngere ohne männliche Nachkommen 1214 verstorben war, vergab Kaiser Friedrich II. die Burg und den Ort Alken als Reichslehen gemeinsam mit der Pfalz an die staufertreuen Wittelsbacher.

Durch ihre Lage im Trierer Land wurde Burg Thurant aber auch von den Kölner und Trierer Erzbischöfen beansprucht. 1216 gelang es Engelbert I. von Köln, die Anlage gewaltsam einzunehmen. Obwohl Papst Honorius III. gegen dieses Vorgehen protestierte, behauptete Engelbert seine Eroberung bis zu seinem Tod im November 1225, ehe die Burg in den Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein zurückkehrte. Otto II. von Bayern setzte anschließend den Ritter Berlewin, genannt Zurn, als Burggrafen ein. Da sich Berlewin aber als Raubritter betätigte und von seiner Burg aus das Trierer Land überfiel, taten sich Arnold II. von Isenburg und Konrad von Hochstaden zusammen und belagerten die Burg ab 1246 in der sogenannten Großen Fehde. 1248 wurde die Anlage durch sie eingenommen und am 17. November des Jahres ein Sühnevertrag unterzeichnet, der heute noch erhalten ist und somit eines der ältesten deutschen Schriftstücke darstellt. In dem Dokument verzichtet die Kurpfalz auf die Burg Thurant und den dazugehörigen Ort Alken zugunsten der beiden Erzbistümer.

Die Erzbischöfe teilten die Anlage in eine Trierer und eine Kölner Hälfte, die durch eine Mauer voneinander getrennt und jeweils durch einen eigenen Burggrafen verwaltet wurden. Jede Hälfte verfügte über einen separaten Eingang, eigene Wohn- und Wirtschaftsgebäude und einen Bergfried, heute Trierer Turm und Kölner Turm genannt. Im 14. und 15. Jahrhundert dienten beide Burgteile nicht nur als Afterlehen, sondern auch als Pfandobjekt. Zu den Adelsgeschlechtern, die seit Beginn des 14. Jahrhunderts über Thurant geboten, zählten unter anderem die Familien von Schöneck, von Winningen, von Eltz und von der Reck. Seit 1495 waren die Herren von Wiltberg einer der Lehnsnehmer. Sie nutzten die bereits 1542 als baufällig bezeichnete Burg als Steinbruch, um sich in Alken das Wiltberg’sche Schloss, auch Wiltburg genannt, zu errichten.

Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs kamen 1689 weitere Zerstörungen durch französische Truppen hinzu und ließen die Anlage endgültig zu einer Ruine werden. Nur noch die beiden Bergfriede und ein Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert waren weitgehend unversehrt.

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