Burg Freudenstein
Gemeinde Freiberg, Landkreis Mittelsachsen

Das Schloss Freudenstein befindet sich am Schloßplatz am Rande der Innenstadt von Freiberg. Seine Geschichte ist eng mit dem Hause der Wettiner verbunden. Nach mehreren Umbauten besteht das Schloss heute als eine vierflügelige Anlage aus diesen Gebäuden: Langes Haus, Neues Haus, Kirchenflügel, Großer Turm und Schmales Haus.

Nach den Silberfunden in Christiansdorf ließ Markgraf Otto von Meißen 1168 eine Burg zum Schutz des Silberbergbaus errichten. Am 31. Juli 1312 wird die Burg erstmals in einer Quelle als „Hus“ bezeichnet. In späteren Urkunden mit der Bezeichnung „arx“, „Castrum“, „flos“ und „Burg“ beschrieben. Als „Freudenstein“ wird das Schloss Freiberg erst im Jahre 1525 bezeichnet. Ab 1505 residiert Herzog Heinrich der Fromme meist in Freiberg. Während seiner Regentschaft wurden seine Söhne, die späteren Kurfürsten von Sachsen Moritz und August, im Schloss geboren.

Der Neubau des Schlosses beginnt 1566 unter Aufsicht des Rochus zu Lynar durch Baumeister Hans Irmisch. Die Fertigstellung im baulichen Stil der Renaissance wird 1577 beendet. Im Dreißigjährigen Krieg ist es Teil der Verteidigungsanlage der Stadt Freiberg und wird zeitweise als militärischer Stützpunkt genutzt. 1762 wurde in Folge des Siebenjährigen Krieges die Inneneinrichtung des Schlosses vollständig ruiniert. Bis 1979 als Getreidespeicher. Unter Rückbesinnung auf den baulichen Zustand von 1577 wurde die Fassade des Neuen Hauses unter seiner Regie im Stil der Renaissance rekonstruiert. Zwischen 2005 und 2008 wurde es im Ergebnis eines europaweiten Wettbewerbes unter Leitung von AFF architekten Berlin/Chemnitz umgebaut. Dabei erfolgte die Entkernung des Kirchenflügels, um dort in einem eingestellten skulpturalen Baukörper das Bergarchiv unterzubringen. 

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Im angrenzenden Langen Haus wird die Ausstellung „terra mineralia“ untergebracht. Weiterer Nutzer des Schlosses ist seit Mai 2008 das Bergarchiv Freiberg des Sächsischen Staatsarchivs als Spezialarchiv Sachsens für den Montanbereich. Es bewahrt Archivgut zur Montangeschichte Sachsens und Deutschlands seit dem 15. Jahrhundert und verwahrt etwa 4.600 m Akten und 106.000 Karten.

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Zeugnis der romanischen Bauphasen ist der Stumpf eines Rundturmes auf der Südost-Seite mittig vor dem Langen Haus. Dieser liegt mit der Oberkante etwa in einer Tiefe von 30–40 cm unter dem derzeitigen Hofniveau und ist neben dem alten Burggrundriss im Platzbelag gekennzeichnet. Reste der gotischen Burg sind in Gestalt der beiden großen Kellertonnen unter dem Langen Haus und dem Kirchenflügel erhalten. In Teilbereichen der Nordwestfassade des Langen Hauses befinden sich Zeugnisse von Fenstergewänden einem freigelegten Putzfeld.

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