Château du Petit-Arnsberg (Elsaß)
Gemeinde
Obersteinbach, Canton Wissembourg, Département Bas-Rhin

Klein-Arnsberg gehört zu den kleineren Felsenburgen, man darf sie jedoch nicht mit der in Lothringen und hart an der Grenze zum Elsaß liegenden Burg Groß-Arnsberg verwechseln. Der heutige Zugang erfolgt direkt aus dem Halsgraben über eine Stahltreppe hinauf zur Toranlage am Torturm. Hier befindet sich eine Grube mit einer kleinen Brücke sowie die Felsenkammer der Torwächter. Von hier ab beginnt eine Felsentreppe. Sie verläuft zunächst durch einen Felsdurchbruch hindurch und dann rechtsläufig am Fels entlang hinauf bis zur Oberburg. Dabei passiert man  ein Felsentor mit einer daneben befindlichen Felsenkammer. Auch hier konnte der Zugang zur Oberburg abgeriegelt werden. Auf der Oberburg angelangt, findet man massive Reste des Wohnbaus, eine Zisterne, eine Art Felsenkammer sowie zahlreiche Ausarbeitungen am Fels. Auch wenn die Anlage sehr klein und kompakt ist, ist ein Besuch sehr lohnenswert. Sehr romantisch wirkt die Aussicht auf die Ortschaft Obersteinbach. Auf der Bergseite hinter dem Halsgraben befindet sich eine kleine Vorburg, von der noch eine Felsentür sowie eine in den Fels geschlagene Treppe vorhanden sind.

Bei dieser Felsenburg handelt es sich wohl um den kleinsten Adelssitz im Elsaß. 

Die Burg ist urkundlich erst seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar, das vorhandene Mauerwerk würde aber für eine Entstehung in spätstaufischer Zeit (mind. Mitte 13. Jh.) sprechen. Auf der Burg saßen die Herren von Wasigenstein, welche die Burg als Lehen der Abtei Weißenburg in Besitz hatten. 1335 wird die Burg als Versteck des Raubritters Friedrich von Wasigenstein belagert und erobert.

Von 1360 an im Besitz der Herren von Ochsenstein, wechseln in der Folge häufig die Besitzer. Um 1400 besitzen die Herren von Dahn (Than) die Burg als Lehen. Friedrich von Dahn verkauft 1420 eine Hälfte der Burg an Ludwig von Lichtenberg. Um 1483 besitzen die Herren von Adelsheim die Burg als Lehen. Nach 1485 kommt die Burg im Erbgang in das Eigentum der Grafen von Zweibrücken-Bitsch. Diese lassen die Burg ab 1494 umfassend renovieren.

Über verschiedene Lehensleute kommt die Burg durch die Verträge von 1604 und 1606 an den Grafen Johann Reinhard von Hanau-Lichtenberg. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg 1635 zerstört und ist seit dieser Zeit eine Ruine.

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Anreise: Zufahrt auf der D3 bis Obersteinbach. Von dort Fußweg 500m zur Ruine, markiert durch eine rote Raute (Rhombus)

Maison des Châteaux forts

Unterhalb der Burg, direkt an der Hauptstrasse im Dorf Obersteinbach befindet sich in einem alten Fachwerkhaus (ehem. Pfarrhaus) ein kleines Museum über die Wasgauischen Burgen. Leider war es bei unserem Besuch geschlossen.

Jetzt gewährt das Haus der Burgen einen Einblick in die Geschichte der Festungsanlagen des Mittelalters, erklärt deren Bauweise, erzählt auch aus dem Alltagsleben. 

Drinnen ist eine Ritterrüstung aus dem 17. Jahrhundert zweifellos der Blickfang, gegenüber den Modellen vorheriger Epochen technischen Fortschritt demonstrierend, weil Helmform und Genickschutz dem Träger mehr Überlebenschancen boten. Aber lehrreicher sind die vielen Farbfotos an den Wänden, bildlichen Darstellungen sonstiger Art und die Exponate unter Glas. Der Adel, seine Wappen und Siegel diese Thematik füllt einen der kleinen Räume.

Wenige Schritte weiter ist großflächig zu sehen, welche topographischen Gegebenheiten einst die Festungsbauer für ihre Zwecke zu nutzen wussten. Kein Felsvorsprung war ihnen zu Schwindel erregend, kein Buntsandstein zu hoch, um schließlich perfekter Sockel zu sein.

In der Ausstellung in Obersteinbach ist ein Raum dem Kapitel Angriff und Verteidigung gewidmet. Dort wird veranschaulicht, wie die einen die Festung einzunehmen und die anderen dieses zu verhindert versuchten. Rammböcke scheiterten an Eichentüren in Bogenform und Katapulte an zu krassen Höhenunterschieden. Die Schießscharten waren erst enge Spalte, dann kreuzförmig und anschließend rund passend zum Bogenschießen, zur Armbrust oder zur Hakenbüchse.

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Öffnungszeiten:
März und April: sonntags 14.00 - 17.00 Uhr
Mai und Juni: samstags und sonntags 15.00 - 18.00 Uhr
Juli bis Oktober: mittwochs 14.00 - 17.00 Uhr sowie samstags und sonntags 15.00 - 18.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 2 Euro
Kinder: 1 Euro

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