St. Rupert in Weißpriach (Salzburg)
Gemeinde Weißpriach, Bezirk Tamsweg

Die Kirche St.Rupert ist eine der ältesten Kirchen im Land Salzburg. Das Kirchlein in Weißpriach beherbergt herrliche byzantinische Fresken aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Eine geschnitzte St. Leonhard-Statue hält eine Kette in der Hand, die aus einem einzigen Stück geschnitzt ist. Sie weist ihn als Schutzheiligen des Viehs und der Pferde aus.

Angebaut an die Mauern des ehemaligen Wohn- und Wehrturmes der "Herren von Weißpriach", diente sie diesen ehemals als Schlosskapelle. Besondere Kennzeichen der Bauweise deuten bei der Ruine auf eine Befestigungsanlage aus der Karolingerzeit hin, die als der "Thurn im Longga zu Wizpriach" bezeichnet worden war. 

Der weitläufige Turm galt als Stammsitz des Rittergeschlechtes der Weißpriacher. Erstmalig 1272 erwähnt, zählte diese Familie in den folgenden Jahrhunderten zu den reichsten Adeligen des Lungaues. Als bedeutendste Persönlichkeit aus diesem Geschlecht ging der Erzbischof und Landesfürst Burkhart von Weißpriach hervor.  Der Turm der Weißpriacher dürfte wohl seit dem Abzug der ungarischen Belagerer aus dem Lungau (1490) eine Ruine sein. Die Burgkapelle, als Ursprung des heutigen Gotteshauses, hat diese Zeit der Brandschatzung und Plünderung jedoch überdauert. 

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Die Erbauung der kleinen Kirche dürfte auf die Zeit zwischen 1050 und 1150 zurückgehen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrmals umgestaltet. So baute man den heutigen Turm beispielsweise erst 1738 an der Nordseite an.  Ein deutliches Zeichen für die derbe Einfachheit der Erbauungszeit stellt schon die Kirchentür aus groben Lärchenpfosten dar.

Die alten Wandmalereien im Inneren des Gotteshauses wurden im Zuge einer oberflächlichen Restaurierung im Jahr 1949 freigelegt. Auf den Fresken im Altargewölbe ist Christus dargestellt, der zum Gericht erscheint, umgeben von den vier Evangelisten. Die Wandgemälde auf der Sakristeiseite zeigen den Heiligen Ägidius mit der Hirschkuh in seiner Einsiedlerhöhle, sowie den Besuch des Westgotenkönigs Wamba bei ihm.

Bei den Malereien über der Eingangstür handelt es sich um äußerst seltene romanische Darstellungen von qualvollen Szenen des Weltgerichtes.

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Im Zuge der Restaurierungsarbeiten und der Freilegung der Fresken wurde der ursprüngliche Hochaltar von 1742 entfernt und in die Wallfahrtskirche "Hollenstein" bei Kendlbruck gebracht.

Das Altarblatt mit dem Heiligen Rupertus, dem die Kirche geweiht ist, sowie die Statuen der Apostel Petrus und Paulus und jene der Bischöfe Virgil und Vital blieben jedoch im Weißpriacher Gotteshaus.

Von den beiden Seitenaltären dürfte der Rechte mit dem Aufsatzbild des Heiligen Rupert bis 1742 als Hochaltar gedient haben. Der linke Seitenaltar gilt als Erinnerungsstück an die ursprüngliche Kirche in Althofen bei Mariapfarr. Beim Abbruch jenes Gotteshauses im Jahr 1743 kam sein ehemaliger Hochaltar nach Weißpriach.

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