Ein paar Informationen aus seiner Zeit ohne jeglichen Anspruch auf Vollzähligkeit oder Richtigkeit

 

Über Arnulf von Copperno

"Arnulf von Copperno" ist eine fiktive Gestalt und hat natürlich in dieser Form in "Copperno" nie gelebt. Es hätte aber gut sein können, wenn es seinerzeit wie im Nachbarort "Holzhausen" eine "Burg" oder "Feste" (gebaut im 10. Jahrhundert; zerstört 1230 oder 1243; Besitzer waren die Herren von Holzhausen) gegeben hätte. Wie weiter unten beschrieben waren die Zeiten recht bewegend und alles andere als sicher.

Wer heute eine "Ritterburg" besichtigt hat in der Regel stets Bilder a la "Ivanhoe" oder "König Artus" vor Augen. Immer gepaart mit einem kräftigen Schuss "Ritterromantik", die es aber nur im Film oder im Roman gibt. Auch sind die "heutigen" Burgen seltenst dem Original entsprechend. Viele Burgen wurden um 1900 im Stile des "Historismus" idealisiert aufgebaut und haben in vielen Fällen kaum Ähnlichkeiten zum historischen Bauwerk. 

So ist beispielsweise von der Burg Altena (Sauerland) bekannt, dass sich 1903 Historiker und der geldgebende Bauherr kräftig über den Wiederaufbau in der Wolle hatten. Die einen wollten die Geschichte wahren und der andere eine Burg nach seinem Sinne und Ideale. Hm - der Letztere hat leider gewonnen. Und so ist Altena heute zwar schön anzusehen, aber leider nicht historisch. 

Altena ist kein Einzelfall - so ging es vielen Burganlagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wenn man kritisch die verschiedenen Museen und Ausstellungen in den Burgen betrachtet, so wird einem auffallen, dass natürlich viele Exponate gegen Ende des Mittelalters ausgestellt wird. So kennt nahezu jeder die "Bleichheinis" (äh Ritter in Vollrüstung) des 15.Jahrhunderts aber weniger die ritterliche Bewaffnung aus der Zeit Arnulfs.

Übrigens: Die Bezeichung "von" wurde in der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 abgeschafft und impliziert keinen Adelstitel. Da es sich hier um eine mittelalterliche Seite handelt ist das "von", mit der Bedeutung "aus", sprachlich sinnvoller.
Wir nutzen die Namen als Künstlernamen. Ähnlichkeiten mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Doch zurück zu Arnulf:

Das wahre Ritterleben war hart und alles andere als angenehm: in den Burgen war es bitter kalt, ungemütlich und auch die Lebensmittelversorgung war nicht immer gewährleistet.

"Arnulf" stellt einen edelfreien Ritter dar, was nichts anderes ist, als ein Ritter aus einer nichtadeliger Linie, der von seinem Fürsten aufgrund Leistung und Wohlwollen in den Ritterstand gehoben wurde. Selbstredend, dass "dieses niedere Rittervolk"  bei den adeligen Ritter auf Mißfallen stieß. Seine Funktion ist die des Burgvogtes. Der Burgvogt verwaltet die Burg und alles dazugehörende Gesinde im Auftrage seines Lehensherren. Er ist in der Regel mit vielen Vollmachten ausgestattet ist jedoch in allen Dingen seinen Lehenherren Rechenschaft schuldig. In den besten Fällen war er sogar des Lesens und Schreibens kundig, was unter seinen Zeitgenossen schon recht selten war.

Das 13. und 14. Jahrhundert

Die Zeit um 1200 war geprägt durch den Machtkampf der Staufer und Welfen um die Vorherrschaft in Deutschland. In jenen Jahren entstanden nicht nur erhabene Kathedralen und stolze Burgen, sie stellt vielmehr einen Höhepunkt des Kunstschaffens dar und die höfische Kultur mit Turnieren und Minnesang entfaltet sich zur vollen Blüte.   

Ab dem 11. bis in das 14. Jahrhundert gab es einen anhaltenden Bevölkerungswachstum. Neue Gebiete mussten erschlossen, die Produktionsmethoden zur Erhöhung der Erträge verbessert werden. Dies förderte Handwerk und Handel, und damit wiederum die Geldwirtschaft. Neue Märkte entstanden, die wiederum die Kassen der Städte füllten. Eine seit der Antike nicht gekannte soziale Mobilität entwickelte sich, sowohl örtlich als auch den sozialen Stand betreffend.

Die Kirche mit dem herausgebildeten Papsttum entwickelte nach innen eine klare Hierarchie, nach außen kämpfte sie mit den weltlichen Herrschern um die Vormacht. Diese Machtkämpfe wurden von vielen Zeitgenossen kritisiert. So entstanden in Deutschland kirchliche Reformbewegungen, es kam in dieser Zeit allerdings auch zum Investiturstreit. Das Hochmittelalter war auch eine Blütezeit der geistlichen Orden, wie beispielsweise der Zisterzienser oder Prämonstratenser.

Bildung wurde in den Vordergrund gerückt. Es entstanden Dom- und Klosterschulen, und die ersten Universitäten wurden gegründet. Neben Theologie wurden vor allem die Fächer Medizin (vor allem in Frankreich) und Jura (vor allem in Italien und dort insbesondere in Bologna) gelehrt. Diese Bildungsrevolution wurde durch die Wiederentdeckung antiker Schriften ermöglicht (wie die des Aristoteles), die aus dem arabischen beziehungsweise byzantinischen Bereich nach Westeuropa gelangten. Infolge dieses Prozesses bestimmte nun die Scholastik das wissenschaftliche Denken.

Lesen und Schreiben waren nicht mehr nur Fertigkeiten des Klerus, sondern zunehmend auch von Teilen der Beamten (Ministeriale) und Teilen des Adels. Die Literatur bediente die neuen Leser, indem sie nicht nur geistliche und philosophische Themen verarbeitete. Es wurde nicht mehr nur in lateinischer Sprache, sondern auch in Landessprache geschrieben. In der Malerei wandte man sich von der Darstellung geistlicher Themen hin zur Darstellung von Natur und Alltag. In der Architektur herrschte die Romanik vor. Die Menschen, denen dies möglich war, konnten sich relativ sicher frei innerhalb weiter Teile Westeuropas bewegen.

Das Hochmittelalter war allerdings auch die Zeit der Kreuzzüge, die als die erste europäische Kolonisation betrachtet werden kann. Diese Epoche war auch die Blütezeit des Rittertums, das sich in Folge eben jener Kreuzzüge neu definierte.

Im staatlichen Bereich büßte in jener Zeit das Heilige Römische Reich an Macht ein, während die „nationalen Königreiche“ (England und Frankreich) an Macht und Einfluss gewannen. Im wirtschaftlichen Bereich kam es zur Ausbildung eines Bankensystems, vor allem in Oberitalien.

Nach dem Tod des Stauferkaisers Friedrich II. am 13. Dezember 1250 begann im Heiligen Römischen Reich das Interregnum, eine Zeit der Instabilität mit mehreren Königen und Gegenkönigen, in der vor allem die Macht des sich nun endgültig formierenden Kurfürstenkollegiums gestärkt wurde. Das Interregnum endete erst 1273 mit der Wahl Rudolfs von Habsburg zum König. Nach Auseinandersetzungen mit dem König von Böhmen, Přemysl Ottokar II., den Rudolf in der Schlacht auf dem Marchfeld am 26. August 1278 besiegte, erwarb er Österreich, die Steiermark und die Krain und legte so die Grundlage für den Aufstieg des Hauses Habsburg zur mächtigsten Dynastie im Reich. Rudolfs Nachfolger, Adolf von Nassau und Albrecht I., standen im Konflikt mit den Kurfürsten, die 1308 den Luxemburger Heinrich VII. zum König wählten. Heinrich versuchte, das Kaisertum in Anlehnung an die Stauferzeit zu erneuern. Er unternahm 1310 einen Italienzug und wurde im Juni 1312 als erster römisch-deutscher König nach Friedrich II. zum Kaiser gekrönt, starb jedoch schon im August 1313. 

1314 kam es zu einer Doppelwahl: Ludwig der Bayer aus dem Hause Wittelsbach konkurrierte mit Friedrich dem Schönen aus dem Hause Habsburg, wobei sich Ludwig schließlich durchsetzen konnte, bald aber in einen schwerwiegenden Konflikt mit dem Papsttum geriet (siehe Johannes XXII. und Clemens VI.). Im Reich nutzten die Luxemburger die Aufforderung des Papstes zur Wahl eines neuen Königs aus und 1346 wurde Karl IV. aus dem Hause Luxemburg von vier Kurfürsten zum König gewählt. Zu einem Kampf zwischen Karl und Ludwig kam es nicht mehr, da letzterer kurz darauf verstarb.

Zeitleiste 11. bis 13. Jahrhundert (Auszug)

Jahr Ereignis
994 - 1002 Otto III ist deutscher König und Kaiser.
1000 Die ersten Ritterturniere finden statt, auf denen die Ritter ihren Mut sowie ihre Kampffertigkeiten unter Beweis stellen können. In Europa entstehen „Motten“ aus Holz. Ritter Kämpfen in Kettenhemden und mit großen Schilden.
1002 – 1024 Heinrich II. ist deutscher König und Kaiser.
1066 Die Normannen besetzen England. Schlacht bei Hastings. Diese Schlacht bildete die Grundlage für den Teppich von Bayeux (England, Ende 11. Jh.). 68 m lang, ca. 50 cm breit. Eines der wichtigsten Zeugnisse dieser Epoche.
1096 -1099 1. Kreuzzug. Papst Urban II. ruft auf der Synode Clermont (1095) zum 1.Kreuzzug auf („Gott will es“). Christen ziehen ins Heilige Land und erobern Jerusalem.
1098 – 1179 Lebzeiten von Hildegard von Bingen, Ärztin und Äbtissin.
1099 Der Johanniterorden wird gegründet.
1100 „Holzmotten“ werden durch Steinburgen ersetzt.
1118 Der Orden der Templer wird gegründet, eine Art SEK C (Sondereinsatz Kommando Christus). Sie dienen zur Bewachung der Pilgerpfade und Städte im Heiligen Land. Später größter und einflussreichster Orden in Europa.
1122 Friedrich I., genannt Barbarossa aus dem Haus der Staufer(* etwa 1122 in Waiblingen oder in Weingarten (Altdorf) bei Ravensburg; † 10. Juni 1190 im Fluss Saleph, (Anatolien)). Er war von 1147 bis 1152 unter dem Namen Friedrich III., Herzog von Schwaben, bekannt. Seit 1152 war er römisch-deutscher König (rex romanorum) und seit 1155 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Seinen Beinamen Barbarossa (barba „Bart“, rossa „rot/rötlich“) erhielt er in Italien wegen seines rötlich schimmernden Bartes.
1130 Papst Innozenz II verbietet Turniere, da sie zu sinnlosem Blutvergießen führen.
1147 – 1149 2. Kreuzzug. Den Christen gelingt es nicht, die heilige Stadt zurück zu erobern.
1176 Erkennt Friedrich „Barbarossa“ Alexander als Papst an (Frieden von Venedig)
1187 Der ägyptische Sultan Saladin erobert die Kreuzfahrerstaaten und Jerusalem.
1189 – 1192 3. Kreuzzug. Barbarossa ertrinkt, Richard Löwenherz schließt einen Waffenstillstand mit Saladin.
1189 – 1199 Regierungszeit Richards I. Löwenherz, König von England. Die Geschichten von Robin Hood spielen in dieser Zeit.
1190 Gründung des Deutschen Ordens bei Akkon (von hanseatischen Kaufleuten als Krankenpflegeorden gegründet, wird später zum Ritterorden nach dem Vorbild der Templer und Johanniter).
1202 – 1204 4. Kreuzzug. Die Kreuzfahrer erobern Konstantinopel (=Byzanz, = Istanbul), die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches.
1212 Der so genannte „Kinderkreuzzug“ macht sich auf den Weg, erreicht aber nie sein Ziel. Die meisten der Kreuzfahrer sterben oder werden als Sklaven verkauft.
1216 Gründung des Dominikaner-Ordens. Dieser war später vor allen Anderen für die Inquisition zuständig.
1220 Der Stauferkönig Friederich 2. wird zum Kaiser des „heiligen römischen Reiches“ gekrönt.
1223 Erster Mongolensturm über Europa. Unterwerfung Russlands.
1228 – 1229 5. Kreuzzug. Friederich 2. wird König von Jerusalem.
1229 Papst Gregor IX. richtet die Inquisition ein.
1238 Beginn der Hanse. Lübeck, Rostock und Wismar verbünden sich.
1244 Jerusalem fällt erneut in die Hände der Muslime.
ab 1250 Teilplattenpanzer ersetzen mehr und mehr die Kettenpanzer der Ritter.
1254 Gründung des Rheinischen Städtebundes .
1248 - 1254 Der 6. Kreuzzug unter Führung des französischen Königs Ludwig 4. ist erfolglos.
1270 7. Kreuzzug. Er endet im Sommer 1270 vor Tunis, wo König Ludwig 4. an einer Seuche stirbt.
1291 Akkon fällt an die Muslime.
1311 – 1312 Auf dem Konzil von Vienne wird der Templerorden aufgelöst, das Vermögen fällt an Philipp König von Frankreich. Viele Templer werden verhaftet und verbrannt. Seither gilt Freitag der 13. als Unglückstag. Im Untergrund lebt der Orden weiter. Viele überlebende Templer treten in andere Ritterorden ein.
1322 Die letzte Ritterschlacht auf deutschem Boden findet in Mühldorf am Inn statt.

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